Hugo Schuchardt an Georges Lacombe (027-028)

von Hugo Schuchardt

an Georges Lacombe

Graz

10. 02. 1909

language Deutsch

Schlagwörter: Azkue y Aberasturi, Resurrección María de

Zitiervorschlag: Hugo Schuchardt an Georges Lacombe (027-028). Graz, 10. 02. 1909. Hrsg. von Katrin Purgay (2017). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.3918, abgerufen am 03. 02. 2023. Handle: hdl.handle.net/ 11471/518.10.1.3918.


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PS. zu meiner gestrigen, wie ich fürchte, recht undeutlich geschriebenen Karte, auf der kein Platz mehr war. ‒ Suchen Sie doch bei Gelegenheit irgend einen gebildeten Basken, der Kinder hat und zwar solche die eben anfangen sprechen zu lernen, zu Beobachtungen über die Kindersprache, natürlich die baskische zu veranlassen. Er müsste freilich sich etwas darüber unterrichten wie man solche Beobachtungen macht. Wir besitzen eine grosse Litteratur über die Kindersprache, auch in französischer Spr., freilich sind die betreffenden Schriften meist zu theoretisch, zu wissenschaftlich (Binet, Compayré, Lemaître, Pérez , u.A.). Es handelt sich eben in diesem Falle wie überhaupt darum, unter den Basken selbst Leute zu finden die |2| Neigung und Fähigkeit zeigen sich linguistischschulen zu lassen (wenn man nur Azkue dazu bringen könnte...!). ‒ Die baskische Kindersprache hat natürlich weniger ein baskologisches, als ein allgemein sprachpsychologisches Interesse (z.B. die Erlernung der Verbalformen).

Herzl. gr Ihr

H. Sch.

|1|1 Eben erhalte ich Ihren sehr interessanten Artikel (Mskr. von Bonaparte). Besten Dank!


1 Notiz in Rot am rechten Rand.

Faksimiles: Die Publikation der vorliegenden Materialien im „Hugo Schuchardt Archiv” erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Fondo Lacombe (Euskaltzaindia). (Sig. 028)