Willem Jan van Eys an Hugo Schuchardt (28-02861)

von Willem Jan van Eys

an Hugo Schuchardt

San Remo

09. 12. 1897

language Deutsch

Schlagwörter: Dodgson, Edward Spencer Linschmann, Th.

Zitiervorschlag: Willem Jan van Eys an Hugo Schuchardt (28-02861). San Remo, 09. 12. 1897. Hrsg. von Bernhard Hurch, Andrea Lackner, Maria José Kerejeta, Thomas Schwaiger und Ursula Stangl (2016). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.3904, abgerufen am 24. 02. 2024. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.3904.


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San Remo 9 Dez. 1897.

Verehrter Herr,

Ich danke Ihnen sehr für Brief und N.T. beide mit Freude empfangen; ich hatte allerdings seit längerer Zeit nichts von Ihnen gehört: jetzt bringen Sie aber la bonne nouvelle, daß Sie La Bonne Nouvelle abdrucken lassen; das ist ein schöne Sache und wird allen Basquisanten viel Freude machen. Ich begreife daß Sie es eine mühsame Arbeit nennen; daß vielleicht ein Fehler trotz aller Mühe stehen bleibt, ist mehr als wahrscheinlich; ich erinnere mich gelesen zu haben daß einer der ersten Verleger in Paris eine kleine Brochure |2| über Drucksachen ausgibt und in der Vorrede sagt daß diesmal ganz gewiß keine Fehler sich vorfinden werden; aber leider, nicht in der brochure, sondern in der Vorrede selbst war ein Fehler vergessen! – Laßt uns hoffen daß die Leipz. Bibl. Ihnen den Band ruhig lassen wird.

Es wundert mich nicht das D. Etwas unartiges zu sagen hat; der Mensch ist verrückt und unausstehlich. Seit lange habe ich mit ihm abgemacht; Er fängt immer wieder an. Er schrieb mir 'mal ob ich ihn höfflich empfangen würde wenn er hiehin käme. Ich habe geantwortet daß nach unserer |3| wenig freundliche Correspondenz, ein Zusammentreffen gewiß für Beide nicht angenehm sein würde: und so hat er mich lange in Ruhe gelassen. Am Ende was hat er geleistet? womit hat er unsre Kenntnis des Bask. vermehrt? –

Wenn Sie gelegentlich an HrLinnschman schreibe, so bitte ich Sie ihn zu fragen, ob er mir die Copie des Johannes zurückschicken will; das ist eine trauriges Andenken eines Englischen Mädchens das sich leider, im See badend, ertrunken hat. Jetzt daß er das N.T. hat, ist es ihm von keinem Nutzen.

Ich thue Nichts mehr; werde alt |4| und ruhe aus.

Ich habe nichts gesagt über das Aussehen Ihres N.T. Ich finde es schön und genau; ich bin anderer Ansicht als D. und stimme ganz Ihrer Weise bei, Fehler und Alles, tel quel. wiederzugeben. Ich wünsche Ihnen sehr zu Ihre Arbeit ohne Schwierigkeiten zu Ende zu bringen und bleibe nach freundschaftlichen Grüßen

Ihre ganz ergebenster
W. v.Eys.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 02861)