Willem Jan van Eys an Hugo Schuchardt (26-02860)

von Willem Jan van Eys

an Hugo Schuchardt

San Remo

07. 01. 1897

language Deutsch

Schlagwörter: Euskara (Organ für die Interessen der "Baskischen Gesellschaft")

Zitiervorschlag: Willem Jan van Eys an Hugo Schuchardt (26-02860). San Remo, 07. 01. 1897. Hrsg. von Bernhard Hurch, Andrea Lackner, Maria José Kerejeta, Thomas Schwaiger und Ursula Stangl (2016). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.3902, abgerufen am 24. 02. 2024. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.3902.


|1|

San Remo 7 Jan. 1897.

Verehrter Herr.

Ich danke Ihnen sehr für Ihren freundlichen Brief. Ich hatte allerdings gedacht und gehofft 'mal in Graz zu kommen, allein vorigen Sommer sind wir in die Schweiz gereiset um den Augen-Arz in Lausanne zu consultiren und sind früher nach Genf gegangen wo wir die Ausstellung besucht haben. – Die letzte Euskara die an Anémie gestorben ist, (was das Beste war was sie thun könnte) hatte mir schon Einiges mitgetheilt über Ihre Pläne mit Herrn Linschmann, ich meine die Euskara aus ihrem Grabe heraus zu rufen; das wäre |2| gewiß unter Ihrer Leitung, eine schöne Auferstehung; wenn Sie besser als ich die vielen Schwierigkeiten beurtheilen können, ich meine hauptsächlich die geringe Zahl wissenschaftlicher Mitarbeiter. –

Was die neue Ausgabe des N.T. betrifft, gratuliere ich Ihnen sehr, was ich thun kann, bin ich sehr bereit zu thun, um Ihnen behülflich zu sein. – Mat. Marc & Joh. sind schon da; also für den Drucker bequem nachzudrucken. – Mein Matt. hat mir 773 franken gekostet, ist bei Quantin in Paris mit Elzevier-Buchstaben gedruckt; die Buchstaben die auch die des Liç. Test. sind, findet man doch wohl auch bei Andern. – Mein Matt. |3| ist nicht die ganz genaue Wiedergabe des Liç. – Die Zeilen stimmen nicht; das könnte ich, gelegentlich, andeuten in einer von meinen Exemplaren. Mit den Correcturen die jetzt schon gemacht sind (von mir, und von Andern) wird man sehr nahe an die Liç sche Genauigkeit kommen. – Es ist sehr schön daß Sie die Hauptsache, das Geld zum Drucken wahrscheinlich schon gefunden haben; die anderen Schwierigkeiten finden sich wohl. In Hinsicht des Papiers (wir sind noch nicht so weit) kann ich sagen daß mein Matt. Englisches Papier hat welches (trotzdem ich Holländer bin) schöner und viel dünner ist, als das holländische und mehr also dem Original nahe kommt. –

|4| Da das ganze Buch mit Ausnahme, der Zusätzen, 459 Bl. enthält; und Matt. 773 kostet so würde das ganze etwa 7 mal so viel d. i. 5411 fr. was Ihre +- 3000 Gulden decken. –

Da Sie gar nicht von Ihrer Gesundheit sprechen, denke und hoffe ich daß es Ihnen gut geht und die Nerven sich ruhig halten. – Neues habe ich gar nicht mitzutheilen; ich werde alt und arbeite gar nicht

Nach vielen Wünschen mit dem neuen Jahre bleibe ich

ganz ergebenst

W.v.Eys.

Haben Sie die [“]Tirage à partˮ von d’Urte’s Grammaire empfangen de la Société Ramond? - Bibliographische Curosité. –

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 02860)