Hugo Schuchardt an Julio de Urquijo Ybarra (478-s.n.)

von Hugo Schuchardt

an Julio de Urquijo Ybarra

Graz

19. 11. 1923

language Deutsch

Schlagwörter: Euskaltzaindia - Real Academia de la Lengua Vasca - Académie de la Langue Basque Azkue y Aberasturi, Resurrección María de Lacombe, Georges Niemeyer, Maximilian David Campión y Jaymebon, Arturo Graz Schuchardt, Hugo (1923)

Zitiervorschlag: Hugo Schuchardt an Julio de Urquijo Ybarra (478-s.n.). Graz, 19. 11. 1923. Hrsg. von Bernhard Hurch und Maria José Kerejeta (2007). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.3695, abgerufen am 19. 04. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.3695.


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Graz 19. XI '23

Lieber Freund

Eben erhalte ich einen Brief von Azkue, der, obwohl von freundschaftlichen Versicherungen erfüllt, mich doch unbefriedigt läßt.1 Er stürzt sich in kaufmännische Einzelheiten, die mit der Sache doch eigentlich nichts zu tun haben, und berücksichtigt zu wenig meine Lage. Vor allem muß ich gegen den Vorwurf des abuso Verwahrung einlegen den er meinem Verleger macht. Ich identifiziere mich mit ihm; ich habe ihm empfohlen sich mit A. in Verbindung zu setzen; den Preis den er angesetzt hat, kannte ich bis vor kurzem nicht — ich selbst hätte kaum einen niedrigeren genannt.

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Ich bitte Sie, der Sie sich einmal der Sache angenommen haben, den Brief Azkues zu erledigen; ich bin zu schwach, niedergedrückt und auch durch diese Angelegenheit zu erregt, um ihn zu beantworten.

Ich kann den Brief nicht abschreiben und bitte ihn mir gelegentlich zurückzusenden, füge aber einige Bemerkungen hinzu.

Auf das Lebhafteste wünsche ich daß alles vermieden werde was zu einem Zerwürfnis führen könnte. Zwar kann ich den Spruch: " Stolzwill ich den Spanier" (Schiller) nicht für Ihr Land ausschließlich gelten lassen, doch verharre ich bei meiner Sympathie für Azkue, und bei meiner wissenschaftlichen Aneignung an die Vasconia wenn auch in den paar Monaten, Wochen oder Tagen die ich noch zu leben habe, wenig Gescheites mehr aus mir heraus kommen wird.

Herzlichst und dankbarst

Ihr

HSchuchardt

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1) Der Hauptpunkt ist doch der: welche Zusage hat mir — zufolge G. Lacombedie Akademie gemacht? Elle se charge de tous les frais de l'impression, und außerdem subskribiert sie auf 100 Exemplare. Ich habe von dieser Zusage, die mir ohne mein Verlangen und ohne Bedingungen gemacht worden ist, nur den zweiten, besondern Teil angenommen, und zwar offengestanden, ohne die Befürchtung die Akademie allzusehr zu belasten. Sie hat sich ja schon sehr großmütig gegen |2|mich benommen und wenn ich im vorigen Jahre ihrer Einladung hätte folgen können, so wäre ich ihr wohl teurer zu stehen gekommen als jetzt.

2) Daß die Akademie mit der Subskription den Druck ermöglichen wollte, ist klar.*) Obwohl A. sagt "es", so sehe ich doch nicht daß zwischen dem dortigen und dem deutschen Gebrauch ein wesentlicher Unterschied bestehe. Nur handelt es sich bei wissenschaftlichen Büchern, nicht um den kaufmännischen Verkehr des Autors mit dem Drucker, sondern

*) Daran habe ich allerdings nicht gedacht, daß die Akademie bloß das Papier von 100 Ex. vergüten wollte, also nach A.s Berechnung kaum 20 Pesetas.

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mit dem Verleger. Deshalb konnte ich die Prim. nicht in Graz drucken lassen, weil zwar die Druckerei vortrefflich ist, aber ein entsprechender Verlag fehlt. Die Zahl der zu druckenden Exemplare pflegt dem Verleger überlassen zu sein; ich glaube bei mir werden es 600 oder 800 sein. So ist mir das: "los 100 ejemplares además del número convenido con Usted" zunächst unklar gewesen.

3) Für Azkue ist der Hauptpunkt in der ganzen Sache der Preis des Büchleins. Seinen Berechnungen kann ich nicht nachkommen; Niemeyer hat mir erst jetzt geschrieben, daß er (mit Rücksicht auch auf die Verluste, die bei |4|der Umwechslung stattfinden) 5 Pesetas gerechnet hat. Er fügt hinzu: "Der Preis des B. ist nicht zu hoch; ich glaube auch nicht daß ein solcher Spezialdruck im Ausland billiger hergestellt werden könnte." Nach dem was ich über solche Dinge weiß, würde ich diese Worte unbedenklich mitunterschreiben. Ich finde es sehr ungerecht, dem allgemein als ehrenhaft geltenden und mir persönlich als solcher bekannten Verleger des abuso zeihen zu wollen (zweimal und nachdrücklichst).

Zu 2) trage ich nach, daß Niemeyer in Berücksichtigung meiner ihn hoch erfreuenden Nachricht bezüglich der Subskription, sich zu 900 Ex. entschlossen haben wird, obwohl ich nicht einsehe wie dieser Umstand irgend welchen Einfluß auf die Behandlung der Sache haben kann. Zu Campións Grammatik von 1884 — si magna licet componere parvis — fanden sich als suscritores Körperschaften mit 25, 20, 12 Pesetas.

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1 La reacción de H. S. a la carta de Azkue del 13 de noviembre es francamente exagerada y probablemente atribuible a la avanzada edad del vascólogo austríaco. Azkue termina la carta diciendo „si no nos viniera un cataclismo como el del Japón, si la Academia vive (y aunque muriera en el terremoto, si yo la sobreviviera) pagaremos la edición con muchísimo gusto. Pagaremos también los cien ejemplares del apéndice a la tirada, si ésta se ha hecho. Más claro no me es posible hablar.“ (carta n. 389 en el legado H. S.).

Faksimiles: Die Publikation der vorliegenden Materialien im „Hugo Schuchardt Archiv” erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Koldo Mitxelena Kulturunea - Liburutegia (Fondo Urquijo). (Sig. s.n.)