Hugo Schuchardt an Julio de Urquijo Ybarra (392-s.n.)
von Hugo Schuchardt
15. 11. 1920
Deutsch
Schlagwörter: Universität Wien Österreichisches Museum für Volkskunde Trebitsch, Rudolf Pöch, Rudolf Haberlandt, Michael Wien Baskenland
Zitiervorschlag: Hugo Schuchardt an Julio de Urquijo Ybarra (392-s.n.). Graz, 15. 11. 1920. Hrsg. von Bernhard Hurch und Maria José Kerejeta (2007). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.3588, abgerufen am 22. 01. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.3588.
Graz, 15. Nov. 1920
Lieber Freund!
In diesen Tagen ist die Bonapartesche Sprachkarte, die Dr. Trebitsch von Ihnen entlehnt hatte, aus Wien bei mir eingetroffen. Dieses Exemplar hat sich als vollkommen identisch mit dem meinigen erwiesen, ich brauche es also keinen Augenblick; ich bitte Sie mir mitzuteilen, was damit geschehen soll.
Der Direktor des Anthropolgisch-Ethnographischen Instituts der Wiener Universität, Professor Dr. Rudolf Pöch (Wien IX/1 Wasagasse 4) und mit ihm gleichzeitig der Direktor des Museums für Volkskunde, Professor Dr. Michael Haberlandt (Wien VIII, Laudongasse 17) haben mich brieflich ersucht mich bei Ihnen zu ver|2|wenden, daß die Karte, wenigstens noch einige Zeit, in Wien bleibe, d.h. nach W. zurückkehre, etwa bis in den März wo eine Schaustellung der Trebitsch’schen baskischen Sammlung erfolgen soll. An deren Herstellung haben Sie ja einen hervorragenden Anteil gehabt, und ich möchte mir bei dieser Gelegenheit erlauben zu fragen, ob der Protzentsatz echtbaskischen Gutes in der Tat ein sehr großer ist. Wie weit ist z.B. die Verbreitung der laya über die Grenzen des Baskenlandes hinaus?
Ich bitte Sie mir möglichst bald zu antworten. Die Karte erliegt bei mir mit einem Papier versehen, das sie als Eigentum von D. Julio de Urquijo bezeichnet. Es könnte ja sonst leicht eine erneute Irrung vorfallen. Ich rechne ja jetzt immer mit meinem Tode, und deshalb bitte ich Sie, falls die Karte wieder nach Wien wandert, sie dann direkt von Prof. Pöch sich zurücksenden zu lassen. Bin ich noch da, so bin ich vielleicht zu schwach zu derlei Manipulationen.
Mit herzlichen Wünschen und Grüßen
Ihr ergebener
H.Schuchardt
Faksimiles: Die Publikation der vorliegenden Materialien im „Hugo Schuchardt Archiv” erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Koldo Mitxelena Kulturunea - Liburutegia (Fondo Urquijo). (Sig. s.n.)
