Hugo Schuchardt an Julio de Urquijo Ybarra (382-s.n.)

von Hugo Schuchardt

an Julio de Urquijo Ybarra

Graz

13. 06. 1920

language Deutsch

Schlagwörter: Revue internationale des études basqueslanguage Baskischlanguage Spanischlanguage Deutsch Lacombe, Georges Humboldt, Wilhelm von Bähr, Gerhard Vinson, Julien Sare Zumarraga Göttingen

Zitiervorschlag: Hugo Schuchardt an Julio de Urquijo Ybarra (382-s.n.). Graz, 13. 06. 1920. Hrsg. von Bernhard Hurch und Maria José Kerejeta (2007). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.3579, abgerufen am 02. 03. 2024. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.3579.


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Graz, 13. 6. '20

Lieber Freund.

Auf Ihren mit bestem Danke empfangenen Brief habe ich Folgendes zu bemerken.

Das gewaltige Buch vom Kongress zu Oñate ist mir zugekommen; ich habe seinen Empfang mit zwei baskischen, zwei spanischen und zwei deutschen Zeilen bestätigt. Ich denke verschiedentlichen Nutzen aus dem —wie wir sagen — “Wälzer” zu ziehen.

Hoffentlich wird bei dem nächsten in Pamplona stattfindenden Kongreß das unvermeidliche Tot capita, tot sensus innerhalb bescheidener Grenzen bleiben.

Lacombe hat mir keine Andeutung von irgend einer Verstimmung gemacht; |2|sein letzter Brief kam mit derselben Post wie der Ihrige an.

Daß Sie wegen der Bonaparteschen Karte sich selbst nicht gerührt haben, ist wohl aus einem Mißverständnis meiner Mitteilungen oder aus dem Verlust eines Briefes (oder einer Karte) von mir zu erklären. Ich entsinne mich genau daß ich Ihnen die Adresse des Herren gab, in dessen Verwahrung sich die Karte befindet, und Sie bat, sich mit ihm in Verbindung zu setzen. Es schien mir kein Hindernis für die Herausgabe des Kaimelion vorzuliegen; es handelte sich nur um die Beförderung.

Meine Arbeit über das Baskische von Sare hat wieder eine Unterbrechung erfahren, teils durch gesundheitliche, teils durch andere Umstände. Inzwischen bringe ich immer die und jene basko-romanische Kleinigkeit ans Licht.

Wegen des Reisetagebuchs von W. v. Humboldt habe ich so eben nach Berlin geschrieben. Es sind nur noch die Briefe zur Veröffentlichung übrig; sollte es in diesen enthalten sein?

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Heute erhielt ich einen interessanten Brief von einem baskischen Deutschen aus Zumárraga (diese Betonung finde ich weder bei Madoz, noch bei Gorosabel). Der Betreffende heißt Gerhard Baehr, betitelt sich stud. phil. ehem., und weilt jetzt (nach dem er u.A. 4 Semester in Göttingen romanische und englische Philologie getrieben hat) in seinem elterlichen Hause in Z., das er mit 12 Jahren verlassen hat. “Mit hohem Eifer” — so schreibt er mir — “wendet er sich der Sprache seiner Jugend zu, die ihn ganz und gar in Anspruch nimmt.” Er hat mit größtem Interesse, meinen Artikel über den Vinsonschen gelesen und berichtigt ihn. Die mir — nicht an und für sich, aber in dem bei Vinson gebotenen Zusammenhang — “rätselhaft” erscheinende Form zenakizu|4|sei in Legazpia, Zumarraga, Oñate usw. ganz gewöhnlich: Er bietet sich mir an, Auskünfte über das dortige Baskisch zu geben. Ich werde ihn vor allem ermutigen, sich selbst auf diesem Gebiet zu betätigen. Sollte er ein mal sich schriftlich oder persönlich Ihnen nähern, so werden Sie ihn wohl nicht von sich weisen; er kann wenn nicht Nutzen, so doch auch den baskischen Studien keinen Schaden bringen.

Ich danke Ihnen für Ihre guten Wünsche, und sehe dem Erscheinen des 2. Heftes der RB mit Spannung entgegen.

Herzlichst

Ihr

HSchuchardt

Der Vater Ihres Erzherzogs Anton, den Erzh. Leopold Salvator sah ich einst täglich im Elefanten. Er speiste — der Garten war damals viel größer — etwas abseits unter einem großen Kastanienbaum.

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Faksimiles: Die Publikation der vorliegenden Materialien im „Hugo Schuchardt Archiv” erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Koldo Mitxelena Kulturunea - Liburutegia (Fondo Urquijo). (Sig. s.n.)