Hugo Schuchardt an Julio de Urquijo Ybarra (321-s.n.)
von Hugo Schuchardt
26. 05. 1914
Deutsch
Schlagwörter: Revue internationale des études basques Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften (Berlin) Trebitsch, Rudolf Lacombe, Georges Bonn Baskenland
Zitiervorschlag: Hugo Schuchardt an Julio de Urquijo Ybarra (321-s.n.). Graz, 26. 05. 1914. Hrsg. von Bernhard Hurch und Maria José Kerejeta (2007). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.3477, abgerufen am 22. 01. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.3477.
G. 26. 5. '14
Lieber Freund,
Sobald ich die RB VIII,1 erhalten hatte, las ich mit größtem Interesse Ihre Fortsetzung über die Refranes von 1596 durch, aber ohne daß ich irgend eine Aufklärung des noch Dunkeln zu bringen wüßte. — Vielleicht aber können Sie aus den Ihnen bekannten Sprichwörtern über den Hochmut irgend etwas zur Aufhellung von Oihenart 208 beitragen.1 Wir sagen: der Alp reitet ihn, der Teufel reitet ihn und wenn ich nicht irre, auch: der Hochmut reitet ihn. Ich werde der Sache noch nachgehen. — Am 21. Mai bin ich wieder einmal gefeiert worden; nämlich am 21. Mai 1864 promovierte ich zu Bonn. Ich habe, das ist bei uns gebräuchlich, ein erneutes Doktordiplom erhalten, außerdem aber etwas ganz Ungewöhnliches — ich betrachte es deshalb als die größte hier widerfahrene Ehrung |2|— eine prachtvoll ausgestattete Beglückwünschungsadresse der Berliner Akademie der Wissenschaften, in der ausführlich auf meine wissenschaftliche Tätigkeit eingegangen wird. — Dr. Trebitsch ist immer in Bewegung; ich las in diesen Tagen wiederum seinen Bericht über die phonogr. Aufnahmen im Baskenland — das von mir korrigierte Exemplar das er sich nach Granada hatte nachsenden lassen, war nämlich verloren gegangen. Ich habe aber die etwas mühselige Arbeit nun zum Teil wiederholt, ich kann die Tauf- und Familiennamen der phonogr. abgehörten Personen nicht verifizieren, und sie sind doch anscheinend nicht alle richtig (die Taufnamen bald romanisch, bald deutsch aufgezeichnet). — Ich werde heute auch an Lacombe schreiben; ich möchte gern wissen wie weit er mit seiner Arbeit ist, was er für Pläne hat.
Mit herzlichem Gruß
Ihr
HSch.
1 Cf. A. Oihenart (1657), pr. 208: Handurreria, espada tu??uria, da hura Iduria, „L'arrogance, si elle n'est pas une diablerie, elle an a du moins l'apparence“.
Faksimiles: Die Publikation der vorliegenden Materialien im „Hugo Schuchardt Archiv” erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Koldo Mitxelena Kulturunea - Liburutegia (Fondo Urquijo). (Sig. s.n.)
