Heinrich Gelzer an Hugo Schuchardt (02-03630)

von Heinrich Gelzer

an Hugo Schuchardt

Jena

03. 02. 1917

language Deutsch

Schlagwörter: Glückwünsche 75. Geburtstag Romanische Philologie Sprachwissenschaft Interdisziplinarität Wissenschaftstheoretische Reflexion Publikationsvorhabenlanguage Berberisch Schuchardt, Hugo (1908) Schuchardt, Hugo (1908) Schuchardt, Hugo (1916)

Zitiervorschlag: Heinrich Gelzer an Hugo Schuchardt (02-03630). Jena, 03. 02. 1917. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2016). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.3385, abgerufen am 25. 02. 2024. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.3385.


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Jena den 3.2.17 Wildstr.1

Hochverehrter Herr Professor,

Zu Ihrem Geburtstag1 möchte auch ich mich glückwünschend einfinden, um zuzeigen, dass auch die jüngste Generation der Romanisten weiss, was Sie Ihnen als demMeister der Linguistik schuldet. Was Sie direct für die romanische Sprachwissenschaftgeleistet haben, ist bereits so sehr Allgemeingut geworden, dass man kaum mehr denBegründer kennt. Aber jeder, der einmal über die engen Grenzen hinausschweift, findetauf Tritt und Schritt Ihren Namen. So sind auch meine Beiträge zum Alb. u. Dalm., Z.37, 257ff.2, aufdie Sie mir s. Z. so freundlich durch Zusendung Ihres „Slavo-Deutschen“3 antworteten, nurVersuche, auf dem von Ihnen angebahnten Wege weiterzukommen. Und alles weitere, wasich auf den so überaus interessanten Grenzgebieten arbeite, findet Vorbilder in IhrenSchriften.

Mit grossem Interesse habe ich Ihre „Berberischen Studien“4 gelesen. Hoffentlich haben Siedie Musse, Ihr Werk über „Lateinische u. Romanische Elemente im Berberischen“möglichst bald zu vollenden.5 Dies Werk scheint mir einesder dringendsten Erfordernisse zu sein. Wie gut, dass Sie die Arbeit übernommenhaben, die sonst irgend ein anderer mit schwächerem Können hätte wagen müssen.

Nehmen Sie nochmals meine aufrichtigsten Glückwünche und meinen besten Dankentgegen.

In vorzüglicher Hochachtung

Ihr ergebener
Heinrich Gelzer
Privatdozent in Jena z. Z. Vertreter des Ordinarius.


1 Schuchardt wurde am4.2.1917 75 Jahre alt.

2 Vgl. Brief 03629.

3 Vgl. oben Anm. 3.

4 „Berberische Studien I. Ein alter Plural auf -u̯?“, Wiener Zeitschrift für die Kunde desMorgenlandes 22, 1908, 245-264; „Berberische Studien II. Zu den arabischenLehnwörtern, Wiener Zeitschrift für die Kundedes Morgenlandes 22, 1908, 351-384.

5 Vgl. dazu denSchluss von „Berberische Hiatustilgung, SB d.Wien. Ak. 182, 1960, 1-60, hier 59-60.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 03630)