Josef Brüch an Hugo Schuchardt (04-01404)

von Josef Brüch

an Hugo Schuchardt

Wien

03. 04. 1917

language Deutsch

Schlagwörter: Dankschreiben Sonderabdruck Publikationsvorhaben Etymologie Wörterbücherlanguage Spanisch Schuchardt, Hugo (1917)

Zitiervorschlag: Josef Brüch an Hugo Schuchardt (04-01404). Wien, 03. 04. 1917. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2016). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.3256, abgerufen am 29. 01. 2023. Handle: hdl.handle.net/ 11471/518.10.1.3256.


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Wien, am 3. April 1917.

Hochverehrter Herr Hofrat!

Für die gütige Übersendung des Sonderabdruckes1 danke ich vielmals. Die darin enthaltenen Bemerkungen bes. über pajarilla und bazo habe ich mir bereits für das etymologische Wörterbuch des Spanischen angemerkt, das ich seit längerem vorbereite, soweit mir der Mittelschuldienst Zeit läßt. Möchte ich doch darin dem Stiefkinde der Bedeutungslehre, wenigstens den Pflichtteil väterlicher Fürsorge zukommen lassen.2

|2| Im Wunsche, daß Sie, verehrter Herr Hofrat, noch oft das Frühjahrsfest gesund erleben mögen, und in Verehrung verbleibt

Ihr ergebener
Josef Brüch


1 Schuchardt, „Zu den romanischen Benennungen der Milz“, SB der Berl. Ak. d. W. 1917, 156-170, hier 166-167.

2 Ein derartiges Lexikon ist im Druck nicht nachweisbar. Vgl. auch den analogen Plan eines italienischen etymologischen Wörterbuchs, von dem Theodor Gossen in seinem Nachruf auf Brüch (Almanach d. Österr. Akad. d. Wissenschaften 112, 1962, 374-383, hier 377) schreibt: „Josef Brüch ist sich methodisch stets treu geblieben: exakt bis in die kleinsten Einzelheiten, in ähnlichem Sinn historisch-positivistisch orientiert wie der von ihm bewunderte Meyer-Lübke, hat er dessen Erbe bis in eine Gegenwart getragen, in der sich die romanische Sprachwissenschaft nicht nur in vermehrtem Maße anderen Problemen zugewandt hat, sondern in der auch die wortgeschichtliche Forschung begonnen hat, andere Wege als die von ihm beschrittenen zu gehen. Das Projekt seiner letzten Jahre, ein etymologisches Wörterbuch der italienischen Sprache, konnte Brüch nicht mehr ausführen. Es ist die Tragik mancher Gelehrtenschicksale, daß es ihnen nicht vergönnt ist, die letzten Synthesen ihrer Lebensarbeit zu geben und daß die Konzeption eines solchen Werkes mit ihnen erlischt“.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 01404)