Philipp August Becker an Hugo Schuchardt (06-00894)

von Philipp August Becker

an Hugo Schuchardt

Wien

28. 08. 1916

language Deutsch

Schlagwörter: Networking Publikationsversand Anrede- und Grußformeln Ettmayer, Karl von Brüch, Josef Goebl, Hans (Hrsg.) (1995)

Zitiervorschlag: Philipp August Becker an Hugo Schuchardt (06-00894). Wien, 28. 08. 1916. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2016). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.3230, abgerufen am 05. 02. 2023. Handle: hdl.handle.net/ 11471/518.10.1.3230.


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Wien, den 28. August 1916 XVIII.
Eckpergasse 26

Hochverehrter Herr Hofrat!

Ettmayers Adresse ist gegenwärtig Razenberg, Post Bad Radein, Untersteiermark.1 Ich habe ihm kürzlich geschrieben, aber noch keine Antwort erhalten, so dass ich nicht weiss, ob meine Karte angekommen ist. Herr Dr. Brüch wohnt hier in Wien im 2. Bezirk; seine Adresse habe ich aber verlegt.2 Wenn es Ihnen genehm wäre, möchte ich mich erbieten, |2|die beiden Exemplare Ihres Verzeichnisses in Empfang zu nehmen und sie den beiden Herrn bei Gelegenheit direkt zu überreichen.

Da ich noch einmal Anlass habe zu schreiben, möchte ich Sie bitten, hochverehrter Herr Hofrat, mir gegenüber nicht die Andrede mit hochgeehrter Herr Kollege zu gebrauchen. Es ist eine gute deutsche Sitte, den jüngeren Fachgenossen mit Lieber Herr Kollege anzureden. Es braucht ja kein |3|Gefühl besonderer Freundschaft dahinterzustecken. Bei der Verehrung, die ich seit dreissig Jahren für Sie hege, darf ich mir wohl diese Bitte in aller Bescheidenheit erlauben.

In unwandelbarer Hochschätzung und Ergebenheit
PhAug Becker


1 Karl von Ettmayer (Ritter von Adelsburg) (22.7.1874 Jessenetz [heute: Jesenece, Tschechien – 24.3.1938 Wien) war 1899 von Schuchardt in Graz promoviert und 1903 von Meyer-Lübke in Wien habilitiert worden. Nach Professuren in Freibourg und Innsbruck war er 1915 als Nachfolger Meyer-Lübkes nach Wien berufen worden. Erhalten sind 28 seiner Briefe an Schuchardt aus den Jahren 1900-1917) (Nr. 02790-02817), darunter 3 aus Razenberg (auch „Ranzenberg“ oder „Ratzenberg“; heute Ranca, nördliches Slowenien) in der Nähe des Kurortes Bad Radein (heute: Slatina Radenci). Die Korrespondenz wurde von Hans Goebl für das HSA bearbeitet und ist hier abrufbar. Zu Ettmayer vgl. Goebl, Hans. 1995. Karl von Ettmayer: Lombardisch-Ladinisches aus Südtirol. Ein Beitrag zum oberitalienischen Vokalismus. Die zugrundeliegenden Dialektmaterialien. Neu herausgegeben, mit einem vorwärts und einem rückwärts alphabetischen Register der Etyma, einer kurzen geotypologischen Studie zu den neuveröffentlichten Materialien, einer Biographie und einer Bibliographie sowie einer Würdigung des wissenschaftlichen Oeuvres Karl von Ettmayers, San Martin de Tor / St. Martin in Thurn (Ladinien, Südtirol): Istitut Cultural Ladin 'Micurà de Rü'.

2 Josef Brüch (1.8.1886 Theussau b. Eger [heute Tisová, Tschechien] – 27.3.1962 Wien) war 1913 von Jan Urban Jarník in Prag habilitiert worden, wurde 1923 Professor in Riga, 1926 in Innsbruck und 1950 in Wien. - Er (vgl. Brief 895) wohnte zu diesem Zeitpunkt in der Thugutgasse 3 in Wien II. Erhalten sind 8 Briefe Brüchs an Schuchardt (Nr. 01401-01408) aus den Jahren 1914 bis 26.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 00894)