Adolf Mussafia an Hugo Schuchardt (36-07656)

von Adolf Mussafia

an Hugo Schuchardt

Wien

Unbekannt

language Deutsch

Schlagwörter: Gesundheit Österreichische Akademie der Wissenschaften (Wien) Romanische Philologie Cornu, Julius Mussafia, Regina

Zitiervorschlag: Adolf Mussafia an Hugo Schuchardt (36-07656). Wien. Hrsg. von Klaus Lichem und Wolfgang Würdinger (2015). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.2362, abgerufen am 01. 02. 2023. Handle: hdl.handle.net/ 11471/518.10.1.2362.


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Bester Freund!1

Leere Ceremonienwünsche sind mir auch verhasst; aber zu jeder Zeit ist mir ein Gruss von Seite aufrichtiger Freunde lieb und werth. Ich danke Ihnen daher herzlich für Ihre Zeilen und für Ihre lebhafte Theilnahme für meine Gesundheit. Ich kann, trotz der abnormen Kälte, mich mit diesem Winter zufrieden erklären; nicht als ob die Schmerzen aufgehört oder auch nur besonders nachgelassen hätten; ich kann sie aber ertragen. Ich arbeite meine zwei Stunden täglich und tändle mit Recensionen herum; habe es aber schon satt und im Frühlinge will ich irgend eine angefangene Arbeit wieder hervorholen.

Sie arbeiten, und darüber freue ich mich sehr; was, ist gleichgiltig; Schuchardt kann nicht eine Seite schreiben, aus der nicht Belehrung zu holen sei. Schicken Sie nirgends ihre Arbeit hin, als der Academie; ich bitte Sie instaendigst darum.

Sie sagen mir, ich solle Cornu2 grüssen. Ist er in Wien? Ich habe ihn nicht gesehen und kann kaum glauben, dass er mir nicht eine Viertelstunde gewidmet haette.

Meine Frau erwiedert ihre Wünsche und Beide hoffen, Sie im Frühlinge zu sehen. Wir werden dieses Jahr nicht verreisen, da die Osterferien in eine zu ungünstige Zeit fallen.

Leben Sie recht wol, mein bester Freund

Ihr treuer

A Mussafia

Wien, 6. 880


1 Die Datumsangabe enthält keine Information über den Monat. Aus dem Inhalt kann vermutet werden, dass der Brief in einem der ersten, noch winterlichen Monate des Jahres 1880 entstanden ist.

2 Jules Cornu (1849 - 1919), seit Herbst 1877 Professor für romanische Philologie in Prag, sollte im Jahre 1901 Schuchardts Nachfolger in Graz werden.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 07656)