Leo Spitzer an Hugo Schuchardt (204-10963)

von Leo Spitzer

an Hugo Schuchardt

Bonn

10. 07. 1919

language Deutsch

Schlagwörter: Tallgren, O. Johannes Saussure, Ferdinand de Spitzer, Leo (1918) Albalat, Antoine (1988)

Zitiervorschlag: Leo Spitzer an Hugo Schuchardt (204-10963). Bonn, 10. 07. 1919. Hrsg. von Bernhard Hurch (2014). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.2034, abgerufen am 05. 02. 2023. Handle: hdl.handle.net/ 11471/518.10.1.2034.

Printedition: Hurch, Bernhard (2006): Leo Spitzers Briefe an Hugo Schuchardt. Berlin: Walter de Gruyter.


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Bonn, 10. VII.

Verehrter Herr Hofrat,

Wieso wird "F.u.F." totgeschwiegen bei Tallgren? Die grandes qualités de style, die Ihnen und mir nach Tallgren fehlen sollen, sind offenbar romanische Klarheit, Schonung des Lesers, dem wir zuviel zumuten, Zurückhaltung im Ausbreiten der Gelehrsamkeit. Nun, ich bin nicht böse darüber, mit Ihnen in einen Topf geworfen zu werden.

Was ist das für eine Zusage in der ominösen Ztschr. d. allg. Sprachw. – bitte um Separatum!

Ja, ist de Saussure wirklich ein Adelsprädikat (übrigens schreiben wir von der Gabelentz!) und nicht wie Dubois Delarigne? Heinrich Mann im "Prof. Unrat" wendet auch immer das "von" an: "von X sagte". – Wörter u. Sachen VI 2 soll erschienen sein, habe es aber noch nicht gesehen.

Ergebenste Grüße
Spitzer

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Was sagen sie zu "le geste spitzérien" – das geht noch über "Serialität"!

Ich lese eben bei Albalat, L'art d'ecrire S.147:1les De Goncourt


1 Antoine Albalat, L'art d'écrire enseigné en vingt leçons. Paris: Armand Colin 1899.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 10963)