Antonio Griera y Gaja an Hugo Schuchardt (04-03974)

von Antonio Griera y Gaja

an Hugo Schuchardt

Barcelona

07. 09. 1921

language Deutsch

Schlagwörter: Lautgesetze Universitätsbibliothek Graz Literaturblatt für germanische und romanische Philologie Zeitschrift für romanische Philologie Meyer-Lübke, Wilhelm Schuchardt, Hugo (1900) Schuchardt, Hugo (1885) Urtel, Hermann (1919) Urtel, Hermann (1917)

Zitiervorschlag: Antonio Griera y Gaja an Hugo Schuchardt (04-03974). Barcelona, 07. 09. 1921. Hrsg. von Marlene Ulbing (2013). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.1437, abgerufen am 02. 10. 2023. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.1437.


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Verehrter Meister:

Ihren Brief von 27 Juli habe ich erhalten. Ich danke Ihnen bestens die Bemerkungen auf meine Vorträge1. Ich hatte nicht gewagt sie Ihnen zu senden weil sie keine neue Resultate enthalten und sie schätze als eine bescheidene, mangelhafte Zusammenstellung von Ideen und Richtungen der Sprachforschung auf der letzten Zeit. Ihren Vortrag über die Klassifikation der romanischen Mundarten2 habe |2| ich niemalsgelesen. Ihre Äuserungen über die Verwandschaft der Mundartenproblem und Lautgesetze haben mir sehr interessiert. Ihre Arbeit über die Lautgesetze gegen die Junggramatiken3 habe ich 1910 gelesen als ich ein junger Student war. – Da wir keine philologische Tradition haben es ist mir sehr schwer über die letzte Literatur unterrichtet sein. Ihre Referate über Meyer-Lübkes Romanische Namenstudien4 und Urtels Zur baskischen Onomatopoesis5 und Zum iberischen in Sudfrankeis6 habe ich mit |3| Freude gelesen. Die Jahrgänge 1915-1920 des Literatublats7 habe ich erst nach Ostern erhalten. Die Zeitschrift für rom. Phil. (1919, 1920)8 welche manche sehr interessante Etymologien von Ihnen enthält habe ich noch nich bekommen. Hier sind wir sehr spät und mangelhaft unterrichtet.

Der Institut de la Llengua Catalana hat veröffentlicht letztens zwei Bände9 welche nichts besonderes enthalten; wir senden sie Ihnen.

Wegen meines Standes und Kennis der deutschen Sprache binn ich in engen Beziehung mit |4| vielen jungen Mädchen aus Graz welche, hier, neben Barcelona Erholungsheime gefunden haben. Sie erzählen mir öfters über die Schönheit ihres geliebten Graz und ich denke auf unseren verehrten Meister der rom. Sprachwissenschaft.

Die herzlichste Grüsse

Ihrer ergebenster

Antonius Griera

Barcelona, 7 September 1921


1 Es konnte nicht ermittelt werden, um welche Vorträge es sich handelt.

2 H. Schuchardt (1900; Archiv-/ Breviernr. 352).

3 H. Schuchardt (1885; Archiv-/ Breviernr. 172).

4 W. Meyer-Lübke (1904) .

5 H. Urtel (1919). Urtel und H. Schuchardt korrespondierten von 1909 bis 1925. Die Briefe von Urtel (12252-12313) befinden sich im Archiv der Universitätsbibliothek Graz, jedoch die Gegenbriefe konnten bisher nicht ermittelt werden.

6 H. Urtel (1917).

7 Hier ist die Zeitschrift „Literaturblatt für germanische und romanische Philologie“ (1915-1920, Nr. 36-41) gemeint.

8 Zeitschrift Nr. 39-40, herausgegeben von G. Gröber (1919-1920). Gröber und H. Schuchardt korrespondierten von 1876 bis 1910. Die Briefe von Gröber (04000-04156) befinden sich im Archiv der Universitätsbibliothek Graz, jedoch die Gegenbriefe konnten bisher nicht ermittelt werden

9 Hier sind vermutlich die Bände Diccionari de rims (March: 1921) und Bibliographie élémentaire de l'ancien provençal (Anglade: 1921) von der Buchreihe Biblioteca filològica gemeint.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 03974)