Behrendt Pick an Hugo Schuchardt (08-08813)

von Behrendt Pick

an Hugo Schuchardt

Dresden

02. 11. 1906

language Deutsch

Zitiervorschlag: Behrendt Pick an Hugo Schuchardt (08-08813). Dresden, 02. 11. 1906. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2024). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.12196, abgerufen am 10. 10. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.12196.


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Hotel Stadt Rom
Wilh. Schönheit
Dresden, den 2. November 1906
Neumarkt 10.

Hochverehrter Herr Professor!

Ich erhielt Ihren Brief vom 28. Oktober zwischen zwei Reisen und kann Ihnen erst heut von Dresden aus antworten.

Es hat mich aufrichtig gefreut, nach so langem Schweigen wieder eine Nachricht von Ihnen zu erhalten; grade in den letzten Tagen war ich an Sie erinnert worden bei der Mitarbeit an einem „Gothaer Gedenkbuch“, das mich nach „Alt-Gotha“ versetzt hat.1

Ich möchte Ihnen heute nur mitteilen, dass Sie natürlich alle Bücher aus unsrer Bibliothek bekommen können, wie in früheren Zeiten. Also bestellen Sie nur. Ilari2 brauch ich ja zuweilen, aber 4-8 Wochen kann ich es schon entbehren, die andern noch länger. Also was Kubitschek3 nicht entbehren kann, senden wir gern. Es ist nur das Porto zu ersetzen, aber das ist ja nicht viel. – Über neue Litteratur werde ich mich gleich nach meiner Heimkehr unterrichten und Ihnen dann schreiben; es wird nicht viel sein.

Es freut mich aber, dass Sie das Studium der Münzaufschriften wieder aufnehmen. Die Numismatiker, wie der ergebenst Unterzeichnete, verstehen ja nichts davon. Und dass Sie „(kelt)iberisch“ mit eingeklammertem „kelt“ schreiben, ist sehr erfreulich.

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Meiner Frau u. mir geht es gut. Georges erwidert Ihre Grüsse bestens.4 Die Bibliothek hat sich unter Ewalds Leitung5 sehr verschönert; anderes ist jetzt weniger schön als früher. Sie sollten doch mal wieder nach der Heimat kommen; die Reise ist ja gar nicht so weit. Ich denke, es würden sich auch ausser mir noch viele Leute darüber freuen. Also - - -

Ich schliesse für heut. Nach meiner Heimkehr werde ich mich also umsehen, was es neues über iberische Münzen giebt. Inzwischen bekomme ich vielleicht auch das Verzeichnis der Bücher, die Sie haben wollen.

Ach so, Linschmann.6 Der war im vorigen Jahre noch als Bibliothekar in Meiningen. Ich will mal dort anfragen, wo er jetzt steckt; vielleicht ist er noch dort.

Mit herzlichem Gruss

Ihr aufrichtig ergebener

B. Pick

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Entschuldigen Sie die schlechte Handschrift. Ich schreibe schon immer schlecht, aber diese [...]feder ist grässlich und macht es noch schlimmer.


1 Gothaer Gedenkbuch; des Gothaer Wegweisers. Bd. 1, 1906. Hrsg. von Gottlob Schneider.

2 Deutung unsicher, nicht ermittelt!

3 Wilhelm Kubitschek (1858-1936), österr. Althistoriker, Klass. Archäologe u. Numismatiker, der wichtige Ämter in Verwaltung und Wissenschaft bekleidete; vgl. HSA 05843.

4 Vermutlich ein Familienangehöriger des Lexikographen Karl Ernst Georges (1806-1895), der aus Gotha stammte.

5 Rudolf Ehwald (1847-1927), Bibliothekar in Gotha.

6 Theodor Linschmann (1850-1940), deutscher Pfarrer und späterer Bibliotheksdirektor; vgl. HSA 06465-06540.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 08813)