Hugo Schuchardt an Graziadio Isaia Ascoli (080-B5_45)

von Hugo Schuchardt

an Graziadio Isaia Ascoli

Graz

06. 11. 1886

language Deutsch

Schlagwörter: Photographie (Bild) Dankschreiben Lautgesetze Publikationsvorhaben Literaturblatt für germanische und romanische Philologie Deutsche Literaturzeitung für Kritik der internationalen Wissenschaft Gesundheit Rezension Deutsche Litteraturzeitung Neumann, Fritz Schuchardt, Hugo (1886) Schuchardt, Hugo (1886) Schuchardt, Hugo (1887)

Zitiervorschlag: Hugo Schuchardt an Graziadio Isaia Ascoli (080-B5_45). Graz, 06. 11. 1886. Hrsg. von Klaus Lichem und Wolfgang Würdinger (2013). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.1208, abgerufen am 02. 02. 2023. Handle: hdl.handle.net/ 11471/518.10.1.1208.


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Graz, 6 Nov. '86.

Wenn auch, verehrtester Freund, Ihr Bildniss in der Rolle eines Mahners auftritt, so ist es mir doch von Herzen willkommen und danke ich Ihnen vielmals dafür. Schon längst hätte ich Sie um eine solche Gabe gebeten wenn ich nicht wüsste dass grosse Männer mit ihren Photographieen oft sehr eigen sind.

Dass ich in den letzten Wochen kein Lebenszeichen von mir gegeben habe, liegt daran dass ich zu Beginn des Wintersemesters von sehr mannigfachen Dingen, und |2|zwar zum Theil solchen die von den "Lautgesetzen" weit abliegen, in Anspruch genommen worden bin. Als ich neulich von Fritz Neumann1 wegen meiner Äusserung, ich hätte mich in die "Deutsche Literaturzeitung" (s. Nyrop, Jespersen)2 flüchten müssen, zur Rede gestellt wurde, fragte ich ihn ob er denn z. B. eine Anzeige Ihrer "Nachschrift" aus meiner Feder annehmen würde, Er erwiderte, er würde das sehr gern thun, und nun beabsichtigte ich denn dort mich über die so überaus wichtige Kundgebung die von Ihnen in dieser Angelegenheit erfolgt ist, zu äussern. Leider |3|ist dies, in Folge der eben berührten Umstände, sowie auch der Ihnen ja bekannten bei mir so häufig eintretenden nervösen Thatenlosigkeit, bis jetzt noch nichts geschehen. Neues und Gutes werden Sie aus meiner Recension3 nicht weiter erfahren; und dass ich mit Bewunderung Ihre Einzelausführungen gelesen und mich bezüglich der Principien der wesentlichen Uebereinstimmung zwischen uns erfreut habe, das brauche ich kaum wohl privatim zu versichern.

Mit herzlichem Grusse
Ihr ganz ergebener

HUGO SCHUCHARDT


1 Fritz Neumann (1854 - 1934), Romanist, Mitherausgeber der Zeitschrift Literaturblatt für germanische und romanische Philologie.

2 Vgl. dazu Hugo Schuchardt: Kristoffer Nyrop, Adjektivernes Konsbojning i de romanske sprog, in: Deutsche Litteraturzeitung 7 (1886), 1201-1202 (Brevier-/Archivnr. 196); Otto Jespersen, Tilspörgsmalet om lydlove - Jakob Hornemann Bredsdorff, Om Aarsagerne til Sprogenes Forandringer, in: Deutsche Litteraturzeitung 7 (1886), 1556-1559 (Brevier-/Archivnr. 197).

3 Hugo Schuchardt: Due recenti lettere glottologiche e una poscritta nuova, di G. J. Ascoli, in: LB 8 (1887), 12-26 (Brevier-/Archivnr. 202).

Faksimiles: Die Publikation der vorliegenden Materialien im „Hugo Schuchardt Archiv” erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Biblioteca dell'Accademia Nazionale dei Lincei e Corsiniana www.lincei.it. (Sig. B5_45)