Arthur Haberlandt an Hugo Schuchardt (01-04258)
an Hugo Schuchardt
Unbekannt
Deutsch
Zitiervorschlag: Arthur Haberlandt an Hugo Schuchardt (01-04258). Wien. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2023). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.11594, abgerufen am 21. 01. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.11594.
MUSEUM FÜR VOLKSKUNDE
Wien 192?
Sehr geehrter Herr Hofrat!
Mit bestem Dank für Ihr freundliches Schreiben vom 16/XI erlaube ich mir im Auftrage meines Vaters mitzuteilen, daß die Basken-Sammlung des Dr. R. Trebitsch1 baldmöglichst von uns publiziert werden soll und wir werden nicht ermangeln, Ihnen diese alles irgendwie Belangreiche enthaltende Veröffentlichung zu überreichen. Wenn die Basken-S. nach wie vor unser Stolz ist, bezieht sich dies wie bei allen unseren |2| vergleichend aufgebauten Materialien durchaus nicht auf nationale Eigenart – eine solche habe ich in meinem aus der Schule meines Vaters hervorgegangenen Arbeiten auch für die Bretagne oder die Balkanländer nie geltend gemacht, wohl aber auf die systematische Vollständigkeit der Erhebungen und aufgesammelten Typenreihen. Sie allein wird uns befähigen, jene kulturellen und formengeschichtlichen Leitlinien aufzuzeigen, ohne die die bisherige Forschung, weil sie eben immer nur auf „spezifisch-baskisches“ losging, überhaupt kein Verständnis noch auch die sachliche Befähigung aufzuweisen hatte.
In vorzüglicher Hochachtung
DrAHaberlandt
1 Rudolf Trebitsch (1876-1918), österr. Kelitst u. Baskologe; vgl. HSA 1759-11780. – Vgl. Trebitsch, Baskische Sprach- und Musikaufnahmen, ausgeführt Sommer 1913, Wien: In Komm. bei Alfred Holder, 1914. Die hier erwähnte ethnographische Sammlung ist aber von nicht besonders hervorragendem Wert (vgl. Hurch 2009 [Zum Verständnis und Unverständnis von Rudolf Trebitsch. Der Beitrag eines Ethnologen zur Baskologie. in: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde LXIII (112.1): 5-70.]).
