Raul de la Grasserie an Hugo Schuchardt (06-06138)
an Hugo Schuchardt
18. 06. 1892
Deutsch
Zitiervorschlag: Raul de la Grasserie an Hugo Schuchardt (06-06138). Rennes, 18. 06. 1892. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2020). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.11084, abgerufen am 13. 04. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.11084.
Rennes, 18 Juni 92
Hochgeehrter Herr Doctor,
Ich danke Ihnen sehr für Ihre gütige und gelehrte Zusendung, und auch daß Sie mich in ihrer Schrift erwähnen wollten.1
Ich sende Ihnen heute ein Werkchen über la possibilité et les conditions d’une langue internationale.2 Es ist zwar kein streng wissenschaftlicher Gegenstand aber ich trachtete ihn psychologischer Weise zu behandeln.
Wollen Sie, hochgeehrter Herr Doctor, meinen Dank wieder und die Versicherung meiner besten Empfindungen annehmen
Ihr ganz ergebener
Raoul de la Grasserie
1 Kein Nachweis.- Ein späte Anerkennung lässt ihm Schuchardt jedoch gleich zu Beginn von „Exkurs zu Sprachursprung III“, 1921, S. 194, Anm. 1 angedeihen (Mitteilung vom 22. Juli 1920): „Die sehr verbreitete Überschätzung des Stofflichen führt leicht zu Ungerechtigkeit. Das gilt z. B. mit Bezug auf RAOUL DE LA GRASSERIE, den man gern mit geringschätziger Miene als Polyhistor, als Vielschrieber bezeichnet. Aber er hat eine Eigenart, mag sie uns zusagen oder nicht; in dem Übermaß von Klassifikationen und Definitionen, in dem ganzen summarischen Verfahren scheint sich übrigens seine Angehörigkeit zum Richterstand zu bekunden usw.“
2 De La Grasserie, De la possibilité et des conditions d’une langue internationale, Paris: J. Maissonneuve, 1892 (La Grasserie: Études de grammaire comparée; [13]).
