Zsigmond Simonyi an Hugo Schuchardt (70-10652)

von Zsigmond Simonyi

an Hugo Schuchardt

Budapest

29. 01. 1915

language Deutsch

Schlagwörter: Magyar Nyelvörlanguage Deutschlanguage Ungarisch Herman, Otto Schuchardt, Hugo (1915) Herman, Ottó (1914) Simonyi, Zsigmond (1915) Castelli, Ignaz Franz (1847)

Zitiervorschlag: Zsigmond Simonyi an Hugo Schuchardt (70-10652). Budapest, 29. 01. 1915. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2020). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.10985, abgerufen am 16. 04. 2024. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.10985.


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Ihr Haupt ist, verehrter Herr Hofrat.

Mit frischem Lorbeer geschmückt.

Die portugiesischen Stanzen, 1

Die haben uns alle entzückt.

Zum neuen Jahr wünschen wir Ihnen

Mit dankbar ergebenem Herzen:

Sie mögen frisch weiter dichten

Und ohne viel Nervenschmerzen!

Familie Simonyi

Verzeihen Sie das harte Wort! Wenn man aber ein schönes Gedicht liest, so kommt man selbst in eine halbwegs dichterische Stimmung und wird in Versuchung geführt. In meiner Jugend hab ich ungarische Gedichte ins Deutsche und deutsche ins Ungarische übersetzt.

Sie werden, verehrter H. Hofrat, nun |2| wohl schon die Nachricht von Otto Hermans Ableben erhalten haben.2 Einige Tage vor seinem Tod hat er noch einen starken Band erscheinen lassen,3 den ich im Januarheft des Nyv. anzeige4 – mit der durch die Umstände gebotenen Dämpfung des Tones. Der Band enthält eine ziemlich saloppe Zusammenstellung sehr lückenhafter und ungenügend kontrollierter Wortsammlungen. –

Sonst ist es unsere tägliche Beschäftigung zu warten, was für Kunde uns der nächste Tag bringen wird. Ich bin Optimist und erwarte immer das beste.

Dasselbe wünsche ich Ihnen mit ergebenstem Gruss Ihr
S. Simonyi

Nachschr. Ich hatte keine Idee, was Mering bedeutet, diese nun fand ich in Castellis Wb. der Ma. in Öst.5: „die Mering, der Auslauf einer Retirade; der Meringrama, derjenige, welcher diesen Auslauf reinigt“.6


1 Schuchardt, An die Portugiesen.Deutscher Neujahrsgruß. Graz: Leuschner & Lubensky, 1915.

2 Ottó Hermann (1835-1914), ungar. Naturforscher, am 27. Dezember 1914 in Budapest verstorben.

3 Herman, A magyar pásztorok nyelvkincse a magyarok nagy ösfoglalkozása, Budapest: Hornyánszky, 1914; XVI, 798 S. [=Der Sprachschatz der ungarischen Hirten. (Sachl. geordn. Wortverzeichnisse, m. Berücks. d. slowak. u. rumän. Beziehungen. Beilagen: Sprichwörter, Redensarten. Ungar. Ausdrücke des Fischfangs].

4 Simonyi, „Herman Ottó“, Magyar Nyelvőr 1915, 34-36.

5 Ignaz Franz Castelli, Wörterbuch der Mundart in Oesterreich unter der Enns: eine Sammlung der Wörter, Ausdrücke und Redensarten, welche von der Hochdeutschen Sprache abweichend, dem niederösterreichischen Dialekte eigenthümlich sind, sammt beigefügter Erklärung, und, so viel möglich, auch ihrer Abstammung und Verwandtschaft, beigegeben grammatische und dialektologische Bemerkungen über diese Mundart überhaupt. Ein Hülfsbuch, um den Oesterreicher über seine Nationalsprache aufzuklären, und Fremden dieselbe verständlich zu machen, Wien: In Commission bei Tendler, 1847.

6 Das DWB Bd. VI, Sp. 1898, Z. 70 klärt auf: „mehrung f.: im österreichischen und in andern oberdeutschen gegenden ein kanal oder kloake, zu abführung der unreinigkeiten, eine abzucht“.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 10652)