Otto von Zwiedineck an Hugo Schuchardt (02-13172) Otto von Zwiedineck Frank-Rutger Hausmann Institut für Sprachwissenschaft, Karl-Franzens-Universität Graz Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities, Karl-Franzens-Universität Graz GAMS - Geisteswissenschaftliches Asset Management System Creative Commons BY-NC 4.0 2022 Graz o:hsa.letter.10694 02-13172 Hugo Schuchardt Archiv Herausgeber Bernhard Hurch Karl-Franzens-Universität Graz Österreich Steiermark Graz Karl-Franzens-Universität Graz Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen 13172 Otto von Zwiedineck Papier Brief 4 Seiten Karlsruhe 1912-02-02 Hugo Schuchardts wissenschaftlicher Nachlass (Bibliothek, Werkmanuskripte und wissenschaftliche Korrespondenz) kam nach seinem Tod 1927 laut Verfügung in seinem Testament als Geschenk an die UB Graz. Frank-Rutger Hausmann 2020 Die Korrespondenz zwischen Otto von Zwiedineck und Hugo Schuchardt Hugo Schuchardt Archiv Bernhard Hurch Die Datenmodellierung orientiert sich am DTA-Basisformat, ediarum und der CorrespDesc-SIG. Das auf DTABf-Modellierungsschema wurde für die Zwecke des Projektes angepasst und befindet sich unter Hugo Schuchardt Archiv Das Hugo Schuchardt Archiv widmet sich der Aufarbeitung des Gesamtwerks und des Nachlasses von Hugo Schuchardt (1842-1927). Die Onlinepräsentation stellt alle Schriften sowie eine umfangreiche Sekundärbibliografie zur Verfügung. Die Bearbeitung des Nachlasses legt besonderes Augenmerk auf die Erschließung der Korrespondenz, die zu großen Teilen bereits ediert vorliegt, und der Werkmanuskripte. Rollen-Taxonomie Datumstaxonomie Thesaurustaxonomie Otto von Zwiedineck Karlsruhe 1912-02-02 Hugo Schuchardt Germany Karlsruhe Karlsruhe 8.40444,49.00937 Korrespondenz Otto von Zwiedineck - Hugo Schuchardt Korrespondenz Wissenschaft Sprachwissenschaft Brief Deutsch Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Hochverehrter lieber Freund! Ich bin zwar durch eine dreiwöchentliche hartnäckige komplizierte Influenza-Erkrankung jetzt bei Wiederaufnahme meiner Tätigkeit so arg in der Arbeitsklemme, dass ich es rechtfertigen könnte, meine Glückwünsche in kürzerer, drahtlicher Form zu übermitteln, aber ich kann mich dennoch nicht dazu entschließen, schon aus dem Grunde weil ich leider über keine andere Form verfüge um Dir zu beweisen, dass ich mich nur zu gern über die einfache Aufmerksamkeit hinausschwingen möchte. Aber das geht wirklich gar nicht. Und Schuld daran trägst Du selbst, denn Du lebst derart schlicht, so ohne markante in die Aussenwelt dringende Eigenheiten, dass selbst dem herzlich wollenden Freund kein Hebel dargeboten ist, Dich in aussergewöhnlicher Weise zu feiern. Du musst nun selbst das Deinige dazu beitragen und glauben, dass neben den feierlich gratulierenden gelehrten Akademien, Körperschaften und Vereinen so ganz heimlich sich in die Ecke drückend ein bescheidener Gratulant nur allzu gern mit ganz andern Mitteln dartun möchte, wie er von früher Jugend mit voller Verehrung an dem forschen Professor, berühmtem Gelehrten und liebenswürdigen, heiteren guten Menschen gehangen hat, wie es ihn geehrt und stolz gemacht hat, als der bewunderte und verehrte große Gelehrte ihm das freundschaftliche Du angeboten hat und wie sehr es ihm leid tut, dass er nicht zu des grossen Mannes Schülern zählt, um zu seinem Ehrentage mit Jubelrufe den Ruhm des gelehrten und damit auch des guten, vornehmen Menschen der weiteren Welt ins Bewusstsein zu bringen. Als ich zu Neujahr an Gotha vorbeifuhr, da drängte es sich mir auf, dass Deine Zurückgezogenheit eine Verwandtschaft mit dem bescheidenen aber allem Anschein nach dort recht werktätigen Städtchen hat. Mögest Du die Überzeugung in Dir tragen, dass wie Deine Vaterstadt in einem Kreise anderer ähnlicher Städtchen steckend, auch Du trotz äusserlicher Einsamkeit umgeben bist von einer großen Zahl Dich herzlich verehrender hoch schätzender, gleichgesinnter Freunde – nur mit dem Zusatz aber möchte ich diesen in manchem Knochen gewiss gebrechlichen Vergleich schließen, daß Du dabei auch an Freunde in größerer Entfernung denken mögest. In unwandelbarer Verehrung auch meiner Frau herzliche Glückwünsche übermittelnd Dein dankbar ergebener Otto Zwiedineck Karlsruhe 2.II 1912.