Meringer Sammlung

Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie

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Hallstattzeitlicher Wandbewurf (Schlacke, Hüttenlehm)

Datierung:Hallstattzeit
Fundort:Großweikersdorf, Österreich
Beschreibung:Bruchstück, poröses Material. Oberfläche weißlich-schwarzgrau. Vor allem an den Bruchstellen erscheinen blasige, große Poren, dunkelgrau bis rötlich glänzend. Diente der Wandverkleidung bei Holzbauten. Bei großer Hitze verbrannt.
Verwendungskontext:Ur- und Frühgeschichte
Material:Keramik
Farbe:Oberfläche weißlich-schwarzgrau
Inventarnummer:A:4a
Standort:Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie, Depot, Kiste 4 u 11
Verknüpfungen:A:4b
A:4c
A:4d
A:4f
Literatur:Rudolf Meringer: Das deutsche Haus und sein Hausrat. Leipzig 1906., S. 45., Fig. 62.
Beilage:Rudolf Much, Brief vom 29.3.1905.
Text: "Lieber Freund! Du wirst wohl ein wenig erstaunt sein über die "Tonware", die heute an dich abgeht. Ich will sie Dir schon seit mehr als acht Tagen schicken, mußte aber warten bis sie trocken war. Die Wandbewurfstücke kommen aus einer Abfallsgrube in Groß-Weikersdorf. Die mitgefunden Scherben legte ich bei, weil sie eine Zeitbestimmung (Hallstattzeit) zulassen. Wenn du den Krempel nicht brauchen kannst, schmeiß ihn einfach weg. Schade nur, daß du nicht mitwarst, als ich ihn fand: diese Gruben mit ihren merkwürdigen Formen sollten einmal besonders untersucht werden. Zunächst photographiert! Ich fahre wahrscheinlich am Freitag über Stralsund nach Kopenhagen. Daß ich dann etwa von 15. Aug. - 15. Sept. in Nußdorf sein werde oder doch von dort aus die A....burg unsicher machen werde, ist mindestens sehr wahrscheinlich. Wenn Ihr dann auch dort wäret, wäre das zu schön. Das Gasthaus in Nußdorf ist recht empfehlenswert, wenn auch selbstverständlich in einem Ort, der von Fremden gar nicht aufgesucht wird, weil auf Abwechslung der Gerichte nicht gerechnet werden darf. Ich war aber mit Zubereitung der Speisen, Größe der Portionen und mit den Preisen sehr zufrieden. Auch gewohnt hab ich gut. Ich will übrigens über einige Fragen noch Erkundigungen einholen, unter anderm, ob wirklich, wie ich hörte, jetzt ein Arzt im Orte ist. Du würdest in der Gegend viel interessantes finden; auch landschaftlich ist sie reizend, nur ist der Wald immerhin nicht dicht beim Ort. Dafür steht aber dieser selbst ganz im Grünen. Über die Situation würdest Du Dich übrigens auch aus der Generalstabskarte leicht aufklären können. In der "Dichten" ist ein kleiner Bade...., dessen Benützung nichts kostet. Über Rottenmann nächstens. Mit herzl. Grüßen Dein Rudolf Much."
Permalink:http://gams.uni-graz.at/o:ges.a-4a
Handle:hdl.handle.net/11471/517.10.159
Lizenz:Creative Commons BY-NC-SA 4.0