Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Vallabneihiae

CF-GeI-99

VALLAṂ̂ẸṆẸỊ

HIABVS

IVLIA GENETI

F · LELLA

  5 EX · IMPERIO

Vallamenei-

hiabus

Iulia Geneti

f(ilia) Lella

  5 ex imperio

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: vor Z.1: [Matronis?] – Galsterer/Galsterer 1975, Galsterer/Galsterer 2010, KIK 2012, EDH; [Matronis] – Scheungraber, Ferlut; Z.1: die unterstrichenen Buchstaben in Z.1-5 sind heute nicht mehr erhalten, sie werden nach ILS und CIL wiedergegeben; Vallamnei – ILS; Vallam̂âenei – CIL; ohne Ligatur – Espérandieu, Galsterer/Galsterer 1975, Galsterer/Galsterer 2010, KIK 2012
Z. 3: Iulia [---]geneti – Galsterer/Galsterer 2010, KIK 2012
Z. 4: Zeilenwechsel fehlt nach Lella – Galsterer/Galsterer 2010, KIK 2012
Übersetzung Deutsch

Für die Vallameneihiae!
Iulia Lella, Tochter des Genetus, auf (deren) Geheiß.

Übersetzung Englisch

To the Vallameneihiae!
Iulia Lella, the daughter of Genetus, by (their) order.

Autopsie

non vidimus
Lesung gründet auf: Photo, CIL und Galsterer/Galsterer 1975

Editionen und LesungenILS 4810 mit add.
CIL XIII 8228
Espérandieu VIII 6500
Galsterer/Galsterer 1975, Nr.111
Galsterer/Galsterer 2010, Nr.162
KIK 2012, Nr.178
Scheungraber 2020, 578 Nr.3
Ferlut 2022, Nr.592
Elektronische Ressourcen HD075396 (Version vom 29. April 2019) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-01200066 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415273 (zuletzt aufgerufen am 26. Juli 2021) (Trismegistos)
Fundort antikCCAA
Fundort modern Köln
Fundstelle

Unter Fettenhennen 8

VerwahrungKöln, Römisch-Germanisches Museum
Inventarnummer325
InschriftträgerWeihestein
MaterialKalkstein
Archäologische Klassifikation Abschrift
Baum
Fragment
Laubbaum
Lorbeer
Reliefschmuck
Beschreibung Objekt

Erhalten ist nur das rechte Randfragment eines Weihesteins, bestehend aus zwei Teilen. Aufgrund des Erhaltungszustandes ist keine Beschreibung von Form und Gestaltung möglich.

Zustand Objekt größeres Fragment
MaßeHöhe: 26,5 cm
Breite: 21,0 cm
Tiefe: 13,5 cm
ursprüngliche Breite: 38 cm
Ikonografie

Laut Literatur (Espérandieu 1922, 384 f.) befindet sich auf der rechten erhaltenen Seitenfläche eine Reliefdarstellung eines Lorbeerbaums mit Früchten.

Inschrift

Von der ursprünglich aufgefundenen Inschrift ist heute nur mehr die rechte Hälfte vorhanden, in ILS und CIL wird aber auch noch die linke Hälfte widergegeben. Die beiden seitlichen Ränder sowie der untere scheinen demnach festzustehen. Ob vor der erhaltenen ersten Zeile noch Text vorhanden war, muss unbeantwortet bleiben.
Die erhaltenen Buchstabenreste in Z.1 können nur mehr mithilfe von CIL gelesen werden.

Zustand Inschriftfeldgrößere Fehlstelle/n
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)3,5 cm
Notabilia Varia

v.1/2: „Vallameneihiabus“ pro „Vallameneihiis“

Kommentar Götternamen

Vallameneihiae: Variante von Vallabneihiae:keltisch mit lautlicher Germanisierung: ,Die Waltenden [Muttergöttinen]‘ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 193f/195f). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Vallabneihiae:
- Germania Inferior: nur in der hier besprochenen Inschrift belegt, doch ist nicht auszuschließen, dass ursprünglich vor der ersten erhaltenen Zeile der Inschrift noch „Matronis“ zu lesen war.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Matronae Vallabneihiae:
- Germania Inferior: Dieses theonymische Formular ist 2x belegt (CF-GeI-97 und 98).
- außerhalb der Germania Inferior: -

Sämtliche Belege stammen vom gleichen Fundplatz in Köln (Unter Fettenhennen 8).

Mit Vlavhinehae (CF-GeI-65) findet sich eine mögliche Variante in Gleich bei Zülpich (ca. 35 Kilometer von Köln entfernt).

Kommentar allgemein

Iulia Geneti f(ilia) Lella: weibliches römisches Namensformular mit Patronym im Genetiv
Iulia: weibliche Form von Iulius: italisches kaiserliches Gentilnomen; überall äußerst gängig; in Germania Inferior besonders häufig belegt (Kakoschke 2006, GN 621)
Genetus: Kakoschke (2007) listet nur das lateinische Cognomen Genetivus (CN 1415) auf, nennt hier aber den Genetiv Geneti.
Lella: germanisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN 1701)

ZitiervorschlagCF-GeI-99, hdl.handle.net/11471/504.50.99
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, EDCS-01200066 (RGM Köln), Rechte vorbehaltenBild 2: Abschrift, CIL XIII 8228, CC BY-NC


Bild 1: Front, EDCS-01200066 (RGM Köln), Rechte vorbehalten
Bild 2: Abschrift, CIL XIII 8228, CC BY-NC