Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Matronae Vallabneihiae

CF-GeI-98

MAT̂RON̂IS

VALABN̂EI

ABVS · Q PR̂I

MIN̂IVS · APP̂I

  5 VS · V · S · L · M

Matronis

Valabnei-

abus Q(uintus) Pri-

minius Appi-

  5 us v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: ohne Ligaturen – ILS, Galsterer/Galsterer 2010, KIK 2012
Z. 2: [V]alabnei – ILS; ohne Ligatur – Galsterer/Galsterer 2010, KIK 2012
Z. 3: ohne Ligatur – ILS, Galsterer/Galsterer 2010, KIK 2012
Z. 4: Ap[l], ohne Ligaturen – ILS, Galsterer/Galsterer 2010, KIK 2012
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Valabneiae!
Quintus Priminius Appius hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Valabneiae!
Quintus Priminius Appius has fulfilled a vow willingly and deservedly.

Autopsie

non vidimus
Lesung gründet auf: CIL

Editionen und LesungenILS 4809 mit add.
CIL XIII 8227
Galsterer/Galsterer 1975, Nr.110
Galsterer/Galsterer 2010, Nr.161
KIK 2012, Nr. 177
Scheungraber 2020, 577 Nr.1
Ferlut 2022, Nr.593
Elektronische Ressourcen HD075395 (Version vom 08. Februar 2019) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-01200065 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415272 (zuletzt aufgerufen am 26. Juli 2021) (Trismegistos)
Fundort antikCCAA
Fundort modern Köln
Fundstelle

Unter Fettenhennen 8

Fundjahr1892
Verwahrungverschollen
InschriftträgerWeihestein
MaterialKalkstein
Archäologische Klassifikation Abschrift
Baum
Reliefschmuck
Beschreibung Objekt

Aufgrund der Überlieferung ist keine Beschreibung von Form und Gestaltung möglich.

MaßeHöhe: 66,0 cm
Breite: 39,0 cm
Tiefe: 15,0 cm
Ikonografie

Laut Literatur ist auf der rechten Seite eine Baumdarstellung vorhanden, allerdings ist der Stein verloren (Galsterer/Galsterer 2010, 152).

Inschrift

In der im CIL gebotenen Abschrift ist der Inschriftentext bis auf eine kleine Bruchstelle links oben als vollständig wiedergegeben.
Ligaturen: s. Majuskeltext. Besondere Zeichen: In Z.1, 3 und 4 wird an mehreren Stellen durch die Verlängerung einer senkrechten Haste eine Ligatur mit I zum Ausdruck gebracht.

Zustand Inschriftfeldweitgehend vollständig
Notabilia Varia

v.2/3: „Valabneiabus“ pro „Valabneiis“

Kommentar Götternamen

Valabneiae: Variante von Vallabneihiae: keltisch mit lautlicher Germanisierung: ,Die Waltenden [Muttergöttinen]‘ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 193f/195f). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Matronae Vallabneihiae:
- Germania Inferior: Dieses theonymische Formular ist 2x belegt (CF-GeI-97 und 98).
- außerhalb der Germania Inferior: -

Vallabneihiae:
- Germania Inferior: 1x belegt (CF-GeI-99)
- außerhalb der Germania Inferior: -

Sämtliche Belege stammen vom gleichen Fundplatz in Köln (Unter Fettenhennen 8).

Mit Vlavhinehae (CF-GeI-65) findet sich eine mögliche Variante in Gleich bei Zülpich (ca. 35 Kilometer von Köln entfernt).

Kommentar allgemein

Quintus Priminius Appius: tria nomina
Priminius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Primus/Priminus (Kakoschke 2006, GN 989)
Appius: lateinisches Cognomen, Weiterbildung des lateinischen Praenomens bzw. Gentilnomens Appius; der Name ist vor allem als Gentilnomen bezeugt (Kakoschke 2007, CN 252).

ZitiervorschlagCF-GeI-98, hdl.handle.net/11471/504.50.98
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Abschrift, CIL XIII 8227, CC BY-NC


Bild 1: Abschrift, CIL XIII 8227, CC BY-NC