Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Gabiae

CF-GeI-96

GABIABVS

VICTOR STI

RRI · S · L · M

Gabiabus

Victor Sti-

rri s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCCAA
Übersetzung Deutsch

Für die Gabiae!
Victor, Sohn des Stirrus, hat (das Gelübde) gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Gabiae!
Victor, the son of Stirrus, has fulfilled (a vow) willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: CIL (aus älterer Literatur)
Editionen und LesungenBroelmann 1608, Tabella III Nr.36
CIL XIII 7940
Elektronische RessourcenEDCS-11100166 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415001 (Trismegistos)
Fundort modern Rövenich
InschriftträgerWeihestein
Archäologische Klassifikation Abschrift
Umzeichnung
Beschreibung Objekt

Aufgrund der Überlieferung ist keine Beschreibung von Form und Gestaltung möglich.

Ikonografie

keine Beschreibung möglich

Inschrift

Dem Inhalt nach zu urteilen, scheint der Inschriftentext mit allen Rändern komplett erfasst zu sein. Allerdings ist nicht mit Sicherheit auszuschließen, dass der Text vor der ersten erhaltenen Zeile abgebrochen ist.

Notabilia Varia

v.1: „Gabiabus” pro “Gabiis”

Kommentar Götternamen

Gabiae: keltisch ‚die Gebenden‘; vgl. auch die Nebenform Gabinae (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 140; de Bernardo Stempel 2005)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Gabiae:
- Germania Inferior: Dieses eingliedrige theonymische Formular ist 5x bezeugt; 1x davon in der Form Gabinae. In CF-GeI-89 werden außerdem Iunones sive Gabiae genannt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Matronae Gabiae:
- Germania Inferior: insgesamt 3x belegt (CF-GeI-87, CF-GeI-93, CF-GeI-94)
- außerhalb der Germania Inferior: -

Iunones Gabiae:
- Germania Inferior: Dieses theonymische Formular ist nur 1x bezeugt (CF-GeI-86). In CF-GeI-89 werden aber außerdem Iunones sive Gabiae genannt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Idb…? Gabia:
- Germania Inferior: Das Votivformular „deae Idbans Gabiae“ ist nur in einer schwer lesbaren Inschrift (CF-GeI-92) belegt. Die Bedeutung und die Nominativform von „Idbans“ sind bislang unbekannt. Schwierigkeiten bereitet auch der Dativ Singular „Gabiae“. Letzteres Problem würde hinfällig, wenn Kamp (1866, 195), der im letzten Buchstaben der zweiten Zeile „nach wiederholter Untersuchung“ ein B gelesen hat, recht hat: Die Auflösung „Gabiab(us)“ läge damit auf der Hand (was auch Lehner 1918, Nr.240 vermutet hat) und es bliebe nur noch zu klären, welche Einzelgottheit davor mit „deae Idbans“ auf der Inschrift angesprochen ist, doch wurde auch hier das „deae“ von Kamp als „deab“ gelesen.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Victor, Stirri (filius): einheimisches Namensformular mit Vatersname im Genetiv
Victor: lateinisches Cognomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2008, CN 3321)
Stirrus: keltisches Cognomen, nur in dieser Inschrift belegt (Kakoschke 2008, CN 2936)

ZitiervorschlagCF-GeI-96, hdl.handle.net/11471/504.50.96
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front, EDCS-11100166, Rechte vorbehalten