Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Gabiae

CF-GeI-91

GABI

ABVS

IVSTVS

QVÎNTI

  5 FIL · V

S · L · M

Gabi-

abus

Iustus

Quinti

  5 fil(ius) v(otum)

s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCCAA
Übersetzung Deutsch

Für die Gabiae!
Iustus, Sohn des Quintus, hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Gabiae!
Iustus, the son of Quintus, has fulfilled a vow willingly and deservedly.

Autopsie

non vidimus


Lesung gründet auf: CIL (aus älterer Literatur)

Editionen und LesungenCIL XIII 7856
Scheungraber 2020, 284 Nr.3
Ferlut 2022, Nr.733
Elektronische Ressourcen HD079850 (Version vom 04. August 2020) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11100080 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/414922 (zuletzt aufgerufen am 26. Juli 2021) (Trismegistos)
Fundstelle

Müddersheim 50.753744 6.662612

VerwahrungPrivatbesitz
InschriftträgerWeihestein
Archäologische Klassifikation Abschrift
Blüte
Pflanzenornament
Rahmen
Ranke
Reliefschmuck
Beschreibung Objekt

Aufgrund der Überlieferung ist keine Beschreibung von Form und Gestaltung möglich.

Ikonografie

Laut CIL Angabe sollen sich auf der rechten Seitansicht Blumen befinden (flores), allerdings ist ihre Gestaltung unklar. Laut Ihm (1887, 144) soll die Inschrift auf drei Seiten von Blattornamenten umgeben sein; man kann daher eine Rahmung annehmen.

Inschrift

Der Text dürfte vollständig überliefert sein.
In Z.4 befindet sich eine Ligatur von I und N mit erhöhter linker senkrechter Haste des N.

Zustand Inschriftfeldvollständig
Notabilia Varia

v.1/2: „Gabiabus“ pro „Gabiis“

Kommentar Götternamen

Gabiae: keltisch: ‚Die Gebenden [Muttergöttinnen]’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 215f). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Gabiae:
- Germania Inferior: Dieses eingliedrige theonymische Formular ist 4x bezeugt. In CF-GeI-89 werden außerdem Iunones sive Gabiae genannt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Matronae Gabiae:
- Germania Inferior: insgesamt 3x belegt (CF-GeI-87, CF-GeI-93, CF-GeI-94)
- außerhalb der Germania Inferior: -

Iunones Gabiae:
- Germania Inferior: Dieses theonymische Formular ist nur 1x bezeugt (CF-GeI-86). In CF-GeI-89 werden aber außerdem Iunones sive Gabiae genannt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Idb…? Gabia:
- Germania Inferior: Das Votivformular „deae Idbans Gabiae“ ist nur in einer schwer lesbaren Inschrift (CF-GeI-92) belegt. Die Bedeutung und die Nominativform von „Idbans“ sind bislang unbekannt. Schwierigkeiten bereitet auch der Dativ Singular „Gabiae“. Letzteres Problem würde hinfällig, wenn Kamp (1866, 195), der im letzten Buchstaben der zweiten Zeile „nach wiederholter Untersuchung“ ein B gelesen hat, recht hat: Die Auflösung „Gabiab(us)“ läge damit auf der Hand (was auch Lehner 1918, Nr.240 vermutet hat) und es bliebe nur noch zu klären, welche Einzelgottheit davor mit „deae Idbans“ auf der Inschrift angesprochen ist, doch wurde auch hier das „deae“ von Kamp als „deab“ gelesen.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Iustus, Quinti filius: einheimisches Namensformular mit Vatersangabe im Genetiv
Iustus: lateinisches Cognomen, überall weit verbreitet (Kakoschke 2007, CN 1651)
Quintus: lateinisches Cognomen (bzw. ein Praenomen); überall gängiger Name (Kakoschke 2008, CN 2530)

ZitiervorschlagCF-GeI-91, hdl.handle.net/11471/504.50.91
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Abschrift, CIL XIII 7856, CC BY-NC


Bild 1: Abschrift, CIL XIII 7856, CC BY-NC