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          <title type="main">Mercurius Gebrinius</title>
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					29274-G25</funder>
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					Austrian Centre for Digital Humanities, Karl-Franzens-Universität
					Graz</orgName>
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        <title ref="https://gams.uni-graz.at/fercan">FERCAN: Fontes Epigraphici Religionum
					Celticarum Antiquarum</title>
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                  <p>Der Aedicula-Altar weist einen schlichten Sockel auf,
									auf dem das nicht gerahmte Inschriftenfeld gleich anschließt.
									Darüber beginnt die architektonisch aufwändig gestaltete Nische
									mit leicht erhabener Standfläche.<lb></lb>Die Aedicula ist links und
									rechts von kunstvoll gestalteten Pilastern begrenzt, deren auf
									der zweistufigen Basis ansetzender Körper im unteren Teil mit
									Blattranken gestaltet ist. Im oberen Teil schließen je zwei
									Felder mit Fries an, dessen genaue Beschaffenheit aufgrund der
									leichten Bestoßungen nicht eindeutig erkennbar ist.<lb></lb>Der
									Giebel ist gebrochen- Das Dach wird durch eine Halbkuppel
									gebildet, die in der Mitte oben mit einem stilisierten
									Muschelschloss schließt. Darüber ist das kleine Giebeldreieck
									mit einer Rosette versehen. Links (noch vorhanden) und rechts
									war der Giebel mit Pulvini bekrönt. Links kann eine Rosette als
									Schmuck in der Polsterrundung vermutet werden. Die Simen des
									Giebels sehen ebenfalls architektonisch gestaltet aus. An den
									Schmalseiten sind die Pulvini mit nicht näher erkennbarem
									Reliefdekor versehen, sowie die Aufsatzplatte mit Relief in
									Peltaform.<lb></lb>Die linke Schmalseite ist nur mehr in der oberen					
				Hälfte erhalten. Der untere Teil ist ausgebrochen und modern mit
									Beton ergänzt.</p>
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									vollständig</ref>
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                  <p>Der Inschriftentext ist fast zur Gänze erhalten, jedoch
									am linken Rand abgebrochen und weist einige Störungen besonders
									in Z.2 und 3 auf.</p>
                  <note type="condition">größere
									Fehlstelle/n</note>
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              <decoNote>
                <p>In der Nische sind drei menschliche Figuren erkennbar.
								Links steht der nackte Merkur (im nur angedeuteten Kontrapost,
								Standbein links, Spielbein rechts) mit dem an der linken Schulter
								festgemachten Mantel, der ihm über den rechten Arm und den Rücken
								hinabfällt. In der rechten Hand hält er den Heroldsstab (Caduceus),
								in der linken einen Geldbeutel. Am bestoßenen Kopf sind die Flügel
								(nach Lehner 1930, 21 Flügelhaube) in Umrissen erkennbar. Links von
								ihm ist ein kauernder oder liegender Widder dargestellt, der anhand
								seiner geschwungenen Hörner und der zottigen Fellgestaltung
								identifiziert werden kann. Laut Lehner ist hier noch eine
								Schildkröte dargestellt (Lehner 1930, 21). <lb></lb> In der Mitte der
								Nische befindet sich ein Thymiaterion, ein Räuchergefäß, mit dem der
								rechts stehende Mann gerade ein Opfer vollzieht. <lb></lb> Er ist mit
								Mantel und knielanger Tunika bekleidet. Vermutlich hat er sich einen
								Teil des Mantels über den Kopf gezogen, der leicht beschädigt ist.
								Der rechte Arm ist angewinkelt, allerdings ist nicht klar erkennbar,
								ob hier ein Gegenstand gehalten wird. Mit der linken Hand wird etwas
								in das Räuchergefäß gegossen oder gelegt. Im Hintergrund des
								Räuchergefäßes ist der Oberkörper einer weiteren männlichen Person
								zu erkennen, die einen eckigen Gegenstand, nach Lehner (1930, 21)
								ein Kästchen, vor der Brust in den Händen hält. Es dürfte sich um
								einen Opferdiener handeln. Der opfernde Mann kann ohne weiteres als
								der in der Inschrift genannte Stifter interpretiert werden. <lb></lb>
								Die rechte Seite ist vollständig erhalten und zeigt ein
								vasenförmiges Gefäß, aus dem eine Ranke mit ausgefransten Blättern
								entwächst. Aus ihrer Mitte scheint ein Teller mit drei Früchten zu
								entstehen. Das Relieffeld ist mit einem einfachen Rahmen versehen.
								<lb></lb> Die Darstellung der linken Schmalseite wird dem rechts
								beschriebenen Motiv vermutlich entsprochen haben, doch fehlt hier
								die untere Hälfte. Vorhanden ist nur noch der obere Teil mit dem aus
								den Ranken emporragenden Teller und den drei Früchten. Auch das
								darüber liegende Relieffeld und die Giebelbekrönung sind aufgrund
								starker Bestoßung nicht eindeutig zu beschreiben.</p>
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							Projekt) </p>
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            <persName subtype="celtic_element" type="divine">
              <ref target="info:fedora/context:fercan.dce.gebrinius" type="context">Gebrinius</ref>
            </persName>
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      <geoDecl datum="WGS84" xml:id="WGS">World Geodetic System</geoDecl>
      <editorialDecl>
        <p>Digitale Repräsentation konform mit EpiDoc: http://epidoc.sourceforge.net</p>
        <p>Majuskel und Minuskel ausgeführt nach Leidener Klammersystem, Majuskel bildet
					Inschrift originalgetreu ab, Minuskel enthält editorische Hinzufügungen</p>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Die keltischen Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania
					Inferior. Eine Fallstudie zu Religion im Kontext von Kulturkontakt und
					Kulturtransfer (FWF – Projekt P 29274-G25 )</p>
        <p>Das Forschungsprojekt beabsichtigt, sämtliche keltischen Götternamen, die sich in
					lateinischen Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior erhaltenen
					haben, zusammenzustellen und auszuwerten. Die gewählte Quellengrundlage
					erscheint besonders geeignet Erscheinungsformen zu untersuchen, welche auf
					religiöser Ebene durch das Zusammentreffen von verschiedenen kulturellen
					Einflüssen entstanden sind. Diese sind hier einerseits definiert durch die
					Verwendung der keltischen Sprache, andererseits durch die lateinische Sprache
					und durch Formen aus dem Inneren des Imperium Romanum, die man mit dem Etikett
					„römisch“ versehen kann. Das Interesse gilt dabei nicht nur religiösen, sondern
					auch damit verbundenen gesellschaftlichen Aspekten und den entsprechenden
					Mentalitäten. Doch soll damit auch zu einem verbesserten Gesamtbild der
					Provinzialreligion in Niedergermanien beigetragen werden.<lb></lb> Die
					Abschlusspublikation wird ergänzt um einen ausführlichen
					sprachwissenschaftlichen Kommentar (von Patrizia de Bernardo Stempel) in der
					Reihe ‚Corpus - F.E.R.C.AN. (Fontes epigraphici religionum Celticarum
					antiquarum)‘ erscheinen. </p>
      </projectDesc>
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        <language ident="la">Latein</language>
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            <item>
              <ref target="info:fedora/context:fercan.dedication.votum_solvit_libens_merito" type="context">votum
							solvit libens merito</ref>
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              <ref target="info:fedora/context:fercan.dedication.pro_se_et_suis_omnibus" type="context">pro se et suis
							omnibus</ref>
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      <desc>Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC</desc>
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      <desc>links, CIL XIII Projekt, CC BY-NC</desc>
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      <desc>rechts, CIL XIII Projekt, CC BY-NC</desc>
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      <ab>
        <ref target="info:fedora/context:fercan" type="context">FERCAN</ref>
        <ref target="info:fedora/context:fercan.inferior" type="context">Germania Inferior</ref>
      </ab>
      <div subtype="editions" type="bibliography">
        <listBibl>
          <bibl xml:id="LIT.1">Lehner 1930, Nr.48</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.2">Nesselhauf 1937, Nr.194</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.3">Espérandieu XI 7773</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.4">Bauchhenß 2014, 175 Nr.96</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.5">Scheungraber 2020, 296 Nr.10</bibl>
        </listBibl>
      </div>
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            <idno>EDCS-11202319</idno>
            <date>zuletzt aufgerufen am 24.
						Februar 2020</date>
          </bibl>
          <bibl type="trismegistos">
            <idno>www.trismegistos.org/text/419755</idno>
            <date>zuletzt aufgerufen am 26. Juli 2021</date>
          </bibl>
        </listBibl>
      </div>
      <div subtype="diplomatic" type="edition" xml:id="majuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><orig><lb n="1"></lb>DEO MERCVRIO GEBR <lb n="2"></lb> 
INNI<unclear>O</unclear> MARCVS VLPI <lb n="3"></lb>
<gap quantity="1" reason="lost" unit="character"></gap>S GRATVS VOTVM <lb n="4"></lb> 
<gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>LVIT LIBENS MERIT <lb n="5"></lb> 
<gap quantity="1" reason="lost" unit="character"></gap> PRO SE ET SVIS OM <lb n="6"></lb> 
NIBVS</orig></ab></div>
      <div subtype="normalised" type="edition" xml:id="minuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><lb n="1" xml:id="MIN.1"></lb>Deo Mercurio Gebr
<lb break="no" n="2" xml:id="MIN.2"></lb>innio Marcus Ulpi
<lb break="no" n="3" xml:id="MIN.3"></lb><supplied reason="lost">u</supplied>s Gratus votum
<lb n="4" xml:id="MIN.4"></lb><supplied reason="lost">so</supplied>lvit libens merit
<lb break="no" n="5" xml:id="MIN.5"></lb><supplied reason="lost">o</supplied> pro se et suis om
<lb break="no" n="6" xml:id="MIN.6"></lb>nibus</ab></div>
      <div type="translation" xml:lang="de">
        <p>Für den Gott <rs type="divine">Mercurius Gebrinnius!</rs>
          <lb></lb> Marcus Ulpius
					Gratus hat das Gelübde nach erwiesener Wohltat gerne und verdientermaßen für
					sich und alle die Seinen erfüllt.</p>
      </div>
      <div type="translation" xml:lang="en">
        <p>To the god <rs type="divine">Mercurius Gebrinnius!</rs>
          <lb></lb> Marcus Ulpius
					Gratus has fulfilled a vow willingly for himself and all his family.</p>
      </div>
      <div type="apparatus">
        <app loc="#MIN.2 #MAJ.2">
          <note>Alpi – Lehner, Espérandieu; in{n}io – Scheungraber</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.3 #MAJ.3">
          <note>Grat[u]s – Lehner, Espérandieu</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.4 #MAJ.4">
          <note>Ende: merit(o) – Lehner, Espérandieu; meri – Bauchhenß</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.5 #MAJ.5">
          <note>[to] – Bauchhenß; am Anfang der Zeilen: pro – Lehner, Espérandieu</note>
        </app>
      </div>
      <div subtype="general" type="commentary">

        <p>Marcus Ulpius Gratus: tria nomina <lb></lb> Ulpius: überall gängiges, italisches,
					kaiserliches Gentilnomen (Kakoschke 2006, GN 1329) <lb></lb> Gratus: lateinischer
					Übersetzungsname nach keltischer Vorlage; als solcher von Mullen (2008, 76)
					erwiesen in einer Widmung an die <rs type="divine">Aufaniae</rs> in Jülich;
					überall gängiges lateinisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN 1464)</p>
      </div>
      <div subtype="deity" type="commentary">
        <p>
          <rs type="divine">Gebrinnius:</rs> Variante von <rs type="divine">Gebrinius:</rs> keltisch: ‚Der Gott mit dem Widder‘ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 138f). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die 
Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die 
sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle 
Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet 
wurden.) </p>
        <p> Vorkommen in theonymischen Formularen: </p>
        <p>
          <rs type="divine">Mercurius Gebrinius</rs>: <lb></lb> - Germania Inferior: 10x
					belegt (CF-GeI-1 bis CF-GeI-10). Alle Zeugnisse stammen aus Bonn. Die Variante
					mit -nn- ist nur in dieser Inschrift mit Sicherheit belegt. <lb></lb> - außerhalb
					der Germania Inferior: - </p>
      </div>
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        <link target="#MAJ.1 #MIN.1"></link>
        <link target="#MAJ.2 #MIN.2"></link>
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