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          <title type="main">Matres Octocannae</title>
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          <resp>Archäologische Beschreibung und geografische Daten</resp>
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            Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
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          <orgName>GAMS -
            Geisteswissenschaftliches Asset Management System</orgName>
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        <date when="2020">2020</date>
        <pubPlace>Graz</pubPlace>
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        <title ref="https://gams.uni-graz.at/fercan">FERCAN: Fontes Epigraphici Religionum
          Celticarum Antiquarum. Die keltischen Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz
          Germania Inferior</title>
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          <resp>Projektleitung</resp>
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            <forename>Wolfgang</forename>
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            <idno>1977/11</idno>
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            <summary>Weihinschrift</summary>
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                  <p>Der einfache Sockel ist in der linken Ecke ein kleines bisschen, in der
                    rechten Ecke zu einem größeren Stück abgebrochen. Der Altarkörper mit dem nicht
                    gerahmten Inschriftenfeld ist durch einen vorspringenden Grat von der Aedicula
                    getrennt, von der die unteren Reste der Pilaster zu beiden Seiten und das
                    Götterbild mit den drei Matres erhalten ist. Die Pilaster stehen auf einer
                    dreistufigen Basis.<lb></lb>Der Rest der Aedicula ist in stark bestoßenem Zustand
                    vorhanden. Die Bekrönung dürfte zwei Pulvini beinhaltet haben, am Aufsatz selbst
                    liegt ein rundes Objekt.</p>
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                  Fehlstelle/n</ref>
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                  <p>Der Inschriftentext ist fast vollständig erhalten. Er ist stark
                    abgerieben und am linken Rand von Z.3 bis 9 nicht mehr lesbar. Am Beginn von Z.5
                    und 6 sind nur eine nach links gebauchte Rundung und eine senkrechte Haste
                    erkennbar; sie können als C bzw. I gelesen werden, aber auch andere Lesungen
                    sind denkbar; in beiden Zeilen scheinen sich anschließend Reste eines A erhalten
                    zu haben. Ligaturen: s. Majuskeltext – besondere Zeichen: In Z.2 findet sich
                    eine Ligatur von I und N mit Erhöhung der linken senkrechten Haste des N (H: 4,5
                    cm) und ein kleines V (H: 2,0 cm); in Z.5 eine Ligatur von N und I mit Erhöhung
                    der rechten senkrechten Haste des N (H: 4,4 cm)</p>
                  <note type="condition">
                    <ref target="info:fedora/context:fercan.condition-i.weitgehend_vollstaendig" type="context">weitgehend vollständig</ref>
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                <desc type="execution">gemeißelt</desc>
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                <p>Die drei sitzenden, in der Inschrift als <rs type="divine">Matres</rs>
                  bezeichneten Frauen folgen dem Darstellungsschema der drei Matres. Die beiden
                  äußeren tragen die voluminöse Haube, wenngleich sie etwas flacher und nicht so
                  hoch gerundet auf ihrem Kopf sitzt. Auffällig ist das Vorhandensein von deutlich
                  erkennbaren Nadeln, die die Haube an beiden Seiten festzuhalten scheinen. Die
                  Gesichter sind in groben Zügen nachvollziehbar, z.B. sind die groß wirkenden Augen
                  klar erkennbar. Die mittlere Matrone trägt das Haar offen; es fällt ihr in zwei
                  dicken Strängen zu beiden Seiten auf die Schultern. <lb></lb> Der weite, schwere
                  Mantel wird in Brustmitte von einer Spange gehalten und wirft besonders bei den
                  Knien auffallende Falten. Die langen Kleider der Matres reichen bis zu ihren
                  Füßen, die leicht verwittert wirken. Auf dem Schoß halten alle drei vermutlich
                  einen Korb, jedoch ist nichts Genaues erkennbar. Um den Hals tragen die Matres
                  Ketten, die ein Lunula-Anhänger ziert. Der Halsschmuck wirkt ebenso wie die
                  Gesichter grob und teigig. <lb></lb> Die Sitzbank ist zwar durchgehend, besitzt aber
                  keine sichtbare Lehne. Im Allgemeinen wirkt die Darstellung klobig und
                  niedergedrückt. Dennoch sind die äußeren Matres der mittleren zugewandt, d.h.
                  durch diese vorgetäuschte Rundung entsteht der Eindruck der Räumlichkeit. Die
                  Nische und die Figuren sind nicht besonders tief in den Stein gearbeitet. <lb></lb>
                  Auf der rechten Seitansicht, laut Rüger (1981, 320-304), ist eine barhäuptige
                  Opferdienerin zu sehen, mit langen Haaren und von ihren Händen herabhängenden
                  Girlanden. Sie steht auf einem Kapitell bzw. Akanthusbaluster – ebenso ist der
                  links zu sehende Opferdiener dargestellt. Unter der Dienerin ist des Weiteren eine
                  diagonale Hasta (bzw. eher eine Lanze oder ein Speer) hinter einem Rundschild
                  (parma) zu sehen, unter dem Diener ist eine Herkules-Keule erkennbar. Die
                  Bildnisse von Opferdienerin und Opferdiener sind von zwei Pilastern ohne Dekor
                  eingerahmt, während die Reliefregister darunter nur einen einfachen schmalen
                  Rahmen aufweisen.</p>
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              <p>Hafen von
                Krefeld, im Bereich des Auxiliarlagers Gelduba</p>
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              <note>stammt aus der spätrömischen Befestigung des Auxiliarkastells von
                Gelduba</note>
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            <persName subtype="celtic_element" type="divine">
              <ref target="info:fedora/context:fercan.dce.octocannae" type="context">Octocannae</ref>
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              <roleName type="military">
                <ref target="info:fedora/context:fercan.person.military.miles" type="context">miles</ref>
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      <geoDecl datum="WGS84" xml:id="WGS">World Geodetic System</geoDecl>
      <editorialDecl>
        <p>Digitale Repräsentation konform mit EpiDoc: http://epidoc.sourceforge.net</p>
        <p>Majuskel und Minuskel ausgeführt nach Leidener Klammersystem, Majuskel bildet Inschrift
          originalgetreu ab, Minuskel enthält editorische Hinzufügungen</p>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Die keltischen Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior.
          Eine Fallstudie zu Religion im Kontext von Kulturkontakt und Kulturtransfer (FWF – Projekt
          P 29274-G25 )</p>
        <p>Das Forschungsprojekt beabsichtigt, sämtliche keltischen Götternamen, die sich in
          lateinischen Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior erhaltenen haben,
          zusammenzustellen und auszuwerten. Die gewählte Quellengrundlage erscheint besonders
          geeignet Erscheinungsformen zu untersuchen, welche auf religiöser Ebene durch das
          Zusammentreffen von verschiedenen kulturellen Einflüssen entstanden sind. Diese sind hier
          einerseits definiert durch die Verwendung der keltischen Sprache, andererseits durch die
          lateinische Sprache und durch Formen aus dem Inneren des Imperium Romanum, die man mit dem
          Etikett „römisch“ versehen kann. Das Interesse gilt dabei nicht nur religiösen, sondern
          auch damit verbundenen gesellschaftlichen Aspekten und den entsprechenden Mentalitäten.
          Doch soll damit auch zu einem verbesserten Gesamtbild der Provinzialreligion in
          Niedergermanien beigetragen werden.<lb></lb> Die Abschlusspublikation wird ergänzt um einen
          ausführlichen sprachwissenschaftlichen Kommentar (von Patrizia de Bernardo Stempel) in der
          Reihe ‚Corpus - F.E.R.C.AN. (Fontes epigraphici religionum Celticarum antiquarum)‘
          erscheinen. </p>
      </projectDesc>
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        <language ident="la">Latein</language>
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            <item>
              <ref target="info:fedora/context:fercan.dedication.ex_iussu_ipsarum" type="context">ex iussu
                ipsarum</ref>
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              <ref target="info:fedora/context:fercan.dedication.pro_se_et_suis" type="context">pro se et
                suis</ref>
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              <ref target="info:fedora/context:fercan.dedication.vota_solverunt_libentes_merito" type="context">vota solverunt
                libentes merito</ref>
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        Version</change>
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      <desc>Front, FercanGermaniaInferior, CC BY-NC</desc>
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      <ab>
        <ref target="info:fedora/context:fercan" type="context">FERCAN</ref>
      </ab>
      <div subtype="editions" type="bibliography">
        <listBibl>
          <bibl xml:id="LIT.1">Rüger 1981, 16</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.2">AE 1981, 686</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.3">Reichmann 1998, 129</bibl>
        </listBibl>
      </div>
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        </listBibl>
      </div>
      <div subtype="diplomatic" type="edition" xml:id="majuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><orig><lb n="1" xml:id="MAJ.1"></lb>MATRIBVS OCTOCANNIS <lb n="2" xml:id="MAJ.2"></lb> 
<hi rend="ligature">AL</hi>̣BINIVS <unclear>G</unclear>RAT<hi rend="ligature">IN</hi>V <hi rend="ligature">AL</hi>BINIVS <lb n="3" xml:id="MAJ.3"></lb> 
<gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>V<unclear>L</unclear>VS · <hi rend="ligature">AL</hi>̣BINIVS · VRS<hi rend="ligature">VL</hi>VS <lb n="4" xml:id="MAJ.4"></lb> 
<gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>INIVS · PATERNVS MILIS <lb n="5" xml:id="MAJ.5"></lb> 
<gap quantity="1" reason="lost" unit="character"></gap><unclear>CIA</unclear><gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>NIVS · LVBAI<hi rend="ligature">NI</hi><hi rend="ligature">VS</hi> · MI<gap quantity="1" reason="lost" unit="character"></gap> <lb n="6" xml:id="MAJ.6"></lb> 
<gap quantity="1" reason="lost" unit="character"></gap><unclear>CIA</unclear> <gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>NIVS · <hi rend="ligature">ME</hi>SSOR · MI<unclear>L</unclear><gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap> <lb n="7" xml:id="MAJ.7"></lb> 
<gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap><unclear>IS</unclear><gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>IVS · VERINVS <lb n="8" xml:id="MAJ.8"></lb> 
<gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>O SE<gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap><unclear>S</unclear>VIS · EX · IVSSV · I<unclear>P</unclear> <lb n="9" xml:id="MAJ.9"></lb> 
<gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>RV<gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>V · S · L · M</orig></ab></div>
      <div subtype="normalised" type="edition" xml:id="minuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><lb n="1" xml:id="MIN.1"></lb>Matribus Octocannis<lb n="2" xml:id="MIN.2"></lb>Albinius <expan><abbr>Gratinu</abbr><ex>s</ex></expan> Albinius<lb n="3" xml:id="MIN.3"></lb><gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>ulus Albinius Ursulus<lb n="4" xml:id="MIN.4"></lb><supplied reason="lost">Alb</supplied>inius Paternus milis<note>sic</note><lb n="5" xml:id="MIN.5"></lb><gap quantity="1" reason="lost" unit="character"></gap>CIA<gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>nius Lubainius mi<supplied reason="lost"><expan><abbr>l</abbr><ex>is</ex></expan></supplied><lb n="6" xml:id="MIN.6"></lb><gap quantity="1" reason="lost" unit="character"></gap>CIA<gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>nius Messor mil<supplied reason="lost">is</supplied><lb n="7" xml:id="MIN.7"></lb><gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>IS<gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>ius Verinus<lb n="8" xml:id="MIN.8"></lb><supplied reason="lost">pr</supplied>o se <supplied reason="lost">et</supplied> suis ex iussu ip<lb break="no" n="9" xml:id="MIN.9"></lb><supplied reason="lost">sa</supplied>ru<supplied reason="lost">m</supplied> <expan><abbr>v</abbr><ex>ota</ex></expan> <expan><abbr>s</abbr><ex>olverunt</ex></expan> <expan><abbr>l</abbr><ex>ibentes</ex></expan> <expan><abbr>m</abbr><ex>erito</ex></expan></ab></div>
      <div type="translation" xml:lang="de">
        <p>Für die <rs type="divine">Matres Octocannae!</rs>
          <lb></lb> Albinius Gratinus, Albinius …ulus, Albinius Ursulus, der Soldat Albinius Paternus,
          der Soldat ...CIA...nius Lubainius, der Soldat …CIA…nius Messor und …IS…ius Verinus haben
          für sich und die Ihren auf deren Geheiß das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.</p>
      </div>
      <div type="translation" xml:lang="en">
        <p>To the <rs type="divine">Matres Octocannae!</rs>
          <lb></lb> Albinius Gratinus, Albinius …ulus, Albinius Ursulus, the soldier Albinius Paternus,
          the soldier ...CIA...nius Lubainius, the soldier …CIA…nius Messor and …IS…ius Verinus have
          fulfilled a vow willingly and deservedly for themselves and their families in response to
          an order of the goddesses.</p>
      </div>
      <div type="apparatus">
        <app loc="#MIN.2 #MAJ.2">
          <note>Gratînus – Rüger; Gratinus – AE, EDH; ohne Ligaturen – AE, EDH</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.3 #MAJ.3">
          <note>Âlbulus – Rüger; Albulus – AE, Reichmann, EDH; ohne Ligaturen – AE, EDH</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.4 #MAJ.4">
          <note>Âlbinius – Rüger; Albinius – AE, EDH; [Al]binius – Reichmann</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.5 #MAJ.5">
          <note>Oglannius Lubainus mil(es) – Rüger, AE, EDH; Daci Albinius Lubainus mil(is), im Text
            des dazugehörigen Aufsatzes: Iubainus – Reichmann</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.6 #MAJ.6">
          <note>[O]glannius Messor milis(!) – Rüger, AE, EDH; Daci Albinius Messor milis –
            Reichmann</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.7 #MAJ.7">
          <note>[---]issinius – Rüger, AE, EDH; Daci Albinius Verinus – Reichmann</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.8 #MAJ.8">
          <note>pro se et – Rüger, AE, Reichmann, EDH</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.9 #MAJ.9">
          <note>sarum – Rüger, AE, EDH</note>
        </app>
      </div>
      <div subtype="general" type="commentary">
        <p>Als Dedikanten treten in der Inschrift 7 männliche Personen mit Gentil- und Cognomen,
          aber ohne Praenomen, auf. 4 davon tragen gesichert das Gentile Albinius, bei den 3
          restlichen könnten die Gentilnomina zumindest auf Albinius ergänzt werden. <lb></lb> In der
          Lesung bei Reichmann 1998, 129 sind drei der Dedikanten als Soldaten ausgewiesen: Albinius
          Paternus milis Daci, Albinius Lubainius milis Daci, Albinius Messor milis Daci (in der im
          Museum Burg Linn aufgestellten erklärenden Tafel ist „Daci“ jeweils durch „Leg. I“
          ersetzt; Stand Sommer 2019, so auch in Reichmann 2012, 54) </p>
        <p> Albinius: italisches Gentilnomen oder einheimisches Pseudogentilnomen (Kakoschke 2006,
          GN 43) </p>
        <p> Gratinus: lateinisches Cognomen, Weiterbildung des Cognomens Gratus (Kakoschke 2007, CN
          1462) </p>
        <p> Ursulus: lateinisches Cognomen, Weiterbildung (Diminutiv) der Cognomens Ursus, gängiger
          Name (Kakoschke 2007, CN 3178) </p>
        <p> Paternus: lateinisches Cognomen, überall gängiger Name, tritt verstärkt im Großraum
          Gallien, in Norditalien und in Hispanien auf (Kakoschke 2007, CN 2299) </p>
        <p> Oglannius: Der Name wurde so von Rüger gelesen - einheimische Bildung (mit keltischer
          Basis?)? Der Name ist nur in dieser Inschrift belegt (Kakoschke 2006, GN 887). <lb></lb>
          Lubainius: vgl. nach älterer Lesung Lubainus: germanisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN
          1769) </p>
        <p> Messor: lateinisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN 2035) </p>
        <p> Verinus: lateinisches Cognomen; Weiterbildung des Cognomens Verus (Kakoschke 2007, CN
          3281)</p>
      </div>
      <div subtype="language" type="commentary">
        <p>v.4 et 6: „milis“ pro „miles“</p>
      </div>
      <div subtype="deity" type="commentary">
        <p>
          <rs type="divine">Octocannae:</rs> keltisch, die Etymologie weist auf Baumgottheiten hin:
          ‘die Fichtengöttinnen’ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141) </p>
        <p> Vorkommen in theonymischen Formularen: </p>
        <p>
          <rs type="divine">Matres Octocannae</rs>: <lb></lb> - Germania Inferior: Dieses theonymische
          Formular ist nur in der hier besprochenen Inschrift sicher bezeugt. In einer weiteren
          Inschrift (CF-GeI-82) könnte das belegte „Mat“ allerdings für <rs type="divine">Matres</rs> ebenso wie für <rs type="divine">Matronae</rs> stehen. <lb></lb> - außerhalb
          der Germania Inferior: - </p>
        <p>
          <rs type="divine">Matronae Octocannae</rs>: <lb></lb> - Germania Inferior: Es finden sich 5
          gesicherte Belege (CF-GeI-77 bis CF-GeI-81) und ein möglicher (CF-GeI-82). <lb></lb> -
          außerhalb der Germania Inferior: - </p>
        <p>
          <rs type="divine">Octocannae</rs>: <lb></lb> - Germania Inferior: In einem einzigen
          Inschriftenfragment (CF-GeI-83) scheint das theonymische Formular <rs type="divine">Octocannae</rs> zu finden zu sein. Es hat zumindest nicht den Anschein, als wäre davor
          eine Bezeichnung als <rs type="divine">Matres</rs> oder <rs type="divine">Matronae</rs>
          abgebrochen. <lb></lb> - außerhalb der Germania Inferior: - </p>
        <p> Alle Inschriften für <rs type="divine">Octocannae</rs> stammen aus dem Raum Krefeld.
          Alle bis auf eine (CF-GeI-84) wurden in Krefeld-Lank (Gripswald) gefunden. </p>
      </div>
      <linkGrp domains="#majuscule #minuscule" type="alignment">
        <link target="#MAJ.1 #MIN.1"></link>
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