Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen
Gesachenae
CF-GeI-53
1 MAT̂RONIS
2 ETTT̂RA
3 HEN̂IS
4 ET
5 G̣ESA
6 HEN̂IS
7 M IVL AMAN̂ḌVS
1 Matronis
2 Etttra-
3 henis
4 et
5 Gesa-
6 henis
7 M(arcus) Iul(ius) Amandus
| Civitas | CCAA |
| Apparatus criticus | Z. 1:
ohne Ligatur – ILS, Espérandieu, Alföldy
Z. 2: ohne Ligatur – ILS; Ettra – Espérandieu, Ferlut Nr.891; Etttrra – Alföldy; Etttrahenis – Ferlut Nr.906 Z. 3: ohne Ligatur – ILS, Espérandieu, Alföldy; Zeile entfällt – Ferlut Nr.906 Z. 6: ohne Ligatur – IlS, Espérandieu, Alföldy Z. 7: Amanus – ILS, Ferlut Nr.906 (dort aber Z.6); Aman[.]us, möglw. Amandus – CIL; Aman[d]us – Espérandieu, Lehner, Scheungraber; noch eine zusätzliche Z.8 mit [ex imp(erio) ips(arum) l(ibens) m(erito) ?] – Alföldy Z. 8: [ex imp(erio) ips(arum) l(ibens) m(erito)?] – EDH |
| Übersetzung Deutsch |
Für die Matronae Etttrahenae und Gesahenae!
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| Übersetzung Englisch |
To the Matronae Etttrahenae and Gesahenae!
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| Autopsie |
vidimus (26.9.2018) |
| Editionen und Lesungen | ILS 4802 CIL XIII 7895 Lehner 1918, Nr.326 Espérandieu VIII 6349 Alföldy 1967, 2 Nr.3 Biller 2010, 91 Scheungraber 2020, 301 Nr.3 Ferlut 2022, Nr.891 Ferlut 2022, Nr.906 |
| Elektronische Ressourcen |
HD076820
(Version vom 22. Dezember 2022) (Epigraphische Datenbank
Heidelberg) EDCS-11100120 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby) www.trismegistos.org/text/414958 (zuletzt aufgerufen am 26. Juli 2021) (Trismegistos) |
| Fundort modern | Bettenhoven |
| Fundstelle | in einem Grab |
| Fundumstände | gemeinsam mit CF-GeI-270 |
| Verwahrung | Bonn, Rheinisches Landesmuseum |
| Inventarnummer | U 50 |
| Inschriftträger | Weihealtar mit Aediculadarstellung in Relief |
| Material | Sandstein |
| Archäologische Klassifikation |
Architektur
Aufsatzschmuck Bank Baum Blattdekor Frucht Götterbild Laubbaum Libation menschliche Figur Metallklammer männliche Figur Obstschale Opferschale Opferszene Reliefdekor Reliefschmuck Rosette Stifter weibliche Figur |
| Beschreibung Objekt | Der Weihealtar ist unter dem Relieffeld abgebrochen, daher ist die Gestaltung des Sockels bzw. des weiteren Altarkörpers unklar. Über dem eingetieften Relieffeld mit Opferszene schließt das nicht gerahmte Inschriftenfeld an. Inmitten der Inschrift ist eine Aediculadarstellung nachempfunden worden. Die Darstellung wird von einem vorspringenden doppelbogigen Wulst umrahmt. Die Bögen wölben und treffen sich spitz zulaufend genau über dem Haupt der mittleren Matrone. Der Altarkörper wird durch ein glattes Gesims vom Aufsatz getrennt, der verwitterte Pulvini und die Reste eines Giebels trägt. |
| Zustand Objekt | vollständig |
| Maße | Höhe: 110,0 cm Breite: 65,0 cm Tiefe: 20,0 cm |
| Ikonografie | Das Reliefdekor ist nur schlecht erhalten. An den Seiten der Pulvini ist jedoch geschupptes Blattdekor erkennbar, sowie der Rest einer Rosette im Giebelfeld. Laut Lehner befindet sich am Aufsatz ein halb erhaltener Teller mit Früchten (Lehner 1918, 148f.). Es handelt sich dabei um sehr kleine, aber viele Früchte, vermutlich Nüsse o. Ä. |
| Inschrift | Der Inschriftentext ist vollständig erhalten. Z.1 weist deutlich größere Lettern auf als die folgenden. Alle Zeilen unter der ersten sind stark abgerieben aber lesbar. In Z.2 überschreibt der letzte Buchstabe in der Zeile A ein R. |
| Zustand Inschriftfeld | vollständig |
| Technik | gemeißelt |
| Buchstabenhöhe (cm) | 5,0–8,3 cm |
| Kommentar Götternamen |
Gesahenae: Variante von Gesachenae:keltisch: ‚Zu den Söldner(truppe)n Gehörende [Muttergöttinnen]’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 288-290). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.) So auch Gesationum: keltisch: ‚Der Söldner bzw. vermutlich der Söldnertruppen’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 286f); anders Alföldy (1967, in BJB 167, 438), der eine germanische Sippe vermutet. (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.) Vorkommen in theonymischen Formularen:
Gesachenae:
Matronae Gesachenae:
Matronae Gesationum: *** Nicht keltische Götternamen:
Matronae Etrahenae:
*** Die gemeinsame Nennung von Gesahenae und Etrahenae in dieser Inschrift findet eine Parallele in CF-GeI-16. |
| Kommentar allgemein |
Marcus Iulius Amandus: tria nomina |
| Zitiervorschlag | CF-GeI-53, hdl.handle.net/11471/504.50.53 |
| Lizenz | Creative Commons BY-NC 4.0 |
