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        <title ref="https://gams.uni-graz.at/fercan">FERCAN: Fontes Epigraphici Religionum
                  Celticarum Antiquarum</title>
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                  <p>Vom eigentlichen Altar ist nur der obere Teil erhalten, der Sockel fehlt. Das Inschriftenfeld ist nicht gerahmt. Darüber erhebt sich die Aedicula, deren oberer Abschluss ebenfalls fehlt. Das Götterbild zeigt die plastische Darstellung von drei sitzenden Frauen in ubischer Tracht, die auch entsprechend der Inschrift als Matronen angesprochen werden dürfen.<lb></lb>Die architektonisch von reliefierten Pilastern gerahmte Nische endete wohl in einer Halbkuppel. Erkennbar ist nur mehr der Ansatz und die schirmartig spitzen Enden der Wölbung, die dem Dekor einer Muschelnische entsprechen. Laut Literatur sind die Schmalseiten bis zu Unkenntlichkeit verwittert (Galsterer/Galsterer 2010, 137f.), was sich jedoch bei einer durchgeführten Autopsie als falsche Information herausstellte. Die Seiten sind zwar zum Teil verwittert, doch sind Anhaltspunkte des Motivs noch zu erkennen. Auf beiden Seiten ist an dem zur Vorderseite anschließenden Rand ein Pilaster erhalten, der gleichzeitig auch als rahmendes Element für das Relieffeld fungiert. Über den Seitenbildern ist noch das profilierte Gebälk des Altars erkennbar.</p>
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                  <p>Vom Inschriftentext sind die obersten drei Zeilen vollständig erhalten. Darunter bricht der Stein ab. Ob oder wieviel Text noch folgte, bleibt unklar.</p>
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                <p>Die drei Frauen sind auf einer Bank sitzend dargestellt, deren durchgehende Lehne etwa auf ihrer Schulterhöhe klar erkennbar ist. Ihre Sitzgelegenheit geht bis zum Boden, links und rechts von den Göttinnen sind Gewandfalten erkennbar. Die Frauen tragen knöchellange Gewänder, ihre Hände ruhen in ihrem Schoß. Die rechte Matrone hält einen Korb oder eine Schale mit Obst in der rechten Hand, die linke hält einen Strauß Blumen. An allen drei Matronen ist der lange weite Mantel erkennbar, der von einer Spange oder Fibel in der Brustmitte gehalten wird. Er fällt in schweren Falten über ihre Schultern, Arme und ihre Knie. <lb></lb>
Bei allen Matronen ist eine Halskette mit einem Lunula-Anhänger zu erkennen. Die beiden äußeren Matronen tragen die typische voluminöse Haube, während die mittlere Matrone offenes Haar getragen haben dürfte. Dies ist nur im Ansatz erkennbar, denn ihr Gesicht ist stark beschädigt und abgeschlagen. An der Haube der beiden Matronen ist an der Seite jeweils eine kleine Erhebung zu erkennen, die als Nadel oder Spange zu deuten ist, mit der die Haube gehalten wurde. <lb></lb>
Die Arme der linken Matrone sowie die Hände der mittleren Matrone fehlen. Die Haube der linken Matrone weist eine leichte Beschädigung auf. <lb></lb>
Gerahmt werden die sitzenden Matronen auf beiden Seiten von je einer kopflosen Frauengestalt in langem, in der Mitte gegürtetem Gewand, der äußere Arm ist herabgesenkt, in der Hand scheint ein Gegenstand zu sein, während der innere Arm jeweils nach oben erhoben ist und die beginnende Deckengestaltung zu berühren und zu tragen scheint. Zudem stehen sie auf einer Kugel, eventuell dem Globus. Es könnte sich um Victorien o.Ä. handeln. Die Formensprache ist besonders auffällig und „römisch“. <lb></lb>
Die Götterbildnische ist besonders reich ausgestaltet. Links und rechts finden sich reliefierte Pilaster, die auf einer Basis drei aufgehende Register aufweisen, bevor sie in einem Gesims in die fehlende Deckenkonstruktion bzw. die Bekrönung enden. Die ersten beiden Register von unten werden von tanzenden Figuren eingenommen, vermutlich Mänaden. Das obere Register dürfte reines Pflanzendekor sein, ist aber auf der linken Seite beschädigt. Vom rechten Pilaster ist nur das untere Register klar erkennbar, alles andere ist stark bestoßen. <lb></lb>
Auf der linken Schmalseite ist am rechten Rand ein Pilaster samt Basis und bestoßenem Kapitell erkennbar, der mit einer Akanthusranke geschmückt ist. Er dient gleichzeitig als Rahmen für das Relieffeld. Das verblasste restliche Relief lässt noch eine menschliche Figur auf einem Podest stehend erahnen. Dieses Motiv würde zur Darstellung von Opferdienern passen. Von der Figur sind die Füße und das lang herabfallende Gewand, bei dem es sich um einen Mantel handeln könnte, erkennbar. Der lange Mantel könnte auch für eine Frau in ubischer Tracht (und damit eine Stifterin) sprechen bzw. für eine Opferdienerin in einem langen Kleid. <lb></lb>
Auf der rechten Schmalseite ist am linken Rand ein Pilaster mit Basis und geschmücktem Kapitell erhalten, der mit einer Akanthusranke verziert ist, deren gefranste Blätter sich einkringeln und Blumen umschließen. Auch hier sind die Umrisse einer menschlichen Gestalt erkennbar, allerdings ist unklar, ob diese auf einem Podest steht. Sie dürfte sich nach links bewegt haben, eventuell mit einem Gegenstand in der nach links ausgestreckten Hand. Auffällig ist die leicht nach rechts geneigte Randleiste des Akanthuspilasters, der das Motiv schief wirken lässt.</p>
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        <p>Digitale Repräsentation konform mit EpiDoc: http://epidoc.sourceforge.net</p>
        <p>Majuskel und Minuskel ausgeführt nach Leidener Klammersystem, Majuskel bildet
                  Inschrift originalgetreu ab, Minuskel enthält editorische Hinzufügungen</p>
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        <p>Die keltischen Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania
                  Inferior. Eine Fallstudie zu Religion im Kontext von Kulturkontakt und
                  Kulturtransfer (FWF – Projekt P 29274-G25 )</p>
        <p>Das Forschungsprojekt beabsichtigt, sämtliche keltischen Götternamen, die sich in
                  lateinischen Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior erhaltenen haben,
                  zusammenzustellen und auszuwerten. Die gewählte Quellengrundlage erscheint
                  besonders geeignet Erscheinungsformen zu untersuchen, welche auf religiöser Ebene
                  durch das Zusammentreffen von verschiedenen kulturellen Einflüssen entstanden
                  sind. Diese sind hier einerseits definiert durch die Verwendung der keltischen
                  Sprache, andererseits durch die lateinische Sprache und durch Formen aus dem
                  Inneren des Imperium Romanum, die man mit dem Etikett „römisch“ versehen kann. Das
                  Interesse gilt dabei nicht nur religiösen, sondern auch damit verbundenen
                  gesellschaftlichen Aspekten und den entsprechenden Mentalitäten. Doch soll damit
                  auch zu einem verbesserten Gesamtbild der Provinzialreligion in Niedergermanien
                  beigetragen werden.<lb></lb> Die Abschlusspublikation wird ergänzt um einen
                  ausführlichen sprachwissenschaftlichen Kommentar (von Patrizia de Bernardo
                  Stempel) in der Reihe ‚Corpus - F.E.R.C.AN. (Fontes epigraphici religionum
                  Celticarum antiquarum)‘ erscheinen. </p>
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        <language ident="la">Latein</language>
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      <desc>links, FercanGermaniaInferior, CC BY-NC</desc>
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        <ref target="info:fedora/context:fercan" type="context">FERCAN</ref>
        <ref target="info:fedora/context:fercan.inferior" type="context">Germania Inferior</ref>
      </ab>
      <div subtype="editions" type="bibliography">
        <listBibl>        
  <bibl xml:id="LIT.1">AE 1969/70, 440</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.2">Ristow 1970, Nr.20</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.3">Deman 1975, G27</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.4">Galsterer/Galsterer 1975, Nr.98</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.5">Schillinger-Häfele 1977, Nr.184</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.6">Galsterer/Galsterer 2010, Nr.141</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.7">KIK 2012, Nr.165</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.8">Scheungraber 2020, 199 Nr.2</bibl>
        </listBibl>
      </div>
      <div subtype="concordances" type="bibliography">
        <listBibl>
          <bibl type="EDCS">
            <idno>EDCS-00500029</idno>
            <date>zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020</date>
          </bibl>
          <bibl type="EDH">
            <idno>HD013921</idno>
            <date>Version vom 21. Mai 2015</date>
          </bibl>
          <bibl type="trismegistos">
            <idno>www.trismegistos.org/text/208950</idno>
            <date>zuletzt aufgerufen am 29. Juni 2021</date>
          </bibl>
        </listBibl>
      </div>
      <div subtype="diplomatic" type="edition" xml:id="majuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><orig><lb n="1"></lb>MATRONIS <lb n="2"></lb> 
BOVDVNNEIHIS <lb n="3"></lb> 
<unclear>D</unclear>OSSONIA PATERNA </orig></ab></div>
      <div subtype="normalised" type="edition" xml:id="minuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><lb n="1" xml:id="MIN.1"></lb>Matronis<lb n="2" xml:id="MIN.2"></lb>Boudunneihis<lb n="3" xml:id="MIN.3"></lb>Dossonia Paterna</ab></div>
      <div type="translation" xml:lang="de">
        <p>Für die  <rs type="divine">Matronae Boudunneihae!</rs>
          <lb></lb> 
Dossonia Paterna</p>
      </div>
      <div type="translation" xml:lang="en">
        <p>To the  <rs type="divine">Matronae Boudunneihae!</rs>
          <lb></lb> 
Dossonia Paterna</p>
      </div>
      <div type="apparatus">
        <app loc="#MIN.2 #MAJ.2">
          <note>Boudunnahis – AE; Boudunnehis – Ristow; Boudunnei/his – Deman; Boudunneiis (Galsterer/Galsterer, 2010), KIK 2012; nach Boudunnehis kein Zeilenwechsel – Ristow</note>
        </app>
      </div>
      <div subtype="general" type="commentary">
        <p>Dossonia Paterna: weibliches römisches Namensformular mit Gentile und Cognomen <lb></lb>
Dossonia: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom keltischen Cognomen Dosso (Kakosche 2006, GN 427) <lb></lb>
Paterna: lateinisches Cognomen; überall gängiger Name, der verstärkt im Großraum Gallien, in Norditalien und in Hispanien auftritt (Kakoschle 2008, CN 2299)</p>
      </div>
      <div subtype="deity" type="commentary">
        <p>
          <rs type="divine">Boudunneihae:</rs> keltisch: ‚Zur Siegesgöttin, nämlich *<rs type="divine">Boudun(n)a</rs>, Gehörende [Muttergöttinnen]’ bzw. ‚Zusammen mit der Siegesgöttin *<rs type="divine">Boudun(n)a</rs> Verehrte [Muttergöttinnen]’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 292f). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die 
Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die 
sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle 
Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet 
wurden.)
                </p>
        <p>

Vorkommen in theonymischen Formularen: </p>
        <p>
          <rs type="divine">Matronae Boudunneihae:</rs>
          <lb></lb>
- Germania Inferior: 2x bezeugt (CF-GeI-50 und CF-GeI-51). Beide Inschriften stammen aus Köln. <lb></lb> 
- außerhalb der Germania Inferior: - </p>
      </div>
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