Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Matronae Saitchamiae

CF-GeI-464

MATRON

SAIT˧ÂM̂IA

Q · COM̂IN̂IVS

PRÎM̂IO · L · Ṃ

Matron(is)

Saitchamia(bus)

Q(uintus) Cominius

Primio l(ibens) m(erito)

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: Matronis – Ferlut
Z. 2: Saithamia[b], ohne Ligaturen – ILS; Sait˧âm̂iab(us) – Biller; Sait<h=I>amia(bus) – EDH; Saithamia(bus) – Scheungraber; Saithamiais – Ferlut
Z. 3: ohne Ligaturen – ILS v.4: l. [m.], ohne Ligaturen – ILS
Z. 4: l. [m.], ohne Ligaturen – ILS
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Saitchamiae! Quintus Cominius Primio gerne und verdientermaßen.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Saitchamiae! Quintus Cominius Primio willingly and deservedly.

Autopsie

vidimus (September 2018)

Editionen und LesungenILS 4807a
CIL XIII 7915
Biller 2010, 125
Scheungraber 2020, 462 Nr.2
Ferlut 2022, Nr.703
Elektronische Ressourcen HD082497 (Version vom 02. Februar 2021) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11100140 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/414975 (zuletzt aufgerufen am 26. Juli 2021) (Trismegistos)
Fundort antikTolbiacum
Fundort modern Hoven
Fundstelle

in der Kirche des Klosters Marienborn an der Südseite des Chores

FundumständeBeim Abtragen des Verputzes entdeckt; gemeinsam mit CF-GeI-462 und in der Nähe des 1888 entdeckten CF-GeI-303 (Sunuxalis) gefunden
Fundjahr1890
VerwahrungKlosterkirche Marienborn, eingemauert
InschriftträgerWeihestein
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Beschreibung Objekt

Der Stein ist rundherum zugehauen worden, um für seine Zweitverwendung als Mauerstein geeignet zu sein. Er ist rundherum von Verputz umgeben und verkehrt herum direkt über dem Kirchenboden eingemauert zu sehen.

Zustand Objekt unklar
MaßeHöhe: 49,0 cm
Breite: 41,0 cm
Tiefe: - cm
Ikonografie

keine Aussage möglich

Inschrift

Der weitgehend erhaltene Inschriftentext füllt das Textfeld nicht zur Gänze aus; unten bleibt Raum frei. Die Größe der Buchstaben nimmt von oben nach unten ab.
Ligaturen, s. Majuskeltext. Besondere Zeichen: In Z.2 findet sich das Zeichen für den velaren Reibelaut; außerdem eine Ligatur von M und I mit erhöhter rechter senkrechter Haste des M. In Z.3 eine Ligatur von M und I mit erhöhter rechter senkrechter Haste des M und eine Ligatur von N und I mit erhöhter rechter senkrechter Haste des M; in Z.4 eine Ligatur von I M und I mit erhöhter linker und rechter senkrechter Haste des M.

Zustand Inschriftfeldweitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)3,0–5,5 cm
Notabilia Varia

v.2: “Saitchamiabus” pro “Saitchamiis”

Kommentar Götternamen

Saitchamiae: keltisch mit lautlicher Germanisierung: ‚Die Üppigsten [Muttergöttinnen]’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 226f). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Matronae Saitchamiae:
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist zweimal in Hoven bezeugt. Beyer 2000, 183, nennt allerdings noch zwei weitere Belege in Mechernich-Holzheim und Zülpich-Hoven, doch ohne nähre Angaben.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Quintus Cominius Primio: tria nomina
Cominius: gängiges italisches Gentilnomen (Kakoschke GN, 345)
Primio: lateinisches Cognomen, Weiterbildung von Primus (Kakoschke 2008, CN 2441); aus Primus mit germanischer –ion-Ableitung (Biller 2010, 125 nach Weisgerber 1968, 392–395)

ZitiervorschlagCF-GeI-464, hdl.handle.net/11471/504.50.464
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, FercanGermaniaInferior, CC BY-NC

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