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                    Alte Geschichte und Epigraphik, Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
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        <title ref="https://gams.uni-graz.at/fercan">FERCAN: Fontes Epigraphici Religionum
                  Celticarum Antiquarum</title>
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                  <p>Die Vorderseite des Steins ist schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, daher muss auf Zeichnungen aus dem 17.Jh. zurückgegriffen werden, um eine annähernd vollständige Beschreibung des Steines zu erstellen. Die ältesten Zeichnungen stammen aus den Jahren 1647 und 1650; der Stein gelangte in Privatbesitz, wurde dann jedoch wieder in die Kirche von Domburg zurück gebracht, die 1848 durch ein Feuer zerstört wurde.<lb></lb>Die Nische mit dem Götterbild ist mit kannelierten Pilastern und korinthischen Kapitellen architektonisch gerahmt. Die Nischendecke zeigt kein Muscheldekor, jedoch ist das Muschelschloss im gebrochenen Giebel klar erkennbar. Der Aufsatz weist als Bekrönung links und rechts Pulvini auf. Oben liegen mehrere Früchte: links dem langen Stiel nach zu urteilen zwei Birnen, rechts Äpfel oder Nüsse.</p>
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                  <p>Von der abschriftlich vollständig überlieferten Inschrift sind heute nur mehr Fragmente erhalten.<lb></lb>Ligaturen: s. Majuskeltext. Besondere Zeichen: In Z.1 und in Z.2 finden sich Ligaturen von N und I mit erhöhter rechter vertikaler Haste des N.</p>
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                <p>Die Pulvini sind mit Blattdekor verziert. Der rückseitige Giebel weist eine Blattrosette als Dekor auf. <lb></lb>
                  <rs type="divine">Nehalennia</rs> steht in der Nische (bei Espérandieu 1925, 65 fälschlich als sitzend beschrieben). Erhalten sind der Großteil ihres Körpers, es fehlt nur ein Teil ihres rechten Arms und das rechte Bein. Rechts hat sich neben dem Pilaster noch ein gut erkennbarer Rest eines Schiffsbuges erhalten, auf den sie den rechten Fuß gestellt hat. Auf dem aufgestützten Bein ruhte der kleine Obstkorb, wie die Zeichnungen bestätigen, wobei sie diesen mit der rechten Hand festgehalten hat und mit der linken in den Korb gegriffen hat.  <rs type="divine">Nehalennia</rs> trägt ihr übliches langes Gewand, allerdings mit einigen Unterschieden. Gut erkennbar ist die Pelerine mit dem leicht gewellten Saum, die ihr etwa bis zur Mitte der Oberarme reicht. Darunter, knapp unter der Brust, ist ein Wulst erkennbar, vermutliche ein Gürtel. Vom langen Umhang fehlt jede Spur, jedoch scheint sie ein langes Stück Stoff über ihre linke Seite nach rechts auf ihr Bein gelegt zu haben. Vermutlich handelt es sich hierbei um den abgenommenen Mantel. Links neben ihr sitzt ein kleiner, von ihr weggedrehter Hund, der seinen Kopf zu ihr herumgedreht und erhoben hat. Der oberste Rest des Kopfes ist auf den Fragmenten gerade noch zu erkennen. Vermutlich trägt  <rs type="divine">Nehalennia</rs> auch eine kleine Haube auf ihrem Kopf. <lb></lb>
Auf der rechten Schmalseite ist im unteren Relief ein Akanthusornament zu sehen. Darüber, abgetrennt durch das leicht vorspringende Gesims, das auch die Nische vom übrigen Altarkörper trennt, ist ein weiteres Pflanzenornament, vermutliche ein Akanthusranke zu erkennen. Diese ist mit einer Blüte gekrönt (Hondius-Crone 1955, 24). Das obere Register wird außerdem von zwei Pilastern eingerahmt. <lb></lb> 
Ebenso ist auch die linke Schmalseite gestaltet. <lb></lb>
Auf der Rückseite hat sich Rahmung durch kannelierte Pilaster links und rechts erhalten. Zwischen den Pilastern ist die Fläche unverziert und glatt. Da die Rahmung jedoch ausgeführt wurde, könnte man auf einen aufgemalten Vorhang o.Ä. spekulieren, der hier zu sehen war.</p>
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      <geoDecl datum="WGS84" xml:id="WGS">World Geodetic System</geoDecl>
      <editorialDecl>
        <p>Digitale Repräsentation konform mit EpiDoc: http://epidoc.sourceforge.net</p>
        <p>Majuskel und Minuskel ausgeführt nach Leidener Klammersystem, Majuskel bildet
                  Inschrift originalgetreu ab, Minuskel enthält editorische Hinzufügungen</p>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Die keltischen Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania
                  Inferior. Eine Fallstudie zu Religion im Kontext von Kulturkontakt und
                  Kulturtransfer (FWF – Projekt P 29274-G25 )</p>
        <p>Das Forschungsprojekt beabsichtigt, sämtliche keltischen Götternamen, die sich in
                  lateinischen Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior erhaltenen haben,
                  zusammenzustellen und auszuwerten. Die gewählte Quellengrundlage erscheint
                  besonders geeignet Erscheinungsformen zu untersuchen, welche auf religiöser Ebene
                  durch das Zusammentreffen von verschiedenen kulturellen Einflüssen entstanden
                  sind. Diese sind hier einerseits definiert durch die Verwendung der keltischen
                  Sprache, andererseits durch die lateinische Sprache und durch Formen aus dem
                  Inneren des Imperium Romanum, die man mit dem Etikett „römisch“ versehen kann. Das
                  Interesse gilt dabei nicht nur religiösen, sondern auch damit verbundenen
                  gesellschaftlichen Aspekten und den entsprechenden Mentalitäten. Doch soll damit
                  auch zu einem verbesserten Gesamtbild der Provinzialreligion in Niedergermanien
                  beigetragen werden.<lb></lb> Die Abschlusspublikation wird ergänzt um einen
                  ausführlichen sprachwissenschaftlichen Kommentar (von Patrizia de Bernardo
                  Stempel) in der Reihe ‚Corpus - F.E.R.C.AN. (Fontes epigraphici religionum
                  Celticarum antiquarum)‘ erscheinen. </p>
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              <ref target="info:fedora/context:fercan.dedication.pro_se_et_suis" type="context">pro se et suis</ref>
            </item>
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              <ref target="info:fedora/context:fercan.dedication.votum_reddidit_libens_merito" type="context">votum reddidit libens merito</ref>
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            <item></item>
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      <desc>Front, Hondius-Crone 1955, p.25, Rechte vorbehalten</desc>
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      <desc>rechts, Hondius-Crone 1955, p.25, Rechte vorbehalten</desc>
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      <desc>Rückseite, EDCS-11100878, Rechte vorbehalten</desc>
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      <desc>Front (Zeichnung), EDCS-11100878, Rechte vorbehalten</desc>
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        <ref target="info:fedora/context:fercan" type="context">FERCAN</ref>
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      <div subtype="editions" type="bibliography">
        <listBibl>
          <bibl xml:id="LIT.1">ILS 4750</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.2">CIL XIII 8788</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.3">Espérandieu IX 6650</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.4">Byvanck 1935, 251</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.5">Hondius-Crone 1955, Nr.2</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.6">Stuart 2013, Nr.19</bibl>
        </listBibl>
      </div>
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        <listBibl>
          <bibl type="EDCS">EDCS-11100878<date>zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020</date>
          </bibl>
          <bibl type="trismegistos">www.trismegistos.org/text/415784<date>zuletzt aufgerufen am 26. Juli 2021</date>
          </bibl>
        </listBibl>
      </div>
      <div subtype="diplomatic" type="edition" xml:id="majuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><orig><lb n="1" xml:id="MAJ.1"></lb>DEAE · <hi rend="ligature">NE</hi>HALEN<hi rend="ligature">NI</hi>  <lb n="2" xml:id="MAJ.2"></lb>
AE · IANVARI<hi rend="ligature">NI</hi>VS  <lb n="3" xml:id="MAJ.3"></lb>
AMBACTHIVS · PRO  <lb n="4" xml:id="MAJ.4"></lb> 
SE · <hi rend="ligature">ET</hi> · SVIS  ·V · R · L · M</orig></ab></div>
      <div subtype="normalised" type="edition" xml:id="minuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><lb n="1" xml:id="MIN.1"></lb>Deae Nehalenni<lb break="no" n="2" xml:id="MIN.2"></lb>ae Ianuarinius<lb n="3" xml:id="MIN.3"></lb>Ambacthius pro<lb n="4" xml:id="MIN.4"></lb>se et suis <expan><abbr>v</abbr><ex>otum</ex></expan> <expan><abbr>r</abbr><ex>eddidit</ex></expan> <expan><abbr>l</abbr><ex>ibens</ex></expan> <expan><abbr>m</abbr><ex>erito</ex></expan></ab></div>
      <div type="translation" xml:lang="de">
        <p>Für die Göttin  <rs type="divine">Nehalennia!</rs>
          <lb></lb>
Ianuarinius Ambacthius hat das Gelübde für sich und die Seinen gerne und verdientermaßen erfüllt.</p>
      </div>
      <div type="translation" xml:lang="en">
        <p>To the goddess  <rs type="divine">Nehalennia!</rs>
          <lb></lb>
Ianuarinius Ambacthius has fulfilled a  vow willingly and deservedly for himself and his family. </p>
      </div>
      <div type="apparatus">
        <app loc="#MIN.1 #MAJ.1">
          <note>ohne Ligaturen: ILS, Espérandieu, Byvanck, Hondius-Crone</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.2 #MAJ.2">
          <note>ohne Ligatur: ILS, Espérandieu, Byvanck, Hondius-Crone</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.4 #MAJ.4">
          <note>ohne Ligatur: ILS, Espérandieu, Byvanck, Hondius-Crone</note>
        </app>
      </div>
      <div subtype="general" type="commentary">
        <p>Ianuarinius Ambacthius: römisches Namensformular ohne Praenomen <lb></lb>
Ianuarinius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Ianuarius; tritt nur in den germanischen Provinzen auf (Kakoschke 2006, GN 586) <lb></lb> 
Ambacthius: keltisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN 153) </p>
      </div>
      <div subtype="deity" type="commentary">
        <p>
          <rs type="divine">Nehalennia:</rs> keltisch; ‚diejenige im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141; de Bernardo Stempel 2004)   </p>
        <p>

Vorkommen in theonymischen Formularen:  </p>
        <p>
          <rs type="divine">Nehalennia</rs>: <lb></lb>
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als  <rs type="divine">dea Nehalennia</rs> angesprochen. <lb></lb> 
- außerhalb der Germania Inferior: -</p>
      </div>
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        <link target="#MAJ.3 #MIN.3"></link>
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