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                  <p>Der Aedicula-Altar ist bei dem Kirchenbrand von 1848 schwer beschädigt worden. Insgesamt sind elf Fragmente übriggeblieben, die wieder zusammengesetzt wurden. Um den Altar jedoch einigermaßen vollständig beschreiben zu können, muss auf zeitgenössische Zeichnungen zurückgegriffen werden, was jedoch insofern Probleme mit sich bringt, da auch diese sich – je nach Künstler – ebenfalls in einigen Details unterscheiden (Stuart 2013, 69).<lb></lb>Die Nische ist architektonisch gestaltet. Die kannelierten Pilaster rahmen nicht nur die Nische, sondern auch das Inschriftenfeld, da sie vom Sockel bis hinauf zum Gesims reichen, das auf den Kapitellen aufliegt. Der Giebel ist gebrochen – die Halbkuppel ist mit einer regenschirmartigen Muschel verziert, das Muschelschloss in der Mitte über der Göttin ausgebildet.<lb></lb>Die Relieffelder sind von einer einfachen Rahmenleiste umgeben.<lb></lb>Oben liegt laut Hondius-Crone (1955, 60) ein Opferbrot, laut Stuart (2013, 69) könnte es sich ebenso gut um eine rautenförmige Schale voller kleiner runder Früchte handeln.</p>
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                  <p>Von der abschriftlich vollständig überlieferten Inschrift sind heute nur mehr kleine Fragmente erhalten.</p>
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                <p>Der Aufsatz war ebenso mit Reliefdekor versehen, allerdings ist unklar welcher Art. <lb></lb>
                  <rs type="divine">Nehalennia</rs> ist sitzend auf einem Thron mit gut erkennbaren Armlehnen und einer hohen Rückenlehne dargestellt. Sie trägt ein weites Gewand – ihre Umrisse sind nach wie vor am Stein nachvollziehbar, jedoch durch Abschlagung und Brüche verunstaltet. Gut erkennbar ist die rechte Seite des Throns mit ihrem rechten Knie und dem darauf befindlichen Gegenstand, der verwaschen ist. Es handelte sich um einen flachen Obstkorb. Wie die Nische links und rechts neben dem Götterbild erkennen lässt, gibt es weder einen sitzenden Hund noch einen am Boden stehenden Obstkorb, wie sonst bei  <rs type="divine">Nehalennia</rs> üblich. Was  <rs type="divine">Nehalennia</rs> in der linken Hand hielt, die am linken Knie ruhte, ist unklar. Da das Gewand und der Kopf nur schematisch dargestellt sind, sind genauere Aussagen zu ihrer Kleidung nicht mehr möglich. <lb></lb>
Auf der linken Schmalseite befindet sich die von einer einfachen glatten Leiste gerahmte Weinrebe mit den Trauben. Die untere Ecke hat sich gut erhalten und lässt auch deutlich die Blätter samt Trauben erkennen. Doch auch hier hat das Motiv am Stein durch die Bestoßungen und die Brüche gelitten. <lb></lb>
Auf der rechten Schmalseite ist nur mehr der mittlere Teil des Motivs erhalten geblieben und lässt noch ein Blatt und eine größere Frucht erahnen. Details sind keine zu erkennen. Glaubt man der Umzeichnung, handelte es sich um eine Akanthusranke mir verspielt ausgefransten Blättern. Die erkennbare Frucht war wohl eine Birne. </p>
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      <geoDecl datum="WGS84" xml:id="WGS">World Geodetic System</geoDecl>
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        <p>Digitale Repräsentation konform mit EpiDoc: http://epidoc.sourceforge.net</p>
        <p>Majuskel und Minuskel ausgeführt nach Leidener Klammersystem, Majuskel bildet
                  Inschrift originalgetreu ab, Minuskel enthält editorische Hinzufügungen</p>
      </editorialDecl>
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        <p>Die keltischen Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania
                  Inferior. Eine Fallstudie zu Religion im Kontext von Kulturkontakt und
                  Kulturtransfer (FWF – Projekt P 29274-G25 )</p>
        <p>Das Forschungsprojekt beabsichtigt, sämtliche keltischen Götternamen, die sich in
                  lateinischen Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior erhaltenen haben,
                  zusammenzustellen und auszuwerten. Die gewählte Quellengrundlage erscheint
                  besonders geeignet Erscheinungsformen zu untersuchen, welche auf religiöser Ebene
                  durch das Zusammentreffen von verschiedenen kulturellen Einflüssen entstanden
                  sind. Diese sind hier einerseits definiert durch die Verwendung der keltischen
                  Sprache, andererseits durch die lateinische Sprache und durch Formen aus dem
                  Inneren des Imperium Romanum, die man mit dem Etikett „römisch“ versehen kann. Das
                  Interesse gilt dabei nicht nur religiösen, sondern auch damit verbundenen
                  gesellschaftlichen Aspekten und den entsprechenden Mentalitäten. Doch soll damit
                  auch zu einem verbesserten Gesamtbild der Provinzialreligion in Niedergermanien
                  beigetragen werden.<lb></lb> Die Abschlusspublikation wird ergänzt um einen
                  ausführlichen sprachwissenschaftlichen Kommentar (von Patrizia de Bernardo
                  Stempel) in der Reihe ‚Corpus - F.E.R.C.AN. (Fontes epigraphici religionum
                  Celticarum antiquarum)‘ erscheinen. </p>
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      <desc>links, Front, rechts (Zeichnung), Cannegieter, ms 953 Universität Leiden, aus: Hondius-Crone 1955, p.61, Rechte vorbehalten</desc>
    </graphic>
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      <desc>links, Front, rechts, Hondius-Crone 1955, p.61, Rechte vorbehalten</desc>
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        <ref target="info:fedora/context:fercan" type="context">FERCAN</ref>
      </ab>
      <div subtype="editions" type="bibliography">
        <listBibl>
          <bibl xml:id="LIT.1">CIL XIII 8784</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.2">Espérandieu IX 6649</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.3">Bywanck 1935, Nr.254</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.4">Hondius-Crone 1955, Nr.17</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.5">Stuart 2013, Nr.15</bibl>
        </listBibl>
      </div>
      <div subtype="concordances" type="bibliography">
        <listBibl>
          <bibl type="EDCS">EDCS-11100874<date>zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020</date>
          </bibl>
          <bibl type="trismegistos">www.trismegistos.org/text/415780<date>zuletzt aufgerufen am 26. Juli 2021</date>
          </bibl>
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      </div>
      <div subtype="diplomatic" type="edition" xml:id="majuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><orig><lb n="1" xml:id="MAJ.1"></lb>DEAE NEHALEN  <lb n="2" xml:id="MAJ.2"></lb>
NIAE C EXOM  <lb n="3" xml:id="MAJ.3"></lb>
NIANIVS VERVS <lb n="4" xml:id="MAJ.4"></lb>
D · D</orig></ab></div>
      <div subtype="normalised" type="edition" xml:id="minuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><lb n="1" xml:id="MIN.1"></lb>Deae Nehalen<lb break="no" n="2" xml:id="MIN.2"></lb>niae <expan><abbr>C</abbr><ex>aius</ex></expan> Exom<lb break="no" n="3" xml:id="MIN.3"></lb>nianius Verus<lb n="4" xml:id="MIN.4"></lb><expan><abbr>d</abbr><ex>onum</ex></expan> <expan><abbr>d</abbr><ex>edit</ex></expan></ab></div>
      <div type="translation" xml:lang="de">
        <p>Für die Göttin  <rs type="divine">Nehalennia!</rs>
          <lb></lb>
Gaius Exomnianius Verus hat diese Gabe gegeben.</p>
      </div>
      <div type="translation" xml:lang="en">
        <p>To the goddess  <rs type="divine">Nehalennia!</rs>
          <lb></lb>
Gaius Exomnianius Verus gave this offering.</p>
      </div>
      <div subtype="general" type="commentary">
        <p>Gaius Exomnianius Verus: tria nomina <lb></lb>
Exomnianius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom keltischen Cognomen Exomnus/Exomnianus (Kakoschke 2006, GN 459) <lb></lb>
Verus: überall äußerst gängiges lateinisches Cognomen (Kakoschke 2008, CN 3295)</p>
      </div>
      <div subtype="deity" type="commentary">
        <p>
          <rs type="divine">Nehalennia:</rs> keltisch; ‚diejenige im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141; de Bernardo Stempel 2004)   </p>
        <p>

Vorkommen in theonymischen Formularen: </p>
        <p>
          <rs type="divine">Nehalennia</rs>: <lb></lb>
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als  <rs type="divine">dea Nehalennia</rs> angesprochen. <lb></lb> 
- außerhalb der Germania Inferior: -</p>
      </div>
      <linkGrp domains="#majuscule #minuscule" type="alignment">
        <link target="#MAJ.1 #MIN.1"></link>
        <link target="#MAJ.2 #MIN.2"></link>
        <link target="#MAJ.3 #MIN.3"></link>
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