Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Nehalennia

CF-GeI-428

NEHAL[---]NIÂẸ

ANDANHIANIV

SEVERVS

V · S · L · L · M

Nehal[---]niae

Andanhianiu(s)

Severus

v(otum) s(olvit) l(aetus) l(ibens) m(erito)

CivitasCivitas Frisiavonum
Apparatus criticusZ. 1: vorweg steht eine Zeile mit [Deae(?)] – Scheungraber; vorweg steht eine Zeile mit [Deae] – Ferlut; Nehal[en]niae oder Nehal[ae]niae – Stuart/Bogaers; Nehal[en]niae – AE, EDH; ohne Ligatur – EDH; Nehal[e]n(n)iae – Scheungraber; Nehal[e]niae – Ferlut
Z. 3: S(everus) – Scheungraber, Ferlut
Z. 4: v(otum) s(olvit) l(aetus) l(ibens) m(erito) – AE; v(otum) l(ibens) l(aetus) m(erito) – Scheungraber, Ferlut
Übersetzung Deutsch

Für Nehal…nia!
Andanhianius Severus hat das Gelübde freudig, gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To Nehal…nia!
Andanhianius Severus has fulfilled a vow gladly, willingly and deservedly.

Autopsie

non vidimus


Lesung gründet auf: Stuart/Bogaers

Editionen und LesungenStuart/Bogaers 2001, B85
AE 2001, 1504
Scheungraber 2020, 411 Nr.143
Ferlut 2022, Nr.982
Elektronische Ressourcen HD047384 (Version vom 12. Juni 2017) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-23400652 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/209602 (zuletzt aufgerufen am 30. Juni 2021) (Trismegistos)
Fundort antikGanuenta
Fundstelle

Oosterschelde bei Colijnsplaat 51.599839 3.849262 (!)

Fundjahr1971
VerwahrungLeiden, Rijksmuseum van Oudheden
Inventarnummeri 1971/11.75
InschriftträgerWeihealtar
MaterialKalkstein
Archäologische Klassifikation Baum
Fragment
Laubbaum
Reliefschmuck
Beschreibung Objekt

Es handelt sich um den Unterteil eines Weihealtars. Die Oberfläche wirkt leicht verwittert. Der Sockel samt Kanten ist nur leicht bestoßen.

Zustand Objekt unklar
MaßeHöhe: 18,0 cm
Breite: 20,0 cm
Tiefe: 8,5 cm
Ikonografie

Auf der linken Schmalseite ist ein gerader dünner Stamm mit einem gleich unten ansetzenden, nach rechts wachsenden Aststumpf erhalten, ebenso das unterste Blattpaar der beginnenden Baumkrone. Es handelt sich um eine einfach gearbeitete Motivform, die jedoch sehr plastisch und detailreich ausgearbeitet wurde.
Das Motiv rechts ähnelt dem der linken Schmalseite.

Inschrift

Erhalten ist der untere Teil des Inschriftentextes. Ob davor noch eine oder mehrere Zeilen vorhanden warten, ist nicht zu sagen.

Zustand Inschriftfeldunklar
Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Nehal…nia: Rest einer Form von Nehalennia: keltisch erklärbar: ‚Die [Göttin] im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 145f). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Nehalennia:
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als dea Nehalennia angesprochen.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Andanhianius Severus: römisches Namensformular ohne Praenomen
Andanhianius: einheimische Bildung, wohl germanisch und verwandt oder gar ident mit Andangianius (Kakoschke 2006, GN 79)
Severus: lateinisches Cognomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2008, CN 2838)

ZitiervorschlagCF-GeI-428, hdl.handle.net/11471/504.50.428
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, Stuart/Bogaers 2001, Taf.102, B85, Rechte vorbehaltenBild 2: links, Stuart/Bogaers 2001, Taf.102, B85, Rechte vorbehalten


Bild 1: Front, Stuart/Bogaers 2001, Taf.102, B85, Rechte vorbehalten
Bild 2: links, Stuart/Bogaers 2001, Taf.102, B85, Rechte vorbehalten