Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Nehalennia

CF-GeI-403

DEAE

N̂EĤALAÊNNIAE

EXOMNIVS

ISÂVRICIFIL

  5 ARAMPOSV

ITEXIVSSV

Deae

Nehalaenniae

Exomnius

Isaurici fil(ius)

  5 aram posu-

it ex iussu

CivitasCivitas Frisiavonum
Apparatus criticusZ. 2: ohne Ligaturen – AE, EDH
Z. 4: ohne Ligatur – AE, Stuart/Bogaers 2001, EDH
Z. 5: kein Zeilenwechsel nach posu- – Raybould/Sims-Williams (dort als: posu (sic) it), Scheungraber, Ferlut
Übersetzung Deutsch

Für die Göttin Nehalaennia!
Exomnius, der Sohn des Isauricus, hat den Altar auf (ihr) Geheiß aufgestellt.

Übersetzung Englisch

To the goddess Nehalaennia!
Exomnius, the son of Isauricus, set up the altar by (her) order.

Autopsie

non vidimus


Lesung gründet auf: Stuart/Bogaers 2001

Editionen und LesungenStuart/Bogaers 1971, Nr.28
AE 1975, 642
Stuart/Bogaers 2001, B47
Raybould/Sims-Williams 2009, 71 Nr.BEG 224
Scheungraber 2020, 408 Nr.119
Ferlut 2022, Nr.1012
Elektronische Ressourcen HD010777 (Version vom 12. Juni 2017) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-09400560 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/208875 (zuletzt aufgerufen am 30. Juni 2021) (Trismegistos)
Fundort antikGanuenta
Fundstelle

Oosterschelde bei Colijnsplaat 51.599839 3.849262 (!)

Fundjahr1970
VerwahrungLeiden, Rijksmuseum van Oudheden; Leihgabe an Zierikzee, Maritiem Museum (Stand Stuart/Bogaers 2001, B 47)
Inventarnummeri 1970/12.28
InschriftträgerWeihealtar
MaterialKohlenkalk
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
glatt
Opferschale
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar besteht aus blauschwarzem Kalkstein, ein besonders hartes Material. Daher sind die Steine ohne Reliefschmuck und nur mit Inschrift versehen (Stuart 1992, 9 f.).
Der Weihestein ist vollständig und gut erhalten. Sockel und Aufsatz werden merklich breiter und sind beide einfach profiliert. Oben ist eine Schale mit Knopf in der Mitte (Patera) eingelassen (Stuart/Bogaers 2001, 133).
Die Oberfläche ist kaum beschädigt, bis auf einige Kratzer.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 68,0 cm
Breite: 34,5 cm
Tiefe: 21,5 cm
Ikonografie

Der Aufsatz mit Giebel und Pulvini ist ohne Reliefdekor. Die Schmalseiten sind ebenfalls ohne Verzierung.

Inschrift

Der Text ist vollständig erhalten, doch füllt er das Inschriftenfeld nicht zur Gänze aus; unten bleibt ein Freiraum in der Höhe von ca. einer Zeile. Auffällig ist in Z.1 der Abstand in der Mitte von „deae“. Es fehlen Abstände zwischen den einzelnen Wörtern bzw. Trennzeichen. Die Zeilen 3–6 sind nicht zentriert.
Ligaturen: s. Majuskeltxt. Besondere Zeichen: Ungewöhnlich ist die Form der Ligatur von H und A.

Zustand Inschriftfeldvollständig
Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Nehalaennia: Variante von Nehalennia: keltisch erklärbar: ‚Die [Göttin] im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 145f). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Nehalennia:
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als dea Nehalennia angesprochen.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Exomnius Isaurici filius: einheimisches Namensformular mit Angabe des Namens des Vaters im Genetiv

Exomnius: keltisches Cognomen, Weiterbildung des keltischen Cognomens Exomnus (Kakoschke 2007, CN 1243)

Isauricus: keltisches oder griechisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN 1621)

Kohlenkalk: Dieser Stein wurde an der Maas zwischen Namur und Huy gewonnen. Die Gegend gehörte in römischer Zeit zur civitas Tungrorum. Die Altäre aus diesem Gestein weisen besondere Merkmale auf, die auf eine geschlossene Gruppe von Dedikanten schließen lassen könnten. All das legt möglicherweise eine Herkunft aus dieser civitas nahe (so Stuart/Bogaers 2001, 47f.).

ZitiervorschlagCF-GeI-403, hdl.handle.net/11471/504.50.403
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, Stuart/Bogaers 2001, Taf.91, B47, Rechte vorbehaltenBild 2: rechts, Stuart/Bogaers 2001, Taf.91, B47, Rechte vorbehalten


Bild 1: Front, Stuart/Bogaers 2001, Taf.91, B47, Rechte vorbehalten
Bild 2: rechts, Stuart/Bogaers 2001, Taf.91, B47, Rechte vorbehalten