Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Nehalennia

CF-GeI-396

DEAE

NEHALAENIAE

ARAM QVAM

Q̣̣ · P̣HOEB · ĤILARVS

  5 D M Ḅ OB MERCE[.]

SVAS · BEN̂E · CONṢ

[---]VATAS · VOV̂ERA[.]

[.]OSVIT · L · M

ALBINO · ÊT · MAXI

10 MO · COS

Deae

Nehalaeniae

aram quam

Q(uintus) Phoeb(ius) Hilarus

  5 d(ecurio) m(unicipii) B(atavorum) ob merce[s]

suas bene cons-

[er]vatas vovera[t]

[p]osuit l(ibens) m(erito)

Albino et Maxi-

10 mo co(n)s(ulibus)

CivitasCivitas Frisiavonum
Apparatus criticusZ. 2: Nehalaen(n)iae – EDH
Z. 4: LHON – Stuart/Bogaers 1971; in ho(norem) eius(?) Hilarus – Bogaers 1972 Nijmegen, AE, 1975 Stuart 1997; ohne Ligatur – Stuart 1997, EDH; Phoeb(ius?) Hilarus – Scheungraber
Z. 5: [---] ob – Stuart/Bogaers 1971
Z. 6: ohne Ligatur – Stuart 1997, EDH
Z. 7: ohne Ligatur – Stuart 1997, EDH
Z. 9: ohne Ligatur – Stuart 1997, EDH
Übersetzung Deutsch

Für die Göttin Nehalaenia!
Den Altar, welchen Quintus Phoebius Hilarus, der decurio des Municipium Batavorum, für die Wohlbehaltenheit seiner Ware gelobt hatte, hat er nach erwiesener Wohltat gerne aufgestellt, als Albinus und Maximus Konsuln waren.

Übersetzung Englisch

To the goddess Nehalaenia!
Quintus Phoebius Hilarus, the decurio of the municipium Batavorum, set up the altar that he had promised for the protection of his goods, willingly and deservedly, during the consulship of Albinus and Maximus.

Autopsie

non vidimus


Lesung gründet auf: Stuart/Bogaers 2001

Editionen und LesungenStuart/Bogaers 1971, Nr.32
Bogaers 1972 Nijmegen, 7
AE 1975, 646
Stuart 1997, 57
Stuart/Bogaers 2001, B37
AE 2001, 1488
Scheungraber 2020, 407 Nr.112
Elektronische Ressourcen HD010789 (Version vom 12. Juni 2017) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-09400564 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/208879 (zuletzt aufgerufen am 30. Juni 2021) (Trismegistos)
Fundort antikGanuenta
Fundstelle

Oosterschelde bei Colijnsplaat 51.599839 3.849262 (!)

Fundjahr1970
VerwahrungLeiden, Rijksmuseum van Oudheden; Leihgabe an Nijmegen, Museum Het Valkhof (Stand Stuart/Bogaers 2001, B 37)
InventarnummerRMO i 1970/12.32
InschriftträgerWeihealtar
MaterialKalkstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Frucht
glatt
Inschrift außerhalb des Inschriftenfeldes
Beschreibung Objekt

Dem Weihealtar fehlt die rechte untere Ecke. Die Oberfläche ist stellenweise durch Verwitterung beschädigt. Oben links und rechts ist der Rest einer Frucht vorhanden.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 54,0 cm
Breite: 29,5 cm
Tiefe: 9,5 cm
Ikonografie

Aufsatz sowie Schmalseiten sind ohne Reliefverzierung (Stuart/Bogaers 2001, 126).

Inschrift

Der Text ist von Anfang bis Ende erhalten, aber nicht überall lesbar. Die Lesung der Inschrift in Stuart/Bogaers 2001 stützt allerdings auf einen weiteren möglicherweise vom selben Dedikanten aufgestellten Altar (CF-GeI-417). Der Text füllt das Inschriftenfeld nicht vollständig aus. Unten bleibt ein Freiraum in der Höhe von ca. 2 Zeilen.
Ligaturen: s. Majuskeltext. Besondere Zeichen: In Z.4 findet sich eine Ligatur von H und I mit erhöhter rechter vertikaler Haste des H.

Zustand Inschriftfeldweitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Nehalaenia: Variante von Nehalennia: keltisch erklärbar: ‚Die [Göttin] im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 145f). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Nehalennia:
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als dea Nehalennia angesprochen.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Quintus Phoebius Hilarus: tria nomina
Phoebius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom griechischen Cognomen Phoebus (Kakoschke 2006, GN 951)
Hilarus: lateinisches Cognomen, typischer Sklavenname, doch handelt es sich beim Träger dieses Namens wohl nicht um einen ehemaligen Sklaven (Kakoschke 2007, CN 1524)

municipium Batavorum: Nijmegen

Albino et Maximo co(n)s(ulibus): M. Nummius Senecio Albinus und M. Laelius Maximus Aemilianus waren Konsuln im Jahr 227 (Degrassi 1952, 63).

Datierung227
ZitiervorschlagCF-GeI-396, hdl.handle.net/11471/504.50.396
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, Stuart/Bogaers 2001, Taf.85, B37, Rechte vorbehalten


Bild 1: Front, Stuart/Bogaers 2001, Taf.85, B37, Rechte vorbehalten