Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Rhenus

CF-GeI-390

I · O · M

DIS PATRIIS ET

PRAESIDIBVS HVIVS

LOCI OCEANIQVE

  5 ET RENO

Q · MARC · GALLIA

NVS · LEG · LEG · XXX V V

PRO SALVTE SVA

ET SVORVM

10 V · S · M

I(ovi) O(ptimo) M(aximo)

Dis patriis et

praesidibus huius

loci oceanique

  5 et Reno

Q(uintus) Marc(ius) Gallia-

nus leg(atus) leg(ionis) XXX U(lpiae) V(ictricis)

pro salute sua

et suorum

10 v(otum) s(olvit) m(erito)

CivitasCivitas Canninefatium
Apparatus criticusZ. 5: R(h)eno –EDH, Reuter
Z. 10: v. s. l. m. – ILS
Übersetzung Deutsch

Für Iupiter Optimus Maximus, die heimischen Gottheiten und die Schutzgottheiten dieses Ortes und des Meeres und Renus!
Quintus Marcius Gallianus, legatus legionis der XXX Ulpia Victrix, hat für sein Wohl und das der Seinen das Gelübde verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To Iupiter Optimus Maximus, the gods of the fatherland and the protecting gods of this place and the sea and Renus!
Quintus Marcius Gallianus, legatus legionis of the XXX Ulpia Victrix, has fulfilled a vow deservedly for his welfare and that of his family.

Autopsie

non vidimus


Lesung gründet auf: CIL

Editionen und LesungenCIL XIII 8810
ILS 9266
Reuter 2012, Nr.6
Elektronische Ressourcen HD030654 (Version vom 27. März 2008) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11100900 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/209409 (zuletzt aufgerufen am 30. Juni 2021) (Trismegistos)
Fundort antikFectio
Fundort modern Wiltenburg
Fundstelle

alte Kirche St. Paul

Fundumständebeim Abbruch der alten Kirche
Fundjahr1643
Verwahrungverschollen
InschriftträgerWeihestein
Archäologische Klassifikation Abschrift
Beschreibung Objekt

Da der Stein verschollen ist, ist keine Beschreibung von Form und Gestaltung möglich.

Ikonografie

keine Beschreibung möglich

Inschrift

Nach inhaltlichen Gesichtspunkten dürfte der Inschriftentext vollständig überliefert sein.

Zustand Inschriftfeldvollständig
Kommentar Götternamen

Rhenus (incl. ev. Varianten):

Sprachlich: keltisch: ‚Gott des [Flusses] Rhein’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 148f.). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen: Der Göttername Rhenus ist inschriftlich bezeugt in den Provinzen Germania Inferior, Germania Superior und Raetia (flumen Rhenus CIL XIII 5255).

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgenden theonymischen Formularen vor:

Rhenus (incl. ev. Varianten):

- Germania Inferior: CF-GeI-388, CF-GeI-390, CF-GeI-391 - Germania Superior: -

flumen Rhenus (incl. ev. Varianten):

- Germania Inferior: CF-GeI-389 - Germania Superior: -

Rhenus Pater (incl. ev. Varianten):

- Germania Inferior: - - Germania Superior: CF-GeS-1016. Einziger Beleg für dieses theonymische Formular, die Bezeichnung als Pater ist darüber hinaus nur für sehr wenige, wichtige Flüsse – wie etwa den Tiber – bezeugt (Vollkommer 1994, 2f.)

Kommentar allgemein

Quintus Marcius Gallianus: tria nomina
Marcius: italisches Gentilnomen oder einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Marcus; gängiger Name (Kakoschke 2006, GN 743); die zweite Möglichkeit ist eher unwahrscheinlich, da es sich bei seinem Träger um einen Legionslegaten handelt, der vermutlich kein Einheimischer war.
Gallianus: lateinisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN 1372)

Quintus Marcius Gallianus, legatus legionis of the XXX Ulpiae victricis: Der Legionskommandant ist nur in der hier vorgelegten Inschrift bezeugt. Seine zeitliche Einordnung um 220, die Alföldy (1967 Legionslegaten, 54f.) vornimmt, ist sehr unsicher.

legio XXX Ulpia Victrix: Die Legion folgte ab 121/122 n.Chr. in Xanten auf die legio VI Victrix (Stein 1932, 106).

ZitiervorschlagCF-GeI-390, hdl.handle.net/11471/504.50.390
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Abschrift, CIL XIII 8810, CC BY-NC


Bild 1: Abschrift, CIL XIII 8810, CC BY-NC