Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Matres Vapthiae

CF-GeI-383

IN · H · D · D

DIS · DEABQ OMN̂IB

MATRIBVS · VAP

THIABVS · ET · GENIO

  5 LOCI · SACRVM · C

TAVRICIVS · VE

RUS · BF · COS · PRO SE

ET · SVIS · V · S · L · M

POSVIT · ET · DEDI

In h(onorem) d(omus) d(ivinae)

dis deab(us)q(ue) omnib(us)

Matribus Vap-

thiabus et Genio

  5 loci sacrum C(aius)

Tauricius Ve-

rus b(ene)f(iciarius) co(n)s(ularis) pro se

et suis v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)

posuit et dedi(t)

Übersetzung Deutsch

Zur Ehre des Kaiserhauses
allen Göttern und Göttinnen, den Matres Vapthiae und dem Genius loci geweiht!
Gaius Tauricius Verus, beneficiarius consularis, hat für sich und die Seinen das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt und dies aufgestellt und gegeben.

Übersetzung Englisch

In honour of the Divine Household
sacred to all gods and goddesses, the Matres Vapthiae and the Genius loci!
Gaius Tauricius Verus, beneficiarius of the governor, has fulfilled a vow for himself and his family willingly and deservedly, and set this up and gave it.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: CIL (aus älterer Literatur)
Editionen und LesungenCIL XIII 8841
Schallmayer/Eibl et al. 1990, Nr.95
Elektronische RessourcenEDCS-11100931 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415835 (Trismegistos)
Fundstellein der Nähe des Rheins (keine genaueren Angaben vorhanden, siehe Schallmayer u.a. 1990, 86 f.)
Verwahrungverschollen
InschriftträgerWeihestein
Archäologische Klassifikation Abschrift
Beschreibung Objekt

Von dem Weihestein ist nur die Inschrift überliefert, über Aussehen und Gestaltung sind keine Informationen in der Literatur zu finden. Der Stein selbst ist verschollen.

Ikonografie

keine Beschreibung möglich

Inschrift

Nach inhaltlichen Gesichtspunkten dürfte der Inschriftentext vollständig überliefert sein.
Ligatur: s. Majuskeltext – besondere Zeichen: In Z.2 findet sich eine Ligatur von N und I mit erhöhter rechter vertikaler Haste des I, in Z.5 ein verkleinertes I und in Z.7 ein verkleinertes O sowie das Sonderzeichen für beneficiarius.

Kommentar Götternamen

Vapthiae: keltisch (Delamarre 2007, 189); anders: germanisch ‘die mit der (gewundenen) Frauen-Kopfbedeckung’ (Neumann 1987, 125)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Matres Vapthiae:
- Germania Inferior: Der Göttername ist nur in diesem theonymischen Formular und nur in der hier vorgelegten Inschrift bezeugt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Gaius Tauricius Verus: tria nomina; in beneficiarius consularis dieses Namens findet sich auch noch in einer Grabinschrift aus Köln (Nesselhauf/Lieb 1959, Nr.221) und einer Weihung an die Matronae Aufaniae in Bonn (Nesselhauf 1937, Nr.159). Es scheint sich dabei stets um dieselbe Person zu handeln (so Schallmayer/Eibl et al. 1990, Nr.95).
Tauricius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom keltischen Cognomen Tauricus (Kakoschke 2008, CN 1273)
Verus: überall äußerst gängiges lateinisches Cognomen (Kakoschke 2008, CN 3295)

ZitiervorschlagCF-GeI-383, hdl.handle.net/11471/504.50.383
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Abschrift, CIL XIII 8841, CC BY-NC