Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Nehalennia

CF-GeI-363

DEAE

N̂EHAḶẸṆ[---]

[------?]

ACCEPTIV[.]

  5 [.]ASSVS

V · S · L · Ṃ

Deae

Nehalen[---]

[------?]

Acceptiu[s]

  5 [.]assus

v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCivitas Frisiavonum
Apparatus criticusZ. 2: Nehalen[niae] – AE; Nehalen[niae], ohne Ligatur – EDHScheungraber; Nehalen[iae] – Ferlut
Z. 5: Iassus – AE; Raepsaet-Charlier 2003, 296; EDH; [B]assus – Stuart/Bogaers, Scheungraber, Ferlut
Übersetzung Deutsch

Für die Göttin Nehalen…!
… Acceptius …assus hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the goddess Nehalen…!
… Acceptius …assus has fulfilled a vow willingly and deservedly.

Autopsie

non vidimus
Lesung gründet auf: Stuart/Bogaers 2001

Editionen und LesungenStuart/Bogaers 2001, B6
AE 2001, 1471
Scheungraber 2020, 403 Nr.82
Ferlut 2022, Nr.980
Elektronische Ressourcen HD047354 (Version vom 3. Februar 2016) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-23400597 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/209572 (zuletzt aufgerufen am 30. Juni 2021) (Trismegistos)
Fundort antikGanuenta
Fundstelle

Oosterschelde bei Colijnsplaat 51.599839 3.849262 (!)

VerwahrungMiddelburg, Zeeuws Museum, Sammlung Valster (GAV); Leiden, Rijksmuseum van Oudheden (RMO)
InventarnummerGAV 1994-7 (Oberteil), i RMO i 1974/9.128 (Unterteil)
InschriftträgerWeihealtar
MaterialKalkstein
Archäologische Klassifikation Apfel
Aufsatzschmuck
Blattdekor
Fragment
Frucht
Gottheit
menschliche Figur
männliche Figur
Palmzweig
Reliefdekor
Rosette
Zweig
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar ist in zwei nicht aneinanderpassenden Fragmenten erhalten. Der untere Teil ist besonders an der Vorderseite stark verwittert. Der obere Teil samt Aufsatzschmuck und Reliefdekor ist gut erhalten. Der Aufsatz besteht aus einer einfachen Platte, darüber das mittige Giebelchen und die seitlichen Pulvini. Oben liegen zwei Äpfel.
Die rechte Schmalseite hat sich aufgrund von Verwitterung nicht erhalten.

Zustand Objekt mehrere Fragmente
MaßeTeil 1
Höhe: 18,0 cm
Breite: 19,0 cm
Tiefe: 10,0 cm
Teil 2
Höhe: 23,0 cm
Breite: 19,0 cm
Tiefe: 14,0 cm
Ikonografie

Der Giebel ist mit einer Rosette verziert. Die Pulvini sind mit Rosetten und Blattdekor versehen.
Die linke Schmalseite ist durch den Ausbruch beschädigt und an der linken Seite des unteren Teils stark verwittert. Der nackte Mann steht im Kontrapost mit linkem Stand- und rechtem Spielbein. Er hat lockiges kurzes Haar und einen Vollbart. In der rechten Hand scheint er einen Palmzweig wie eine Art Zepter zu halten.

Inschrift

Der Inschriftentext ist auf zwei nicht anpassenden Fragmenten erhalten. Es ist unklar, ob dazwischen eine Zeile verloren gegangen ist oder nicht. Das erhaltenen Formular der Inschrift deutet eher darauf hin, dass nichts fehlt. Die Buchstaben der ersten Zeile sind deutlich größer als die folgenden.
Ligatur: s. Majuskeltext

Zustand Inschriftfeldunklar
Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Nehalen…: Rest von Nehalennia oder einer Variante: keltisch erklärbar: ‚Die [Göttin] im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 145f). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Nehalennia:
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als dea Nehalennia angesprochen.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Acceptius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Acceptus; der Namen tritt vor allem im Rheinland auf, aber auch in der Belgica (Kakoschke 2006, GN 6).

ZitiervorschlagCF-GeI-363, hdl.handle.net/11471/504.50.363
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, Stuart/Bogaers 2001, Taf.58, B6, Rechte vorbehaltenBild 2: links, Stuart/Bogaers 2001, Taf.58, B6, Rechte vorbehalten


Bild 1: Front, Stuart/Bogaers 2001, Taf.58, B6, Rechte vorbehalten
Bild 2: links, Stuart/Bogaers 2001, Taf.58, B6, Rechte vorbehalten