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        <title ref="https://gams.uni-graz.at/fercan">FERCAN: Fontes Epigraphici Religionum
                  Celticarum Antiquarum. Die keltischen Götternamen in den Inschriften der römischen
                  Provinz Germania Inferior</title>
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                  <p>Der Aedicula-Altar ist vollständig erhalten. Über dem einfach profilierten Sockel schließt das nicht gerahmte Inschriftenfeld an, darüber, durch ein Gesims abgetrennt, die architektonisch gerahmte Nische mit der sitzenden #Nehalennia#.<lb></lb>Die Nische ist durch kannelierte Pilaster auf profilierter Basis und mit korinthisch anmutendem Kapitell gerahmt. Die Muschel ist mit flachen Zacken am Nischendach aufgespannt. Das Muschelschloss ist nicht mehr erhalten, da die linke bis mittlere Kante des Giebels abgebrochen ist. Die Nische wirkt flach. In der Mitte oben am Aufsatz lagen hinten zwei Birnen und vorne zwei Äpfel, wobei der linke Apfel abgebrochen ist.<lb></lb>Die unverzierte Rückseite und die Seitenflächen sind leicht verwittert. (Stuart/Bogaers 2001, 78; Stuart/Bogaers 1971, 63).</p>
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                  <p>Der Text ist bis auf die letzte – getilgte – Zeile vollständig erhalten. Z.1 befindet sich außerhalb des Inschriftenfeldes am Architrav über dem Relief.<lb></lb>Ligaturen: s. Majuskeltext – besondere Zeichen: In Z.1 findet sich eine Ligatur von N und I mit erhöhter rechter senkrechter Haste, in Z.1 eine Ligatur von T und I, wobei ein kleines I rechts außen auf der Querhaste des T aufsitzt.</p>
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                <p>Die Pulvini am Aufsatz waren reliefverziert, wie der rechte beweist. Auch den Seiten ist das Reliefdekor nachvollziehbar. <lb></lb>
                  <rs type="divine">Nehalennia</rs> ist sitzend auf einem Thron mit Armlehnen und hoher Rückenlehne dargestellt. Sie trägt vermutlich eine Haube (Stuart/Bogaers 1971, 63). Ihre Pelerine reicht ihr fast bis zu den angewinkelten Ellbögen. Der lange Mantel fällt ihr über die Arme und die Knie zwischen den Beinen in schweren Falten herab. Sie trägt ein bodenlanges Kleid darunter. In der rechten Hand hält sie ein abgebrochenes Füllhorn, dessen Überreste neben ihrer Schulter nach oben ragen. In der anderen Hand hält sie einen unkenntlichen Gegenstand; möglicherweise handelt es sich um das untere Ende eines Füllhorns. <lb></lb>
Die erhalten gebliebenen Vorderpfoten auf der rechten Seite sind wohl als Rest des Hundes zu deuten. Der Obstkorb mit Henkel und dem gut erkennbaren Flechtwerkmuster und den hoch aufgeschichteten Äpfeln steht links. Sowohl der Hund als auch der Korb scheinen hinter den jeweiligen Pilaster zu rücken, wodurch der räumliche Eindruck der eigentlich flachen Nische verstärkt wird <lb></lb>
Auf der linken Schmalseite ist im unteren Reliefregister, das auf Höhe des Nischenbildes durch eine einfache Rahmenleiste endet, mit einer Akanthuspflanze gefüllt. Darüber steht ein nach rechts gewandter Mann. Er ist in eine Tunika gekleidet und trägt in der rechten Hand eine Griffschale und links eine Kanne. Es handelt sich wohl um einen Opferdiener. <lb></lb>
Auch die rechte Schmalseite ist von einem Relief in zwei Registern geschmückt. Das untere wird hierbei durch eine Akanthusranke eingenommen, die sich von der linken Ausführung ein wenig unterscheidet. Im oberen Register ist eine Frau in einem bodenlangen Kleid (und anscheinend auch einer Palla, die sich vor ihrer Hüfte abzeichnet) zu sehen. Sie trägt die Haare wohl zu einem Knoten zusammengefasst und ist nach links gewandt. In ihren Händen scheint sie eine Schale mit Geflügel zu halten (Stuart/Bogaers 2001, 78). Die rechte Seite der linken Schmalseite ist leider stärker verwittert, sodass die Ränder der beiden Reliefregister verschwommen sind. </p>
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            <persName subtype="celtic_diplomatic" type="divine">
              <ref target="info:fedora/context:fercan.dcd.nehalennia.de_ae__nehalenniae" type="context">de(ae) Nehalenniae</ref>
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            <persName subtype="celtic_element" type="divine">
              <ref target="info:fedora/context:fercan.dce.nehalennia" type="context">Nehalennia</ref>
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                <ref target="info:fedora/context:fercan.person.other.negotiatores_allecarii" type="context">negotiatores allecarii</ref>
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            </persName>
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      <geoDecl datum="WGS84" xml:id="WGS">World Geodetic System</geoDecl>
      <editorialDecl>
        <p>Digitale Repräsentation konform mit EpiDoc: http://epidoc.sourceforge.net</p>
        <p>Majuskel und Minuskel ausgeführt nach Leidener Klammersystem, Majuskel bildet
                  Inschrift originalgetreu ab, Minuskel enthält editorische Hinzufügungen</p>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Die keltischen Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania
                  Inferior. Eine Fallstudie zu Religion im Kontext von Kulturkontakt und
                  Kulturtransfer (FWF – Projekt P 29274-G25 )</p>
        <p>Das Forschungsprojekt beabsichtigt, sämtliche keltischen Götternamen, die sich in
                  lateinischen Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior erhaltenen haben,
                  zusammenzustellen und auszuwerten. Die gewählte Quellengrundlage erscheint
                  besonders geeignet Erscheinungsformen zu untersuchen, welche auf religiöser Ebene
                  durch das Zusammentreffen von verschiedenen kulturellen Einflüssen entstanden
                  sind. Diese sind hier einerseits definiert durch die Verwendung der keltischen
                  Sprache, andererseits durch die lateinische Sprache und durch Formen aus dem
                  Inneren des Imperium Romanum, die man mit dem Etikett „römisch“ versehen kann. Das
                  Interesse gilt dabei nicht nur religiösen, sondern auch damit verbundenen
                  gesellschaftlichen Aspekten und den entsprechenden Mentalitäten. Doch soll damit
                  auch zu einem verbesserten Gesamtbild der Provinzialreligion in Niedergermanien
                  beigetragen werden.<lb></lb> Die Abschlusspublikation wird ergänzt um einen
                  ausführlichen sprachwissenschaftlichen Kommentar (von Patrizia de Bernardo
                  Stempel) in der Reihe ‚Corpus - F.E.R.C.AN. (Fontes epigraphici religionum
                  Celticarum antiquarum)‘ erscheinen. </p>
      </projectDesc>
    </encodingDesc>
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        <language ident="la">Latein</language>
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            <item>
              <ref target="info:fedora/context:fercan.dedication.votum_solverunt_libentes_merito" type="context">votum solverunt libentes merito</ref>
            </item>
            <item></item>
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      <desc>Front, Stuart/Bogaers 2001, Taf.31, A39, Rechte vorbehalten</desc>
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      <desc>links, Stuart/Bogaers 2001, Taf.31, A39, Rechte vorbehalten</desc>
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      <desc>rechts, Stuart/Bogaers 2001, Taf.31, A39, Rechte vorbehalten</desc>
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        <ref target="info:fedora/context:fercan" type="context">FERCAN</ref>
      </ab>
      <div subtype="editions" type="bibliography">
        <listBibl>
          <bibl xml:id="LIT.1">Stuart/Bogaers 1971, Nr.5</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.2">Stuart/Bogaers 2001, A39</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.3">AE 1973, 365</bibl>
        </listBibl>
      </div>
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      </div>
      <div subtype="diplomatic" type="edition" xml:id="majuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><orig><lb n="1" xml:id="MAJ.1"></lb>DE <lb n="2" xml:id="MAJ.2"></lb>
NEHALEN<hi rend="ligature">NI</hi>AE · L SECVNDIVS <lb n="3" xml:id="MAJ.3"></lb>
SIMILIS · ET · T · CARINIVS <lb n="4" xml:id="MAJ.4"></lb>
GRATVS NEGO<hi rend="ligature">TI</hi>ATORES <lb n="5" xml:id="MAJ.5"></lb>
ALLECARI · V · S · L · M <lb n="6" xml:id="MAJ.6"></lb>
<del rend="erasure"><gap quantity="1" reason="lost" unit="line"></gap></del></orig></ab></div>
      <div subtype="normalised" type="edition" xml:id="minuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><lb n="1" xml:id="MIN.1"></lb><expan><abbr>De</abbr><ex>ae</ex></expan><lb n="2" xml:id="MIN.2"></lb>Nehalenniae <expan><abbr>L</abbr><ex>ucius</ex></expan> Secundius<lb n="3" xml:id="MIN.3"></lb>Similis et <expan><abbr>T</abbr><ex>itus</ex></expan> Carinius<lb n="4" xml:id="MIN.4"></lb>Gratus negotiatores<lb n="5" xml:id="MIN.5"></lb>allecari <expan><abbr>v</abbr><ex>otum</ex></expan> <expan><abbr>s</abbr><ex>olverunt</ex></expan> <expan><abbr>l</abbr><ex>ibentes</ex></expan> <expan><abbr>m</abbr><ex>erito</ex></expan><lb n="6" xml:id="MIN.6"></lb><del rend="erasure"><gap quantity="1" reason="lost" unit="line"></gap></del></ab></div>
      <div type="translation" xml:lang="de">
        <p>Für die Göttin  <rs type="divine">Nehalennia!</rs>
          <lb></lb>
Lucius Secundius Similis und Titus Carinius Gratus, die Händler mit allec, haben das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt. …</p>
      </div>
      <div type="translation" xml:lang="en">
        <p>To the goddess  <rs type="divine">Nehalennia!</rs>
          <lb></lb>
Lucius Secundius Similis and Titus Carinius Gratus, the merchants with allec, have fulfilled a vow willingly and deservedly. …</p>
      </div>
      <div type="apparatus">
        <app loc="#MIN.1 #MAJ.1">
          <note>fehlt in Stuart/Bogaers 1971, AE, EDH</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.2 #MAJ.2">
          <note>ohne Ligatur – AE, EDH; Secun̂dius – Stuart/Bogaers 1971</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.4 #MAJ.4">
          <note>ohne Ligatur – Stuart/Bogaers 1971, AE, EDH</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.6 #MAJ.6">
          <note>die Zeile fehlt bei Stuart/Bogaers 1971, EDH; die getilgte Zeile enthielt eine Konsuldatierung – Stuart/Bogaers 2001</note>
        </app>
      </div>
      <div subtype="general" type="commentary">
        <p>Lucius Secundius Similis: tria nomina <lb></lb>
Secundius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Secundus; der Name tritt verstärkt im keltischen Bereich auf, bes. in den germanischen Provinzen und der Belgica (Kakoschke 2006, GN 1132). <lb></lb> 
Similis: lateinisches Cognomen, tritt besonders in der Germania Inferior auf, vor allem im Gebiet der CCAA (Kakoschke 2008, CN 2868) </p>
        <p>

Titus Carinius Gratus: tria nomina <lb></lb>
Carinius: italisches Gentilnomen oder einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Carinus (Kakoschke 2006, GN 280) <lb></lb>
Gratus: lateinischer Übersetzungsname nach keltischer Vorlage; als solcher von Mullen (2008, 76) erwiesen in einer Widmung an die Aufaniae in Jülich; überall gängiges lateinisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN 1464) </p>
        <p>

allec: Fischsauce; „sauces de poisson, typique du nord de la Gaule“ (AE 2001, 1460; vgl. auch RE I 1584).  </p>
      </div>
      <div subtype="language" type="commentary">
        <p>v.5: „allecari“ pro „allecarii“</p>
      </div>
      <div subtype="deity" type="commentary">
        <p>
          <rs type="divine">Nehalennia:</rs> keltisch; ‚diejenige im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141; de Bernardo Stempel 2004)   </p>
        <p>

Vorkommen in theonymischen Formularen: </p>
        <p>
          <rs type="divine">Nehalennia</rs>: <lb></lb>
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als  <rs type="divine">dea Nehalennia</rs> angesprochen. <lb></lb> 
- außerhalb der Germania Inferior: -</p>
      </div>
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        <link target="#MAJ.2 #MIN.2"></link>
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