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        <title ref="https://gams.uni-graz.at/fercan">FERCAN: Fontes Epigraphici Religionum
                  Celticarum Antiquarum. Die keltischen Götternamen in den Inschriften der römischen
                  Provinz Germania Inferior</title>
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                  <p>Der Aedicula-Altar ist komplett erhalten; Kanten und Ecken sind leicht bestoßen. Die architektonisch gerahmte Nische wirkt flach. Die Nische ist von zwei Pilastern mit Blattornament gerahmt, darüber schließt das Gebälk an. Der Giebel ist gebrochen, die Konche von einer Muschel mit gezacktem Rand geschmückt, an deren Enden sich runde Knöpfe befinden. Oben ist das fast natürlich wirkende Schloss der Muschel gut erkennbar. Der Aufsatz ist mit einer flachen Platte und zwei Pulvini geschmückt, die seitlich als rosettenverzierter Giebel dargestellt sind. Oben liegen 22 bis 23 Früchte – es handelt sich um Äpfel und Birnen, sowie kleinere Früchte, vermutlich Nüsse oder Pflaumen.</p>
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                  <p>Die zu Gänze erhaltene Inschrift ist stark abgerieben aber lesbar.<lb></lb>Ligatur: s. Majuskeltext</p>
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                <p>
                  <rs type="divine">Nehalennia</rs> sitzt auf einem Stuhl. Sie trägt ihr Haar kurz mit deutlichem Mittelscheitel. Die Pelerine geht ihr bis zur Mitte der Oberarme und scheint einen unregelmäßigen Rand zu besitzen. Der lange Mantel fällt ihr in Falten an den Seiten der Arme über die Knie nach innen. Darunter trägt sie ein knöchellanges Kleid, das ihre Füße frei lässt. Auf dem rechten Knie hält sie einen flachen Obstkorb mit der rechten Hand. In der linken scheint sie einen Blumenstrauß oder ein Büschel Pflanzen zu halten, die sie auf das andere Knie abgelegt hat. <lb></lb>
Links von ihr sitzt der von ihr abgewandte Hund, der ihr den Kopf schräg nach oben gewandt zudreht. Auf der rechten Seite steht ein Obstkorb mit auffallend großen Früchten am Boden. <lb></lb>
Die Nische ist eigentlich flach gearbeitet, durch die Anwesenheit von Hund und Obstkorb wirkt sie auch sehr voll.  <rs type="divine">Nehalennia</rs> vermittelt mit ihrem faltenreichen Gewand räumliche Tiefe, die jedoch durch die kleine Muschel über ihr etwas abgemildert wird. <lb></lb>
Auf der linken Schmalseite befindet sich eine Baumdarstellung. Es handelt sich um einen Laubbaum mit geradem Stamm und einem mittig nach links ragenden Aststumpf. Der Stamm ist bis zum oben abschließenden Blattpaar durchgehend gearbeitet, links und rechts teilen sich Blätter sowie neue Zweige ab. <lb></lb>
Die rechte Schmalseite zeigt ein ähnliches Motiv. Auch hier ist ein Laubbaum in Relief zu sehen, ebenfalls mit mittig ansetzendem Aststumpf nach links. Die Baumkrone ist jedoch qualitativ besser und versierter gearbeitet – so sind mehrere Verzweigungen und Äste sowie reicherer Blattschmuck vorhanden.</p>
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      <geoDecl datum="WGS84" xml:id="WGS">World Geodetic System</geoDecl>
      <editorialDecl>
        <p>Digitale Repräsentation konform mit EpiDoc: http://epidoc.sourceforge.net</p>
        <p>Majuskel und Minuskel ausgeführt nach Leidener Klammersystem, Majuskel bildet
                  Inschrift originalgetreu ab, Minuskel enthält editorische Hinzufügungen</p>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Die keltischen Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania
                  Inferior. Eine Fallstudie zu Religion im Kontext von Kulturkontakt und
                  Kulturtransfer (FWF – Projekt P 29274-G25 )</p>
        <p>Das Forschungsprojekt beabsichtigt, sämtliche keltischen Götternamen, die sich in
                  lateinischen Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior erhaltenen haben,
                  zusammenzustellen und auszuwerten. Die gewählte Quellengrundlage erscheint
                  besonders geeignet Erscheinungsformen zu untersuchen, welche auf religiöser Ebene
                  durch das Zusammentreffen von verschiedenen kulturellen Einflüssen entstanden
                  sind. Diese sind hier einerseits definiert durch die Verwendung der keltischen
                  Sprache, andererseits durch die lateinische Sprache und durch Formen aus dem
                  Inneren des Imperium Romanum, die man mit dem Etikett „römisch“ versehen kann. Das
                  Interesse gilt dabei nicht nur religiösen, sondern auch damit verbundenen
                  gesellschaftlichen Aspekten und den entsprechenden Mentalitäten. Doch soll damit
                  auch zu einem verbesserten Gesamtbild der Provinzialreligion in Niedergermanien
                  beigetragen werden.<lb></lb> Die Abschlusspublikation wird ergänzt um einen
                  ausführlichen sprachwissenschaftlichen Kommentar (von Patrizia de Bernardo
                  Stempel) in der Reihe ‚Corpus - F.E.R.C.AN. (Fontes epigraphici religionum
                  Celticarum antiquarum)‘ erscheinen. </p>
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     <desc>oben, Stuart/Bogaers 2001, Taf.114, A15, Rechte vorbehalten</desc>
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        <listBibl>
          <bibl xml:id="LIT.1">Stuart/Bogaers 1971, Nr.3</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.2">Stuart/Bogaers 2001, A15</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.3">AE 1973, 363</bibl>
        </listBibl>
      </div>
      <div subtype="concordances" type="bibliography">
        <listBibl>
          <bibl type="EDCS">EDCS-23400566</bibl>
          <bibl type="trismegistos">www.trismegistos.org/text/208901</bibl>
          <bibl change="2017-06-12" type="EDH">HD011192</bibl>
        </listBibl>
      </div>
      <div subtype="diplomatic" type="edition" xml:id="majuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><orig><lb n="1" xml:id="MAJ.1"></lb>DEAE <lb n="2" xml:id="MAJ.2"></lb>
NEHALENNIAE <lb n="3" xml:id="MAJ.3"></lb>
QVART<hi rend="ligature">̣I</hi>VS · REDITVS <lb n="4" xml:id="MAJ.4"></lb>
V · S · L · M</orig></ab></div>
      <div subtype="normalised" type="edition" xml:id="minuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><lb n="1" xml:id="MIN.1"></lb>Deae<lb n="2" xml:id="MIN.2"></lb>Nehalenniae<lb n="3" xml:id="MIN.3"></lb>Quartius Reditus<lb n="4" xml:id="MIN.4"></lb><expan><abbr>v</abbr><ex>otum</ex></expan> <expan><abbr>s</abbr><ex>olvit</ex></expan> <expan><abbr>l</abbr><ex>ibens</ex></expan> <expan><abbr>m</abbr><ex>erito</ex></expan></ab></div>
      <div type="translation" xml:lang="de">
        <p>Für die Göttin  <rs type="divine">Nehalennia!</rs>
          <lb></lb>
          <lb></lb>
Quartius Reditus hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.</p>
      </div>
      <div type="translation" xml:lang="en">
        <p>To the goddess  <rs type="divine">Nehalennia!</rs>
          <lb></lb>
          <lb></lb>
Quartius Reditus has fulfilled a vow willingly and deservedly. </p>
      </div>
      <div type="apparatus">
        <app loc="#MIN.3 #MAJ.3">
          <note>ohne Ligatur – AE, EDH; reditus als Grund für die Weihung und nicht als Cognomen – De Bernardo Stempel 2004, 185f.</note>
        </app>
      </div>
      <div subtype="general" type="commentary">
        <p>Quartius Reditus: Römisches Namensformular ohne Praenomen <lb></lb>  
Quartius: italisches Gentilnomen oder einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Quartus (Kakoschke 2006, GN 1026) <lb></lb>
Reditus: lateinisches Cognomen (Kakoschke 2008, CN 2557); De Bernardo Stempel (2004, 185f.) sieht „reditus“ als Grund für die Weihung und nicht als Cognomen. </p>
      </div>
      <div subtype="deity" type="commentary">
        <p>
          <rs type="divine">Nehalennia:</rs> keltisch; ‚diejenige im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141; de Bernardo Stempel 2004)   </p>
        <p>

Vorkommen in theonymischen Formularen: </p>
        <p>
          <rs type="divine">Nehalennia</rs>: <lb></lb>
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als  <rs type="divine">dea Nehalennia</rs> angesprochen. <lb></lb> 
- außerhalb der Germania Inferior: -</p>
      </div>
      <linkGrp domains="#majuscule #minuscule" type="alignment">
        <link target="#MAJ.1 #MIN.1"></link>
        <link target="#MAJ.2 #MIN.2"></link>
        <link target="#MAJ.3 #MIN.3"></link>
        <link target="#MAJ.4 #MIN.4"></link>
      </linkGrp>
    </body>
  </text>
</TEI>
