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          <title type="main">Nehalennia</title>
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                    Alte Geschichte und Epigraphik, Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
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        <title ref="https://gams.uni-graz.at/fercan">FERCAN: Fontes Epigraphici Religionum
                  Celticarum Antiquarum</title>
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            <repository>Rijksmuseum van Oudheden (RMO); Middelburg, Zeeuws Musem, collection KZGW (GA)</repository>
            <idno>RMO i 1974/9.123 A–C, 154; i 1981/10.232; GA 1994-29 und 32 a–c</idno>
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                  <p>Der Aedicula-Altar war der Länge nach gespalten und konnte aus fünf Fragmenten wieder einigermaßen zusammengesetzt werden, wobei das größte Fragment, die komplette Vorderseite, erst 1981 geborgen wurde.<lb></lb>Die Nische sowie das Inschriftenfeld werden von zwei Pilastern mit Akanthusornament eingerahmt. Oben schließen die Pilaster mit einem korinthischen Kapitell und dem Gebälk des gebrochenen Giebels ab. Die Bekrönung bestand aus den rosettenverzierten Pulvini und Früchten, wobei hier nur mehr der rechte Pulvinus und ein Apfel erhalten geblieben sind. Ob die Nischendecke verziert war, ist nicht mehr festzustellen. Es dürfte aber keine Muschel vorhanden gewesen sein (Stuart/Bogaers 2001, 60 f.).<lb></lb>Der Kopf der Göttin sowie der Kopf des Hundes fehlen mit der linken oberen Ecke der Nische, die hier ausgebrochen ist.</p>
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                  <p>Der Inschriftentext ist vollständig erhalten. Die Buchstaben in Z.1 sind deutlich größer als die unteren.<lb></lb>Ligaturen s. Majuskeltext. Besondere Zeichen: In Z.2 findet sich eine Ligatur von N und I mit erhöhter rechter senkrechter Haste, in Z.6 eine Ligatur von R und I mit erhöhter senkrechter Haste sowie eine Ligatur von N, N und I mit erhöhter rechter senkrechter Haste.</p>
                  <note type="condition">vollständig</note>
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                <p>
                  <rs type="divine">Nehalennia</rs> sitzt vermutlich auf einem Thron – die Rückenlehne kann zwar nicht ausgemacht werden, jedoch sprechen die verziert ausgearbeiteten Armlehnen für diese Annahme. Der Hund sitzt links von ihr, sein Körper ist frontal aus dem Bild heraus gerichtet. Sein Kopf fehlt zwar, doch ist das Halsband, das er trägt, klar erkennbar. Der auffallende hohe Obstkorb mit Henkel und deutlich erkennbarem Geflecht ist mit Äpfeln gefüllt. <lb></lb>
Der Kopf von  <rs type="divine">Nehalennia</rs> fehlt. Sie trägt eine Pelerine über ihrem Mantel, die auf halber Höhe ihrer Oberarme endet. Der weite Mantel fällt wie das Kleid darunter bis zu ihren Füßen. Auf ihrem Schoß hält sie eine Obstschale. <lb></lb>
Auf der linken Schmalseite befindet sich ein Füllhorn mit Blattkelch und mittiger Schleife, das mit Obst (hier noch eine Birne erkennbar) gefüllt ist. Der rechte obere Teil ist ausgebrochen. Aus dem Füllhorn ist rechts unter der Fehlstelle noch eine Kornähre erkennbar, die aus dem Füllhorn heraushängt. Über dem Relief ist das Blattdekor des Pulvinus gut zu erkennen. <lb></lb>
Auf der rechten Seite befindet sich ebenfalls die Reliefdarstellung eines Füllhorns mit Blattkelch und mittiger Schleife. Auch hier ist das Horn mit Obst gefüllt (ebenfalls noch eine Birne erkennbar), auf der rechten oberen Seite ist es ausgebrochen. An der linken Seite hängt eine Kornähre aus dem Horn. Das Reliefdekor des Pulvinus darüber ist nicht mehr zu erkennen. <lb></lb>
Auf der Rückseite befindet sich ein an zwei Knöpfen aufgehängter und drapierter Vorhang.</p>
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            <provenance type="found" when="1981">
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                  <ref target="info:fedora/context:fercan.geog.modern.oosterschelde_bei_colijnsplaat" type="context">Oosterschelde bei Colijnsplaat</ref>
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                <note>Mehrere Fragmente wurden schon im Februar 1971 gefunden, ein weiteres Fragment der Vorderseite erst im September 1981.</note>
              </p>
            </provenance>
            <provenance subtype="autopsied" type="observed">
              <p>non vidimus</p>
              <p>
                <lb></lb>Lesung gründet auf: Stuart/Bogaers 2001</p>
            </provenance>
          </history>
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      <geoDecl datum="WGS84" xml:id="WGS">World Geodetic System</geoDecl>
      <editorialDecl>
        <p>Digitale Repräsentation konform mit EpiDoc: http://epidoc.sourceforge.net</p>
        <p>Majuskel und Minuskel ausgeführt nach Leidener Klammersystem, Majuskel bildet
                  Inschrift originalgetreu ab, Minuskel enthält editorische Hinzufügungen</p>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Die keltischen Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania
                  Inferior. Eine Fallstudie zu Religion im Kontext von Kulturkontakt und
                  Kulturtransfer (FWF – Projekt P 29274-G25 )</p>
        <p>Das Forschungsprojekt beabsichtigt, sämtliche keltischen Götternamen, die sich in
                  lateinischen Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior erhaltenen haben,
                  zusammenzustellen und auszuwerten. Die gewählte Quellengrundlage erscheint
                  besonders geeignet Erscheinungsformen zu untersuchen, welche auf religiöser Ebene
                  durch das Zusammentreffen von verschiedenen kulturellen Einflüssen entstanden
                  sind. Diese sind hier einerseits definiert durch die Verwendung der keltischen
                  Sprache, andererseits durch die lateinische Sprache und durch Formen aus dem
                  Inneren des Imperium Romanum, die man mit dem Etikett „römisch“ versehen kann. Das
                  Interesse gilt dabei nicht nur religiösen, sondern auch damit verbundenen
                  gesellschaftlichen Aspekten und den entsprechenden Mentalitäten. Doch soll damit
                  auch zu einem verbesserten Gesamtbild der Provinzialreligion in Niedergermanien
                  beigetragen werden.<lb></lb> Die Abschlusspublikation wird ergänzt um einen
                  ausführlichen sprachwissenschaftlichen Kommentar (von Patrizia de Bernardo
                  Stempel) in der Reihe ‚Corpus - F.E.R.C.AN. (Fontes epigraphici religionum
                  Celticarum antiquarum)‘ erscheinen. </p>
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        <language ident="la">Latein</language>
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            <item>
              <ref target="info:fedora/context:fercan.dedication.ex_voto_libens_merito" type="context">ex voto libens merito</ref>
            </item>
            <item></item>
          </list>
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      <desc>Front, Stuart/Bogaers 2001, Taf.10, A11, Rechte vorbehalten</desc>
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      <desc>links, Stuart/Bogaers 2001, Taf.10, A11, Rechte vorbehalten</desc>
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      <desc>rechts, Stuart/Bogaers 2001, Taf.10, A11, Rechte vorbehalten</desc>
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        <ref target="info:fedora/context:fercan" type="context">FERCAN</ref>
        <ref target="info:fedora/context:fercan.inferior" type="context">Germania Inferior</ref>
      </ab>
      <div subtype="editions" type="bibliography">
        <listBibl>
          <bibl xml:id="LIT.1">Bogaers 1983, 19</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.2">AE 1983, 722</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.3">Stuart/Bogaers 2001, A11</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.4">Scheungraber 2020, 398 Nr.39</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.5">Ferlut 2022, Nr.1073</bibl>
        </listBibl>
      </div>
      <div subtype="concordances" type="bibliography">
        <listBibl>
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            <idno>EDCS-23400563</idno>
            <date>zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020</date>
          </bibl>
          <bibl type="EDH">
            <idno>HD000346</idno>
            <date>Version vom 12. Juni 2017</date>
          </bibl>
          <bibl type="trismegistos">
            <idno>www.trismegistos.org/text/208722</idno>
            <date>zuletzt aufgerufen am 30. Juni 2021</date>
          </bibl>
        </listBibl>
      </div>
      <div subtype="diplomatic" type="edition" xml:id="majuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><orig><lb n="1"></lb>DEAE  <lb n="2"></lb>
NEHALEN<hi rend="ligature">NI</hi>AE  <lb n="3"></lb>
C · AVRELIVS  <lb n="4"></lb>
VERVS  <lb n="5"></lb>
NEGOTIATOR  <lb n="6"></lb>
B<hi rend="ligature">RI</hi>TA<hi rend="ligature">NNI</hi>CIANVS  <lb n="7"></lb>
EX · VOTO · L · M</orig></ab></div>
      <div subtype="normalised" type="edition" xml:id="minuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><lb n="1" xml:id="MIN.1"></lb>Deae<lb n="2" xml:id="MIN.2"></lb>Nehalenniae<lb n="3" xml:id="MIN.3"></lb><expan><abbr>C</abbr><ex>aius</ex></expan> Aurelius<lb n="4" xml:id="MIN.4"></lb>Verus<lb n="5" xml:id="MIN.5"></lb>negotiator<lb n="6" xml:id="MIN.6"></lb>Britannicianus<lb n="7" xml:id="MIN.7"></lb>ex voto <expan><abbr>l</abbr><ex>ibens</ex></expan> <expan><abbr>m</abbr><ex>erito</ex></expan></ab></div>
      <div type="translation" xml:lang="de">
        <p>Für die Göttin  <rs type="divine">Nehalennia!</rs>
          <lb></lb>
Gaius Aurelius Verus, Händler mit Britannien, nach einem Gelübde gerne und verdientermaßen.</p>
      </div>
      <div type="translation" xml:lang="en">
        <p>To the goddess  <rs type="divine">Nehalennia!</rs>
          <lb></lb>
Gaius Aurelius Verus, merchant with Britannia, on account of a vow willingly and deservedly.  </p>
      </div>
      <div type="apparatus">
        <app loc="#MIN.2 #MAJ.2">
          <note>ohne Ligatur – AE, EDH</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.6 #MAJ.6">
          <note>ohne Ligaturen – AE, EDH</note>
        </app>
      </div>
      <div subtype="general" type="commentary">
        <p>Gaius Aurelius Verus: tria nomina <lb></lb>
Aurelius: italisches kaiserliches Gentilnomen, überall besonders häufig (Kakoschke 2006, GN 173) <lb></lb>
Verus: lateinisches Cognomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2008, CN 3295)  </p>
        <p>

Man hat vermutet, dass der Dedikant der besprochenen Inschrift ident ist mit einem Gaius Aurelius Verus, negotiator Britannicianus moritex aus Köln, CIL XIII 8164a (Stuart/Bogaers 2001, 61).</p>
      </div>
      <div subtype="deity" type="commentary">
        <p>
          <rs type="divine">Nehalennia:</rs> keltisch erklärbar: ‚Die [Göttin] im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 145f). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die 
Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die 
sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle 
Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet 
wurden.)</p>
        <p>

Vorkommen in theonymischen Formularen: </p>
        <p>
          <rs type="divine">Nehalennia</rs>: <lb></lb>
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als  <rs type="divine">dea Nehalennia</rs> angesprochen. <lb></lb> 
- außerhalb der Germania Inferior: -</p>
      </div>
      <linkGrp domains="#majuscule #minuscule" type="alignment">
        <link target="#MAJ.1 #MIN.1"></link>
        <link target="#MAJ.2 #MIN.2"></link>
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