Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Epona

CF-GeS-1002

EPONAE

SACR

CACIVS

OPTAT[---]

  5 MV[---]

V [---]

Eponae

sacr(um)

C(aius) Acius(?)

Optat[us]

  5 mu[---]

v(otum) [s(olvit) l(ibens) m(erito)]

Apparatus criticusZ. 2: sac(rum) – Ferlut
Z. 3: interpunctio post c adesse videtur nulla – CIL; tertia littera g potius videtur quam c esse – CIL; CACIV[S] – Euskirchen; Cagius – Riese; Ac(c)ius(?) – EDH
Z. 5: mu[lio] – CIL
Übersetzung Deutsch

Der Epona geheiligt!
Gaius Acius Optatus MV … hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

Sacred to Epona!
Gaius Acius Optatus MV … has fulfilled a vow willingly and deservedly.

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenCIL XIII 7680
Riese 1914, Nr.2731
Galsterer/Galsterer 1975, Nr.20
Euskirchen 1993, Nr.262
Galsterer/Galsterer 2010, Nr.28
KIK 2012, Nr.36
Scheungraber 2020, 265 Nr.2
Ferlut 2022, Nr.134
Elektronische Ressourcen HD061360 (Version von 2019-02-01) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11001807 (zuletzt abgerufen 2023-03-15) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://cil.bbaw.de/ace/id/KO0021397 (zuletzt abgerufen 2023-03-15)
https://www.trismegistos.org/text/212451 (zuletzt abgerufen 2023-03-15) (Trismegistos)
Fundort antikAntunnacum
Fundort modern Andernach
Fundstelle

an der Nordostseite des Domes (Düntzer 1885, 37 Nr.32)

FundumständeFundumstände und Fundjahr sind nicht mehr nachvollziehbar, der Altar muss aber vor 1801 gefunden worden sein.
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum
Inventarnummer1933.195,0-1
InschriftträgerWeihealtar
MaterialTuff
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Opferschale (Gestaltungsmerkmal)
Pulvini
Reparatur
Beschreibung Objekt

Sockel wie Aufsatz sind durch vierfach profilierte Absätze vom Altarkörper getrennt. Der Altar ist an der unteren rechten Kante ausgebrochen und mit Zement modern repariert worden. Generell ist der Altar an allen Kanten eher stark bestoßen. Der Aufsatz ist stark verwittert, Reste einer Bekrönung sind allerdings noch nachvollziehbar. Düntzer (1885, 37 Nr.32) beschreibt noch einen „Kranz in der Mitte“, der wohl den Umriss der Opferschale wiedergibt. Außerdem ist rechts der Rest eines Pulvinus zu erkennen. Auf der Vorderseite des Aufsatzes befinden sich zwei Kreise, wobei nicht gesagt werden kann, ob diese Teil eines ursprünglichen Dekors waren oder später entstanden sind. Das Inschriftenfeld ist nicht gerahmt.

Zustand Objekt größere Fehlstelle/n
MaßeHöhe: 61 cm
Breite: 29 cm
Tiefe: 29 cm
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Der Inschriftentext ist weitgehend erhalten, nur rechts unten ist er abgebrochen. Wenig qualitätvolle, unregelmäßige Buchstaben.
Es ist nicht auszuschließen, dass in Z.3 „Cacius“ zu lesen ist. In Z.6 wäre etwa auch „v(otum) s(olvit)“ denkbar. - Besondere Zeichen: Am Ende von Z.2 das R; am Ende von Z.3 das S kleiner zwischen Rand und vorletzten Buchstaben eingeschrieben.

Zustand Inschriftfeldweitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)3–5
Kommentar Götternamen

Epona (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: ‚Göttliche Stute’ bzw. ‚Pferdegöttin’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 94)
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Der Göttername ist im Imperium Romanum epigraphisch weit verbreitet belegt und auch in literarischen Quellen gut bezeugt. Neben Belenus und Rhenus ist er der einzige keltische Göttername, der in den literarischen Quellen in mehreren voneinander unabhängigen Stellen erwähnt wird (Hofeneder 2013, 130).

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Epona (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: CF-GeI-222(?). Die von Alföldy (1968, Nr.146) für CF-GeI-222(?) vorgeschlagene Ergänzung von EP auf „Eponae“ ist erwägenswert, kann aber keinesfalls als Beleg für die Nennung dieser Göttin gelten.
- Germania Superior: CF-GeS-1001, CF-GeS-1002, CF-GeS-1003, CF-GeS-1005, CF-GeS-1006, CF-GeS-1007, CF-GeS-1084, CF-GeS-1124, CF-GeS-1134

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Gaius Acius Optatus: tria nomina

Acius: italisches Gentilnomen, besonders in Hispanien und Italien verbreitet (Kakoschke 2021, GN 7); es könnte auch Cacius gelesen werden: italisches Gentilnomen, sonst nirgends bezeugt (Kakoschke 2021, GN 239)

Optatus: lateinisches Cognomen, überall gängig (Kakoschke 2021, CN 2260)

MV[---]: in dieser Angabe hinter dem Namen ist vermutlich eine Funktionsbezeichnung des Optatus zu sehen. In CIL wird wohl im Hinblick auf die Tatsache, dass es sich bei Epona um eine Pferdegöttin handelt, die Ergänzung auf mulio (= Maultiertreiber) vorgeschlagen. s. Apparatus criticus

Zitiervorschlag CF-GeS-1002, hdl.handle.net/11471/504.50.32
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC