Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Matronae Vatviae

CF-GeI-313

MATRONIS

VATVIABVS

Q · IVL · PRIMVS

PRO · SE · ÊT · SVIS

  5 V · S · L · M

Matronis

Vatviabus

Q(uintus) Iul(ius) Primus

pro se et suis

  5 v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: Die unterstrichenen Teile in Z.1 bis Z.5 sind heute nicht mehr erhalten, sie werden nach CIL wiedergegeben; [Matronis] – EDH
Z. 2: Vat[viabus] – EDH
Z. 3: ; Q(uintus) [Iulius Primus] – EDH; Iulius – Scheungraber
Z. 4: ohne Ligatur – Espérandieu; [pro se et suis] – EDH
Z. 5: [v(otum) s(olvit)] – EDH
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Vatviae!
Quintus Iulius Primus hat für sich und die Seinen das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Vatviae!
Quintus Iulius Primus has fulfilled a vow willingly and deservedly for himself and for his family.

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenCIL XIII 7891
Espérandieu VIII 6346
Scheungraber 2020, 585 Nr.9
Lipps et al. 2021, 456f Kat.85
Ferlut 2022, Nr.762
Elektronische Ressourcen HD077747 (Version vom 2. November 2018) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11100116 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/414954 (zuletzt aufgerufen am 26. Juli 2021) (Trismegistos)
Fundort antikIuliacum
Fundort modern Rödingen
Fundstelle

in der Flur „in der Hölle“

Fundumständegemeinsam mit CF-GeI-266
Fundjahr1781
VerwahrungMannheim, Reiss-Engelhorn-Museum
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Baum
Blüte
Laubbaum
Lorbeer
Pflanzenornament
Ranke
Reliefschmuck
Beschreibung Objekt

Es handelt sich um einen Weihealtar mit einfacher Bekrönung und Basis (Haug 1877, 32).

Zustand Objekt mehrere Fragmente
MaßeHöhe: 70,0 cm
Breite: 40,0 cm
Tiefe: 19,0 cm
Ikonografie

Laut Haug (1877, 32) sind auf den Schmalseiten die Reste eines Blumenornamentes erkennbar, während Espérandieu auf den Schmalseiten je einen Lorbeerbaum beschreibt.

Inschrift

Die im CIL und bei Espérandieu (weitere Literatur dazu siehe dort) vorgelegte Inschrift ist heute nur mehr in einigen kleinen Fragmenten erhalten.

Zustand Inschriftfeldmehrere Fragmente
Technikgemeißelt
Notabilia Varia

v.2: „Vatviabus” pro „Vatviis”

Kommentar Götternamen

Vatviae: keltisch: ‚Die [Muttergöttinnen] der Prophezeihungen’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 210f). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Matronae Vatviae:
- Germania Inferior: Dieses theonymische Formular stellt die zumeist belegte Form dar.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Matronae Vatviae Nersihenae:
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist lediglich in CF-GeI-311 belegt. Nersiahenae wurde auf den Flussnamen Niers zurückgeführt (Neumann 1987, 110; Derks 1998, 123).
- außerhalb der Germania Inferior: -

Vatviae:
- Germania Inferior: Für dieses eingliedrige theonymische Formular kann nur auf CF-GeI-310 verwiesen werden, doch ist zumindest in Erwägung zu ziehen, dass dort ein vorausgehendes „Matronis“ abgebrochen ist.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Vatviae Berchliachenae:
- Germania Inferior: Für dieses theonymische Formular kann lediglich CF-GeI-284 als Beleg gelten. Ähnlich wie bei den Matronae Vatviae Nersihenae (CF-GeI-311) könnte es sich bei Berchliachenae um einen von einer Örtlichkeit hergeleiteten Beinamen handeln (Nesselhauf-Lieb 1959, zu Nr.236), doch könnten darunter auch zwei eigenständige theonymische Formulare – Vatviae und Berchliachenae – zu verstehen sein.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Q(uintus) Iul(ius) Primus: tria nomina
Iulius: italisches Gentilnomen von Caesar bis Caligula, in den germanischen Provinzen überaus häufig bezeugt (Kakoschke 2006, GN 621)
Primus: lateinisches Cognomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2008, CN 2445)

ZitiervorschlagCF-GeI-313, hdl.handle.net/11471/504.50.313
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0