Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Sunuxsalis

CF-GeI-303

DEAE SVNVXSALI · AEDEM EX IVSV IỊ

A NOVO · SVMPTV · SVO · OMNI · PRO · TERTINIO

IVSTINO FILIO · PROBIA · IVSTINA FECIT DOM̂INO

ṆỌṢṬ G̣ỌṚDIANO AVG · ET · AVIOḶA · COS

Deae Sunuxsali aedem ex ius(s)u i(psius?)

a novo sumptu suo omni pro Tertinio

Iustino filio Probia Iustina fecit domino

nostro Gordiano Aug(usto) et Aviola co(n)s(ulibus)

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: ex ius[s]u i[psius] – ILS; ex iussu – CIL, Follmann-Schulz, Grünewald, Lobüscher; ex ius[s]u n[uminis] – Biller; Sunuxali – EDH; Sunux{s}ali – Scheungraber; fälschlicher Zeilenumbruch nach Sunuxsali – EDH, Scheungraber, Ferlut
Z. 2: aedem ex iussu N[uminis] – EDH, Scheungraber, Ferlut (wegen fälschlichem Zeilenumbruch in Z.1)
Z. 3: a novo sumptu suo omni pro Tertinio – EDH, Scheungraber, Ferlut (wegen fälschlichem Zeilenumbruch in Z.1)
Z. 4: Iustino filio Probia Iustina fecit domino – EDH, Scheungraber, Ferlut (wegen fälschlichem Zeilenumbruch in Z.1); wegen fälschlichem Zeilenumbruch in Z.1 in einer zusätzlichen Z.5 nostro Gordiano Aug(usto) et Aviola co(n)s(ulibus) – EDH, Scheungraber, Ferlut
Übersetzung Deutsch

Für die Göttin Sunuxsalis!
Probia Iustina hat den Tempel auf Befehl der Gottheit selbst zur Gänze aus ihren Mitteln für den Sohn Tertinius Iustinus neu errichtet; unter dem Konsulat unseres Herrn Gordianus Augustus und des Aviola.

Übersetzung Englisch

To the goddess Sunuxsalis!
Probia Iustina had the temple newly made by order of the goddess herself for her son Tertinius Iustinus completely by her expense; during the consulship of our lord Gordianus Augustus and Aviola.

Autopsie

vidimus (26.9.2018)

Editionen und LesungenILS 4754
CIL XIII 7917 (mit Anm. XIII, 4 p.136)
Follmann-Schulz 1986, 785
Grünewald 1996, 22
Lobüscher 2002, Nr.123
Biller 2010, 126
Scheungraber 2020, 520 Nr.3
Ferlut 2022, Nr.1255
Elektronische Ressourcen HD082499 (Version vom 11. Januar 2021) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
https://lupa.at/32547 (Version vom 01. Januar 2023) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-11100142 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/414977 (zuletzt aufgerufen am 26. Juli 2021) (Trismegistos)
Fundort antikTolbiacum
Fundort modern Hoven
Fundstelle

bei Marienborn, im Chor des ehemaligen Zisterzienserklosters (heute Klosterkirche St. Maria und Maximin)

Fundumständevermauert, übertüncht und übermalt
Fundjahr1888
VerwahrungKlosterkirche St. Maria und Maximin
InschriftträgerWeihestein
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Bauinschrift
Fragment
Tafel
Beschreibung Objekt

Die Steintafel mit der Bauinschrift ist rundherum abgearbeitet, damit sie als Bauteil in ihrer sekundären Verwendung in die Mauer eingefügt werden konnte. Die Inschrift war trotz Übermalung erkennbar und wurde so entdeckt.
Zur Ausgestaltung und Form können keine Angaben gemacht werden, da der Stein gegenwärtig noch immer eingemauert ist.

Zustand Objekt unklar
MaßeHöhe: 26,0 cm
Breite: 143,0 cm
Tiefe: - cm
Ikonografie

keine Beschreibung möglich

Inschrift

Die Ränder des Inschriftenfeldes sind nicht zu erkennen, doch darf der Text aus inhaltlichen Gründen als vollständig gelten. Die Buchstabengröße nimmt nach unten hin ab.
Ligaturen: s. Majuskeltext. Besondere Zeichen: In Z.3 findet sich eine Ligatur von M und I (H: 6,2 cm) mit erhöhter rechter senkrechter Haste, in Z.4 (nach CIL) ein Querstrich über COS.

Zustand Inschriftfeldweitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)3,5–4,5 cm
Notabilia Varia

v.1: „iusu” pro „iussu”

Kommentar Götternamen

Sunuxsalis: keltisch: ‚Erhabene [Göttin] bei den Sunuci’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 152f). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Sunuxsalis:
- Germania Inferior: 10 x gesichert belegt und jeweils als dea Sunuxsalis.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Gordiano Aug(usto) et Aviola co(n)s(ulibus): 239 n.Chr.

Tertinius Iustinus: römisches Namensformular ohne Praenomen
Tertinius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Tertius/Tertinus; fast ausschließlich nördlich der Alpen zu finden, besonders häufig im Rheinland (Kakoschke 2006, GN 1281)
Iustinus: lateinisches Cognomen, äußerst gängig (Kakoschke 2007, CN 1648)

Probia Iustina: weibliches römisches Namensformular
Probia: weibliche Form von Probius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Probus (Kakoschke 2006, GN 1000)
Iustina: weibliche Form von Iustinus (s.o.)

Datierung239
ZitiervorschlagCF-GeI-303, hdl.handle.net/11471/504.50.303
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front (Zeichnung), Grünewald 1996, 22, Rechte vorbehaltenBild 2: Front, FercanGermaniaInferior, CC BY-NC


Bild 1: Front (Zeichnung), Grünewald 1996, 22, Rechte vorbehalten
Bild 2: Front, FercanGermaniaInferior, CC BY-NC