Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Sunuxsalis

CF-GeI-300

[.]EAE

[---]VXALI

[---] VALERI

[---]SSVS OPT̂IO

  5 [---] I MI [.] F

[---] ÊT SVIS

[---] S L M

[D]eae

[Sun]uxali

[---] Valeri-

[us Ba]ssus optio

  5 [leg(ionis)] I Mi(nerviae) [P(iae)] F(idelis)

[pro se] et suis

[v(otum)] s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 3: Valer – AE; Valeri(us) – Ferlut
Z. 4: ohne Ligatur – Friedrich; [Ba]ssus – Ferlut
Z. 5: M(inerviae) p(iae) f(idelis) – AE, Lehner, Friedrich; P(iae) – Scheungraber
Z. 6: [pro s]e êt – Lehner; [pro s]e et – Friedrich
Z. 7: Scheungraber 2020, 521 Nr.10
Z. 8: Ferlut 2022, Nr. 1253
Übersetzung Deutsch

Für die Göttin Sunuxalis!
… Valerius Bassus optio der legio I Minervia Pia Fidelis hat für sich und die Seinen das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the goddess Sunuxalis!
… Valerius Bassus optio of the legio I Minervia Pia Fidelis has fulfilled a vow willingly and deservedly for himself and for his family.

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenAE 1893, 35
CIL XIII 7795
Lehner 1918, Nr.244
Friedrich 2010, 263
Elektronische Ressourcen HD082093 (Version vom 02. Dezember 2021) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
https://lupa.at/32545 (Version vom 01. Januar 2023) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-11100020 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/414867 (zuletzt aufgerufen am 26. Juli 2021) (Trismegistos)
Fundort antikRigomagus
Fundort modern Remagen
Fundstelle

im damaligen Weinkeller Orth

Fundumständewährend Fundamentierungsarbeiten
Fundjahr1892
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum
Inventarnummer8614
InschriftträgerWeihealtar
MaterialTuff
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Fragment
glatt
Reliefdekor
Rosette
Beschreibung Objekt

Es handelt sich um die rechte Seite eines Weihealtars, die in mehrere Teile gebrochen ist. Die linke Seite fehlt komplett. Vom Aufsatzschmuck hat sich nur mehr die rechte Volute samt Rosettendekor erhalten. Sockel und Gesims sind abgeschlagen.

Zustand Objekt größere Fehlstelle/n
MaßeHöhe: 106,0 cm
Breite: 47,0 cm
Tiefe: 37,0 cm
Ikonografie

An den Schmalseiten wird in der Literatur kein Dekor angeführt.

Inschrift

Der Inschriftentext ist rechts abgebrochen.
Ligaturen: s. Majuskeltext. Besondere Zeichen: In Z.4 findet sich eine Ligatur von T und I mit verlängerter senkrechter Haste, in Z.5 ein Querstrich über dem I.

Zustand Inschriftfeldgrößere Fehlstelle/n
Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Sunuxalis: Variante von Sunuxsalis: keltisch: ‚Erhabene [Göttin] bei den Sunuci’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 152f). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen in theonymischen Formualren:

Sunuxsalis:
- Germania Inferior: 10x gesichert belegt und jeweils als dea Sunuxsalis
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Valerius Bassus: römisches Namensformular ohne Praenomen
Valerius: italisches Gentilnomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2006, GN 1346)
Bassus: lateinisches oder griechisches Cognomen; verbreitet vorkommender Name (Kakoschke 2007, CN 473)

legio I Minervia Pia Fidelis: Die Legion war ab 83 n.Chr. in Bonn stationiert. Den Beinamen Pia Fidelis trägt sie nach 96 (Stein 1932, 104).

Datierung2./3.Jh.
ZitiervorschlagCF-GeI-300, hdl.handle.net/11471/504.50.300
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC