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          <title type="main">Mercurius Gebrinius</title>
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        <title ref="https://gams.uni-graz.at/fercan">FERCAN: Fontes Epigraphici Religionum
                  Celticarum Antiquarum. Die keltischen Götternamen in den Inschriften der römischen
                  Provinz Germania Inferior</title>
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          <resp>Projektleitung</resp>
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                  <p>Der Aedicula-Altar weist über dem nicht gerahmten Inschriftenfeld, das auf einem einfachen, aber sehr breiten Sockel steht, eine leicht vorspringende Standfläche für die Darstellung des Gottes auf, der sich in einer angedeuteten Aedicula befindet.<lb></lb>Der obere Abschluss wird durch einen gebrochenen Giebel geleistet, der links und rechts von Pulvini bekrönt wird (links leicht bestoßen, rechts obere Hälfte abgeschlagen). In der Mitte ist die endgültige Bekrönung aufgrund leichter Bestoßung nicht mehr klar nachvollziehbar. Auffällig ist die geringe Breite, die dem Weihestein eine stelenartige Erscheinung verleiht.<lb></lb>Die Aedicula setzt sich vom Inschriftenfeld durch eine erhabene Standfläche ab. Zu beiden Seiten wirkt die glatte Oberfläche wie eine Begrenzung durch Pilaster, die oben durch einen schmalen, kapitellartigen Aufsatz mit anschließendem Gebälk abgeschlossen werden.<lb></lb>Darüber befinden sich die auf einem schmalen Sockel gelagerten Überreste der Pulvini, die jeweils mit einem vierblättrigen Rosettenornament versehen sind. Der oben erhaltene Abschluss mutet kuppelartig an.</p>
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                  <p>Der Inschriftentext ist vollständig erhalten. Die letzte Zeile ist beträchtlich kleiner und nicht zentriert. Die kleineren Buchstaben in der letzten Zeile scheinen nicht so sorgfältig; möglicherweise sind sie von anderer Hand nachträglich hinzugefügt.<lb></lb>Ligaturen: s. Majuskeltext – besondere Zeichen: In Z.1 eine Ligatur von I und N mit verlängerter linker senkrechter Haste (H: 4,4 cm). – In Z.4 wurde ein T an erster Stelle teilweise getilgt, vermutlich, weil fälschlich TT statt T geschrieben wurde (so Lehner 1930, Nr.46) oder weil das erste T zunächst als für zu weit vorne gesetzt erachtet worden war (so Nesselhauf 1937, Nr.188).<lb></lb>In den Buchstaben finden sich Reste roter Farbe. Es sind vorlinierte Zeilen erkennbar.</p>
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                <p>Die leicht in den Stein eingetiefte Aedicula zeigt Merkur mit einem Widder zu seiner Linken und (vermutlich) einem Hahn zu seiner Rechten. Merkur ist stehend dargestellt und nackt bis auf den über der linken Schulter zusammengehaltenen Mantel, der über den rechten Ellbogen und den Rücken herabfällt. In der rechten Hand hält er den Heroldsstab (Caduceus) wie ein Zepter, während die linke Hand einen nicht klar erkennbaren Gegenstand über den Hörnern des Widders hält. Laut Lehner (1930, 20) handelt es sich hierbei um einen Geldbeutel. Auf dem Kopf sind die für Merkur typischen Flügel zu erkennen. An der Körperform auffällig erscheint der etwas zu groß wirkende Kopf. Die Körperhaltung entspricht einem Kontrapost mit Stand- und Spielbein. <lb></lb>  
Der Widder zu seiner Linken blickt den Betrachter frontal an, während der Körper seitlich gestellt ist und das Hinterteil hinter dem Standbein des Gottes endet. Klar erkennbar sind die beiden geschwungenen Hörner, typisch für einen Widder. Ebenfalls erkennbar ist die zottige Fellgestaltung. <lb></lb> 
Zur Rechten des Gottes befindet sich ein stehender, großer Vogel, bei dem es sich laut Literatur (Lehner 1930, 20) um einen Hahn handeln soll, was aufgrund der Bildkomposition auch wahrscheinlich erscheint. Allerdings ist der Kopf des Vogels abgeschlagen.</p>
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              <p>Münsterkirche</p>
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              <note>im Fundament eines fränkischen Grabsaals verbaut</note>
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      <geoDecl datum="WGS84" xml:id="WGS">World Geodetic System</geoDecl>
      <editorialDecl>
        <p>Digitale Repräsentation konform mit EpiDoc: http://epidoc.sourceforge.net</p>
        <p>Majuskel und Minuskel ausgeführt nach Leidener Klammersystem, Majuskel bildet
                  Inschrift originalgetreu ab, Minuskel enthält editorische Hinzufügungen</p>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Die keltischen Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania
                  Inferior. Eine Fallstudie zu Religion im Kontext von Kulturkontakt und
                  Kulturtransfer (FWF – Projekt P 29274-G25 )</p>
        <p>Das Forschungsprojekt beabsichtigt, sämtliche keltischen Götternamen, die sich in
                  lateinischen Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior erhaltenen haben,
                  zusammenzustellen und auszuwerten. Die gewählte Quellengrundlage erscheint
                  besonders geeignet Erscheinungsformen zu untersuchen, welche auf religiöser Ebene
                  durch das Zusammentreffen von verschiedenen kulturellen Einflüssen entstanden
                  sind. Diese sind hier einerseits definiert durch die Verwendung der keltischen
                  Sprache, andererseits durch die lateinische Sprache und durch Formen aus dem
                  Inneren des Imperium Romanum, die man mit dem Etikett „römisch“ versehen kann. Das
                  Interesse gilt dabei nicht nur religiösen, sondern auch damit verbundenen
                  gesellschaftlichen Aspekten und den entsprechenden Mentalitäten. Doch soll damit
                  auch zu einem verbesserten Gesamtbild der Provinzialreligion in Niedergermanien
                  beigetragen werden.<lb></lb> Die Abschlusspublikation wird ergänzt um einen
                  ausführlichen sprachwissenschaftlichen Kommentar (von Patrizia de Bernardo
                  Stempel) in der Reihe ‚Corpus - F.E.R.C.AN. (Fontes epigraphici religionum
                  Celticarum antiquarum)‘ erscheinen. </p>
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          <bibl xml:id="LIT.2">AE 1931, 27</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.3">Nesselhauf 1937, Nr.188</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.4">Espérandieu XI 7779</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.5">Bauchhenß 2015, 175 Nr.97</bibl>
        </listBibl>
      </div>
      <div subtype="concordances" type="bibliography">
        <listBibl>
          <bibl type="EDCS">EDCS-11202313</bibl>
          <bibl type="trismegistos">www.trismegistos.org/text/209335</bibl>
          <bibl change="2016-01-14" type="EDH">HD025311</bibl>
        </listBibl>
      </div>
      <div subtype="diplomatic" type="edition" xml:id="majuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><orig><lb n="1" xml:id="MAJ.1"></lb>DEO · MER · GEBR<hi rend="ligature">IN</hi> <lb n="2" xml:id="MAJ.2"></lb> 
C · VICTORIVS <lb n="3" xml:id="MAJ.3"></lb> 
LIBERALIS NEGO <lb n="4" xml:id="MAJ.4"></lb> 
TTIAT<hi rend="ligature">OR</hi> CRETARIVS · V S L M</orig></ab></div>
      <div subtype="normalised" type="edition" xml:id="minuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><lb n="1" xml:id="MIN.1"></lb>Deo <expan><abbr>Mer</abbr><ex>curio</ex></expan> <expan><abbr>Gebrin</abbr><ex>io</ex></expan><lb n="2" xml:id="MIN.2"></lb><expan><abbr>C</abbr><ex>aius</ex></expan> Victorius<lb n="3" xml:id="MIN.3"></lb>Liberalis nego<lb break="no" n="4" xml:id="MIN.4"></lb><sic>t</sic>tiator cretarius <expan><abbr>v</abbr><ex>otum</ex></expan> <expan><abbr>s</abbr><ex>olvit</ex></expan> <expan><abbr>l</abbr><ex>ibens</ex></expan> <expan><abbr>m</abbr><ex>erito</ex></expan></ab></div>
      <div type="translation" xml:lang="de">
        <p>Für den Gott  <rs type="divine">Mercurius Gebrinius!</rs>
          <lb></lb> 
Gaius Victorius Liberalis, der Tonhändler, hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.</p>
      </div>
      <div type="translation" xml:lang="en">
        <p>To the god  <rs type="divine">Mercurius Gebrinius!</rs>
          <lb></lb> 
Gaius Victorius Liberalis, a trader in clay, has fulfilled a vow willingly and deservedly.</p>
      </div>
      <div type="apparatus">
        <app loc="#MIN.1 #MAJ.1">
          <note>Mercurio – Nesselhauf, Bauchhenß; ohne Ligatur – Nesselhauf, Espérandieu, Bauchhenß, EDH</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.4 #MAJ.4">
          <note>ohne Ligatur – Nesselhauf, Espérandieu, Bauchhenß, EDH</note>
        </app>
      </div>
      <div subtype="general" type="commentary">
        <p>Gaius Victorius Liberalis: tria nomina <lb></lb>
Victorius: italisches Gentilnomen oder einheimisches Pseudogentile abgeleitet vom lateinischen Cognomen Victor (Kakoschke 2006, GN 1430) <lb></lb>
Liberalis: verbreitetes lateinisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN 1726) </p>
        <p>

negotiator cretarius: Der Beruf ist vielleicht näher am Wort bleibend besser mit Tonhändler zu übersetzen; anders Nesselhauf, der an einen Tongeschirrhändler denkt.</p>
      </div>
      <div subtype="language" type="commentary">
        <p>v.4: „negottiator“ pro „negotiator“</p>
      </div>
      <div subtype="deity" type="commentary">
        <p>
          <rs type="divine">Gebrinius:</rs> keltisch, mit der etymologischen Bedeutung ‚der Gott mit dem Widder‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 140) </p>
        <p>

Vorkommen in theonymischen Formularen: </p>
        <p>
          <rs type="divine">Mercurius Gebrinius</rs>: <lb></lb>
- Germania Inferior: 10x belegt (CF-GeI-1 bis CF-GeI-10). Alle Zeugnisse stammen aus Bonn. <lb></lb>
- außerhalb der Germania Inferior: - </p>
      </div>
      <linkGrp domains="#majuscule #minuscule" type="alignment">
        <link target="#MAJ.1 #MIN.1"></link>
        <link target="#MAJ.2 #MIN.2"></link>
        <link target="#MAJ.3 #MIN.3"></link>
        <link target="#MAJ.4 #MIN.4"></link>
      </linkGrp>
    </body>
  </text>
</TEI>
