Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Matronae Mahalinae

CF-GeI-297

MATRONIS

MAHLIN̂E˧IS

VIPONI · VÎTALIS

LELLVA · CAN̂DÎDVS

  5 FERVESA QVÎNTVS

L M

Matronis

Mahlinechis

Viponi Vitalis

Lellua Candidus

  5 Fervesa Quintus

l(ibentes) m(erito)

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 2: auffallend das zweite H in der zweiten Zeile – Fremersdorf; Mahlin̂ehis –AE; Mahlinehis – Nesselhauf, EDH
Z. 3: Viponi(us) – Fremersdorf, AE; ohne Ligatur – Nesselhauf, EDH
Z. 4: Leliva – Fremersdorf, AE; Can̂d̂idus – Fremersdorf, AE; ohne Ligaturen – Nesselhauf, EDH
Z. 5: ohne Ligatur – Nesselhauf, EDH
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Mahlinechae!
Die Viponii Vitalis, Lellua, Candidus, Fervesa und Quintus gerne und verdientermaßen.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Mahlinechae!
The Viponii Vitalis, Lellua, Candidus, Fervesa und Quintus willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Siebourg
Editionen und LesungenFremersdorf 1935, 132
AE 1935, 101
Siebourg 1936, 422
Nesselhauf (1937) Nr.241
Elektronische RessourcenHD023305 (Version von 1996-04-9) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11202366 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/209269 (Trismegistos)
Fundort modern Benzelrath
Fundstellegefunden im Bereich der Braunkohlengrube Wachtberg I
Fundjahr1914
VerwahrungWeiden bei Köln, Privatbesitz
InschriftträgerWeihealtar
Archäologische Klassifikation Reliefschmuck
Füllhorn
Globus
Steuerruder
Kultmahl
Tisch
Kästchen
Frucht
Beschreibung Objekt

Das Objekt, von dem keine Bilder existieren, wurde im Jahr 1914 (in dem er von F. Oelmann am Fundort beobachtet wurde) beschrieben. Aufgrund des Erhaltungszustandes ist keine Beschreibung von Form und Gestaltung möglich.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 85,0 cm
Breite: 60,0 cm
Tiefe: 28,0 cm
Ikonografie

Die Reliefmotive auf den Schmalseiten sind nur aus der Literatur bekannt (Fremersdorf 1935, 132).
Auf der linken Schmalseite befindet sich ein dreibeiniger Tisch mit einem Kästchen und einem darauf stehenden Teller voller Früchte. Auf der rechten Schmalseite befindet sich ein Füllhorn mit Globus und Steuerruder. Der Globus soll mit zwei Gradkreisen versehen sein.

Inschrift

Der Inschriftentext ist vollständig erhalten.
Ligaturen: s. Majuskeltext – besondere Zeichen: In Z.2 findet sich das Zeichen für den velaren Reibelaut, in Z.3 eine Ligatur von I und T mit erhöhter senkrechter Haste, in Z.4 eine Ligatur von DI mit erhöhter senkrechter Haste des D, sowie in Z.5 eine Ligatur von I und N mit erhöhter linker senkrechter Haste des N.

Technikgemeißelt
Notabilia Varia

v.3: „Viponi” pro „Viponii”

Kommentar Götternamen

Mahlinechae: Variante von Mahalinae: keltisch (Delamarre 2007, 124); anders: germanischer Göttername (Neumann 1987, 109; vgl. Gutenbrunner 1936, 183)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Matronae Mahalinae:
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist 2x belegt: in der hier besprochenen Inschrift und in CF-GeI-296).
- außerhalb der Germania Inferior: -

Mahalinae:
- Germania Inferior: 1x belegt (CF-GeI-115)
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Bei den 5 genannten Personen handelt es sich um Mitglieder einer einheimischen Familie, möglicherweise Geschwister (vgl. Spickermann 1994, 348).

Viponius: einheimische Bildung, mit keltischer (?) Basis (Kakoschke 2006, GN 1448)

Vitalis: lateinisches Cognomen, äußerst gängig (Kakoschke 2008, CN 3375)

Lellua: weibliches, germanisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN 1703)

Candidus: lateinisches Cognomen, gängiger Name, der im Rheinland häufig vorkommt (Kakoschke 2007, CN 644)

Fervesa: weibliches, germanisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN 1295)

Quintus: lateinisches Cognomen, überall gängiger Name (Kakoschke 2008, CN 2530)

ZitiervorschlagCF-GeI-297, hdl.handle.net/11471/504.50.297
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0