Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Ardbinna

CF-GeI-29

DEAE · ARDBI

N̂NAE · T · IVLI

VS · AEQV̂ALIS

S · L · M

Deae Ardbi-

nnae T(itus) Iuli-

us Aequalis

s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 2: ohne Ligatur – ILS
Z. 3: ohne Ligatur – ILS
Übersetzung Deutsch

Für die Göttin Ardbinna!
Titus Iulius Aequalis hat (das Gelübde) gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the goddess Ardbinna!
Titus Iulius Aequalis has fulfilled (a vow) willingly and deservedly.

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenILS 4697
CIL XIII 7848
Lehner 1918, Nr.236
Scheungraber 2020, 122
Ferlut 2022, Nr.26
Elektronische Ressourcen HD079804 (Version vom 25. April 2019) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
https://lupa.at/31994 (Version vom 20. Dezember 2022) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-11100072 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/414914 (zuletzt aufgerufen am 26. Juli 2021) (Trismegistos)
Fundort modern Gey
Fundstelle

an der rechten Seite der Landstraße von Düren nach Montjoie

Fundjahr1859
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum
Inventarnummer17274
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Baum
Frucht
Lineardekor
Opferschale
Reliefdekor
Reliefschmuck
Rosette
Beschreibung Objekt

Der vollständig erhaltene Altar besteht aus einem unten und seitlich bestoßenen Sockel, der sich durch eine Stufe vom Altarkörper absetzt. Darüber erhebt sich der Altarkörper mit dem nicht gerahmten Inschriftenfeld.
Der Aufsatz ist durch ein vorragendes schmales Gesims (umlaufend?) vom Altarkörper abgehoben. Erkennbar sind von der Bekrönung noch die beiden Pulvini links und rechts. Nach Lehner (1918, 112f.) ist der Ansatz eines Tellers oder einer Frucht oben erkennbar. Nachvollziehbar ist der Rest einer Rosette im Giebelfeld sowie beginnendes Lineardekor bis zu den verwitterten Pulvini.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 72,0 cm
Breite: 50,0 cm
Tiefe: 19,0 cm
Ikonografie

Laut Literatur (Lehner 1918, 112f.) sind an den Seiten Baumdarstellungen in Relief zu finden.

Inschrift

Der Text füllt nur die obere Hälfte des Inschriftenfelds. Er ist vollständig erhalten.
Ligaturen: s. Majuskeltext

Zustand Inschriftfeldvollständig
Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Ardbinna: sekundäre Variante von: Ardvinna. keltisch: ‚Göttin des saltus Arduenna’ (=der Bergkette der Ardennen) oder ‚Erhabene [Göttin]’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 88f). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Ardbinna:
- Germania Inferior: nur in dieser Inschrift und zwar mit dem theonymischen Formular dea Ardbinna belegt
- Außerhalb von Germania Inferior: wahrscheinlich auf einer Inschrift in Rom (CIL VI 46); die rechte obere Ecke, die den Götternamen Ardvinna enthält, ist allerdings nur durch Zeichnungen überliefert. Der heutige Zustand ist vermutlich falsch ergänzt, vgl. dazu Schraudolph 1993, 211f., Krüger 1917, 11).

Kommentar allgemein

Titus Iulius Aequalis: tria nomina
Iulius: italisches Gentilnomen, in den germanischen Provinzen überaus häufig bezeugt (Kakoschke 2006, GN 621)
Aequalis: lateinisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN 62)

ZitiervorschlagCF-GeI-29, hdl.handle.net/11471/504.50.29
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC