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                  Celticarum Antiquarum</title>
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                  <p>Es handelt sich um einen Aedicula-Altar, in den im oberen Teil eine Nische mit Muscheldekor, Muschelschloss und dem Bild einer weiblichen Gestalt, bei dem es sich um #Ixeneucaega# handeln dürfte, eingetieft ist. An den Seiten der Nische ist die Oberfläche glatt; zu erwarten wäre eine Rahmung mit Pilastern o.Ä.<lb></lb>Der Sockel sowie das Gesims sind teilweise bestoßen und beschränken sich auf Front- und Schmalseiten, d.h. der Altar dürfte an einer Wand aufgestellt gewesen sein. Die Rückseite ist glatt.<lb></lb>Der Altarkörper sowie der Sockel sind durch einen Ausbruch an der linken Seite beschädigt.</p>
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                  <p>Der Inschriftentext ist abgesehen von einer Bruchstelle am linken unteren Rand und zwei Rasuren erhalten. Doch ist die Schrift stellenweise nur mehr sehr schwer bis gar nicht lesbar. Nach eingehender Autopsie wird hier eine neue Lesung des Beginns von Z.2 vorgeschlagen.<lb></lb>Ligaturen: s. Majuskeltext. Besondere Zeichen: In Z.4 findet sich eine Ligatur von I und R mit verlängerter senkrechter Haste sowie ein Querstrich über der Nummer der Legion.</p>
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                <p>An den Schmalseiten befinden sich Reliefs von Pflanzenranken. Der gebrochene mittige Giebel sowie die Pulvini dürften ebenfalls reliefverziert gewesen sein, doch ist das Dekor nicht mehr nachvollziehbar. Nach Oxé (1931, 5) liegen zwei plastisch dargestellte Früchte (Äpfel oder Birnen) auf der Bekrönung. <lb></lb>
Die stehende Figur zeigt eine weibliche Gestalt, die mit einem kurzen Gewand bekleidet ist. Während ihr rechter Arm nach unten zeigt, ist ihr linker erhoben. Die rechte Hand sowie der linke Unterarm samt Hand fehlen. Die Beine der Gestalt deuten einen Kontrapost an, wirken jedoch in der bildlichen Gesamtkonstruktion etwas zu dünn und zu kurz. Wie Oxé (1931, 5) richtig erkannt hat, entspricht die Figur der  <rs type="divine">Artemis/Diana</rs>, d.h. der Steinmetz bediente sich des klassisch griechisch-römischen Typus. Auch das Tier, das zur linken der Gottheit steht und wohl einen Hund darstellt, verweist auf  <rs type="divine">Diana/Artemis</rs>. Der Hund hat seinen Kopf zurückgeneigt und blickt zu seiner Herrin empor. <lb></lb>
Nach Oxé (1931, 5) soll sie sich auf einen Jagdspeer gestützt haben, doch meiner Meinung nach wäre es auch möglich, dass in der einen Hand der Bogen dargestellt war, während die andere mit Griff zum Köcher auf dem Rücken erhoben gewesen ist. Diese Überlegung stützt sich auf eine Übereinstimmung des Bildes mit dem der Göttin  <rs type="divine">Diana/Artemis</rs>. <lb></lb>
Auf der rechten Schmalseite ist eine Akanthusranke dargestellt, die oben von einem Pinienzapfen bekrönt wird. Auf der linken Schmalseite ist eine Weinrebe mit Blättern und Trauben zu sehen, deren unterer Teil allerdings aufgrund des Ausbruchs fehlt.</p>
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      <geoDecl datum="WGS84" xml:id="WGS">World Geodetic System</geoDecl>
      <editorialDecl>
        <p>Digitale Repräsentation konform mit EpiDoc: http://epidoc.sourceforge.net</p>
        <p>Majuskel und Minuskel ausgeführt nach Leidener Klammersystem, Majuskel bildet
                  Inschrift originalgetreu ab, Minuskel enthält editorische Hinzufügungen</p>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Die keltischen Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania
                  Inferior. Eine Fallstudie zu Religion im Kontext von Kulturkontakt und
                  Kulturtransfer (FWF – Projekt P 29274-G25 )</p>
        <p>Das Forschungsprojekt beabsichtigt, sämtliche keltischen Götternamen, die sich in
                  lateinischen Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior erhaltenen haben,
                  zusammenzustellen und auszuwerten. Die gewählte Quellengrundlage erscheint
                  besonders geeignet Erscheinungsformen zu untersuchen, welche auf religiöser Ebene
                  durch das Zusammentreffen von verschiedenen kulturellen Einflüssen entstanden
                  sind. Diese sind hier einerseits definiert durch die Verwendung der keltischen
                  Sprache, andererseits durch die lateinische Sprache und durch Formen aus dem
                  Inneren des Imperium Romanum, die man mit dem Etikett „römisch“ versehen kann. Das
                  Interesse gilt dabei nicht nur religiösen, sondern auch damit verbundenen
                  gesellschaftlichen Aspekten und den entsprechenden Mentalitäten. Doch soll damit
                  auch zu einem verbesserten Gesamtbild der Provinzialreligion in Niedergermanien
                  beigetragen werden.<lb></lb> Die Abschlusspublikation wird ergänzt um einen
                  ausführlichen sprachwissenschaftlichen Kommentar (von Patrizia de Bernardo
                  Stempel) in der Reihe ‚Corpus - F.E.R.C.AN. (Fontes epigraphici religionum
                  Celticarum antiquarum)‘ erscheinen. </p>
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        <language ident="la">Latein</language>
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      <div subtype="editions" type="bibliography">
        <listBibl>
          <bibl xml:id="LIT.1">Espérandieu VIII 8573</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.2">Oxé 1931, 8</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.3">AE 1933, 157</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.4">Nesselhauf 1937, 256</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.5">Stuart 1981, 53</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.6">AE 1981, 657</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.7">Fitz 1983, Nr.341</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.8">Follmann-Schulz 1986, 782f. Nr.10</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.9">Lobüscher 2002, 150 Nr.138</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.10">Reuter 2012, Nr.25</bibl>
        </listBibl>
      </div>
      <div subtype="concordances" type="bibliography">
        <listBibl>
          <bibl type="EDCS">EDCS-12700109<date>zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020</date>
          </bibl>
          <bibl type="EDH">HD005770<date>Version vom 14. November 2017</date>
          </bibl>
          <bibl type="trismegistos">www.trismegistos.org/text/208812<date>zuletzt aufgerufen am 30. Juni 2021</date>
          </bibl>
        </listBibl>
      </div>
      <div subtype="diplomatic" type="edition" xml:id="majuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><orig><lb n="1" xml:id="MAJ.1"></lb><unclear>D</unclear>EAE <lb n="2" xml:id="MAJ.2"></lb>
I<unclear>X</unclear><gap quantity="1" reason="lost" unit="character"></gap>NEVCAEGE <lb n="3" xml:id="MAJ.3"></lb>
<gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>FINVS P F TRIBVN <lb n="4" xml:id="MAJ.4"></lb>
<gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>G XXX V V SE<hi rend="ligature">VE</hi><hi rend="ligature">RI</hi>ANE <lb n="5" xml:id="MAJ.5"></lb>
<del rend="erasure">ALEXANDRIANE</del> <lb n="6" xml:id="MAJ.6"></lb>
<gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>AM CVM EDE S<hi rend="ligature">VA</hi> A S<unclear>O</unclear> <lb n="7" xml:id="MAJ.7"></lb>
<gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap> FECIT V S L M I<unclear>M</unclear>P <lb n="8" xml:id="MAJ.8"></lb>
<gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap> SEVERO <del rend="erasure">ALEXANDRO COS</del></orig></ab></div>
      <div subtype="normalised" type="edition" xml:id="minuscule" xml:lang="la" xml:space="preserve"><ab><lb n="1" xml:id="MIN.1"></lb>Deae<lb n="2" xml:id="MIN.2"></lb>Ix<supplied reason="lost">e</supplied><expan><abbr>neucaeg</abbr><ex>a</ex></expan>e<lb n="3" xml:id="MIN.3"></lb><gap extent="unknown" reason="lost" unit="character"></gap>finus <expan><abbr>P</abbr><ex>ubli</ex></expan> <expan><abbr>f</abbr><ex>ilius</ex></expan> <expan><abbr>tribun</abbr><ex>us</ex></expan><lb n="4" xml:id="MIN.4"></lb><supplied reason="lost">le</supplied><expan><abbr>g</abbr><ex>ionis</ex></expan> XXX <expan><abbr>U</abbr><ex>lpiae</ex></expan> <expan><abbr>V</abbr><ex>ictricis</ex></expan> <expan><abbr>Severian</abbr><ex>a</ex></expan>e<lb n="5" xml:id="MIN.5"></lb><del rend="erasure"><expan><abbr>Alexandrian</abbr><ex>a</ex></expan>e</del><lb n="6" xml:id="MIN.6"></lb><supplied reason="lost">ar</supplied>am cum <expan><ex>a</ex><abbr>ede</abbr></expan> sua a so<lb break="no" n="7" xml:id="MIN.7"></lb><supplied reason="lost">lo</supplied> fecit. <expan><abbr>V</abbr><ex>otum</ex></expan> <expan><abbr>s</abbr><ex>olvit</ex></expan> <expan><abbr>l</abbr><ex>ibens</ex></expan> <expan><abbr>m</abbr><ex>erito</ex></expan> <expan><abbr>Imp</abbr><ex>eratore</ex></expan><lb n="8" xml:id="MIN.8"></lb><supplied reason="lost"><expan><abbr>d</abbr><ex>omino</ex></expan> <expan><abbr>n</abbr><ex>ostro</ex></expan></supplied> Severo <del rend="erasure">Alexandro <expan><abbr>co</abbr><ex>n</ex></expan><expan><abbr>s</abbr><ex>ule</ex></expan></del></ab></div>
      <div type="translation" xml:lang="de">
        <p>Für die Göttin  <rs type="divine">Ixeneucaega!</rs>
          <lb></lb>
[---]finus, Sohn des Publius, tribunus legionis der legio XXX Ulpia Victrix Severiana Alexandriana hat den Altar und den Tempel von Grund auf errichtet. Unter dem Konsulat des Imperators unseres Herrn Severus Alexander hat er das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt. </p>
      </div>
      <div type="translation" xml:lang="en">
        <p>To the goddess  <rs type="divine">Ixeneucaega!</rs>
          <lb></lb>
[---]finus, the son of Publius, tribunus legionis of the legio XXX Ulpia Victrix Severiana Alexandriana had this altar and the temple built from the ground up. He has fulfilled a vow willingly and deservedly during the consulship of the imperator our lord Severus Alexander.</p>
      </div>
      <div type="apparatus">
        <app loc="#MIN.1 #MAJ.1">
          <note>Deae(ise?) – Espérandieu</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.2 #MAJ.2">
          <note>N(e)bucaege – Espérandieu; [Ise?]nbucaege – Oxé, AE 1933; Iseneucaeg(a)e – Nesselhauf, Fitz, Lobüscher; Seneucaeg(a)e oder Iseneucaeg(a)e – Stuart, Reuter; Seneucaeg(a)e oder Isenen(!)caeg(a)e ; das zweite N in Isenen(!)caeg(a)e ist offensichtlich ein Tippfehler – AE 1981; [I]seneucaege – Follmann-Schulz; S(?)eneucaeg(a)e – EDH.</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.3 #MAJ.3">
          <note>Ulp. Filinus p(rimi) p(ilaris) – Espérandieu, Oxé, AE 1933; Fl. F[i]l[i]nus – Nesselhauf, Fitz; Ulfenus – Stuart, AE 1981, Follmann-Schulz, Lobüscher, Reuter</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.4 #MAJ.4">
          <note>[leg(ionis)] – Espérandieu, Reuter; [l]eg – Stuart, Follmann-Schulz; ohne Ligaturen – Espérandieu, Oxé, AE 1933, Nesselhauf, AE 1981, Fitz, Reuter, EDH</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.5 #MAJ.5">
          <note>[Alexandrianae], danach ohne Zeilenwechsel – Espérandieu; [[ALE]XA[NDRIANE]AM . . X]] – Stuart, Follmann-Schulz, Reuter; vielleicht am Zeilenende [ar]am [et e]x- – Stuart; am Zeilenende noch AM..X – Lobüscher</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.6 #MAJ.6">
          <note>sua a se – Espérandieu, Oxé, AE 1933; vielleicht am Zeilenanfang [edr]am – Stuart; ohne Ligatur –Espérandieu, Oxé, Nesselhauf, AE 1981, EDH</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.7 #MAJ.7">
          <note>[re]fecit – Espérandieu, Oxé, AE 1933</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.8 #MAJ.8">
          <note>d. n. Severo [Alexandro Aug. cos.] – Oxé, AE 1933; d(omino) n(ostro) Severo [Alexandro] Aug(usto) co(n)s(ule)] Klammern sic! – Espérandieu ; Zeilenwechsel nach [[Alexandro]] und eine weitere folgende Zeile mit [[Aug(usto)---]] – AE 1981; Zeilenwechsel nach [[Alexandro]] und eine weitere folgende Zeile mit [[COS]] – EDH</note>
        </app>
      </div>
      <div subtype="general" type="commentary">
        <p>Der Name des Dedikanten ist nicht mehr zu rekonstruieren, doch handelt es sich um ein römisches Namensformular. </p>
        <p> 

tribunus legionis: Bei dem Militärtribunen handelt es sich und einen tribunus angusticlavius (Reuter 2012, Nr.2012). </p>
        <p>

legio XXX Ulpia Victrix Severiana Alexandriana: Die Legion folgte ab 121/122 n.Chr. in Xanten auf die legio VI Victrix. Die Beinamen Severiana Alexandriana werden in der Zeit des Kaisers Severus Alexander verwendet (Stein 1932, 106, 116). </p>
        <p>

Ara cum aede sua: Oxé (1931, 12) hat darunter einen Aedicula-Altar (von der Art wir der, zu dem diese Inschrift gehört) verstanden, was Stuart (1981, 55) ablehnt.</p>
      </div>
      <div subtype="language" type="commentary">
        <p>v.2: „Ixeneucaege” pro „Ixeneucaegae”<lb></lb>v.4: „Severiane“ pro „Severianae“<lb></lb>v.6: „ede“ pro „aede“</p>
      </div>
      <div subtype="deity" type="commentary">       
 <p>
          <rs type="divine">Ixeneucaega:</rs> unter „unsichere und ungermanische Götternamen“ bei Gutenbrunner 1936, 110, der allerdings von der Lesung als  <rs type="divine">Isenbucaega</rs> ausgeht </p>
        <p>

Vorkommen in theonymischen Formularen: </p>
        <p>
          <rs type="divine">Ixeneucaega</rs>: <lb></lb>
- Germania Inferior: nur in der hier besprochenen Inschrift belegt. Das gilt auch für die anderen vorgeschlagenen Lesungen. <lb></lb> 
- außerhalb der Germania Inferior: -</p>
      </div>
      <linkGrp domains="#majuscule #minuscule" type="alignment">
        <link target="#MAJ.1 #MIN.1"></link>
        <link target="#MAJ.2 #MIN.2"></link>
        <link target="#MAJ.3 #MIN.3"></link>
        <link target="#MAJ.4 #MIN.4"></link>
        <link target="#MAJ.5 #MIN.5"></link>
        <link target="#MAJ.6 #MIN.6"></link>
        <link target="#MAJ.7 #MIN.7"></link>
        <link target="#MAJ.8 #MIN.8"></link>
      </linkGrp>
    </body>
  </text>
</TEI>
