Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Matronae Vacallinehae

CF-GeI-234

M̂AṬṚON[---]

VÂC[---]Ḷ̂IN[---]

TÎB · CL[---]

SÎLV̂AN[---]

Matron[is]

Vac[---]lin[---]

Tib(erius) Cl[audius]

Silvan[us ---]

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: Mâ (vor Zusammenstellung mit dem zweiten Bruchstück) – Lehner, Finke; ohne Ligatur – AE, EDH; Ma[tronis] – Ferlut
Z. 2: Vâc (vor Zusammenstellung mit dem zweiten Bruchstück) – Lehner, Finke; Vâc[all̂]in̂[êĥis] – Alföldy; Vac[all]in[ehis] – AE, EDH, Scheungraber; Vac[allinehis] – Ferlut
Z. 3: ohne Ligatur – Alföldy, AE, EDH
Z. 4: Silvan[us v s l m] – Finke; ohne Ligatur – AE, EDH; Silvan[us v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)] – Ferlut
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Vac…lin… !
Tiberius Claudius Silvanus.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Vac…lin… !
Tiberius Claudius Silvanus.

Autopsie

vidimus (25.9.2018)

Editionen und LesungenLehner 1918, Nr.377
Finke 1927, Nr.271
Alföldy 1968 (Rheinland III), 34f Nr.5
AE 1968, 331
Scheungraber 2020, 570 Nr.122
Ferlut 2022, Nr.838
Elektronische Ressourcen HD014381 (Version vom 5. Januar 2010) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-09701596 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/208969 (zuletzt aufgerufen am 29. Juni 2021) (Trismegistos)
Fundort modern Bad Münstereifel Nöthen (Pesch), Tempelbezirk (Matronentempel Eifel)
Fundstelle

Hof A

Fundjahr1913
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum
Inventarnummer24927 + 24915
InschriftträgerWeihestein
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Beschreibung Objekt

Es handelt sich um zwei nicht aneinanderpassende Bruchstücke eines Weihesteins. Die erste Zeile der Inschrift wird von einer schmalen Linie nach oben hin begrenzt; das Gesims dürfte abgeschlagen worden sein.

Zustand Objekt mehrere Fragmente
MaßeTeil 1
Höhe: 28,0 cm
Breite: 17,5 cm
Tiefe: 15,0 cm
Teil 2
Höhe: 22,0 cm
Breite: 18,0 cm
Tiefe: 15,0 cm
Ikonografie

kein Dekor erhalten

Inschrift

Vom Inschriftentext sind zwei nicht unmittelbar anschließende Fragmente erhalten. Das größere Fragment weißt den rechten und oberen Rand auf, das kleinere den oberen.
Ligaturen: s. Majuskeltext. Besondere Zeichen: in Z.1 in der Mitte des O ein Punkt; in Z.2 der Rest einer verlängerten senkrechten Haste, vermutlich einer Ligatur von L und I; in Z.3: Ligatur von I und B mit verlängerter senkrechter Haste (H: 5,5 cm); in Z.4 vermutlich der Rest einer Ligatur von I und L mit verlängerter senkrechter Haste

Zustand Inschriftfeldmehrere Fragmente
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)4,5 cm
Kommentar Götternamen

Vac…lin…: Rest von Vacallinehae oder einer Variante: keltisch: ‚Unter den Bäumen bzw. dem Wald Verweilende [Muttergöttinen]‘ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 241-243). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Matronae Vacallinehae:
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist häufig bezeugt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Matres Vacallinehae:
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist mindestens 1x gesichert bezeugt (CF-GeI-239).
- außerhalb der Germania Inferior: -

Vacallinehae:
- Germania Inferior: häufig bezeugt
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Tiberius Claudius Silvanus: tria nomina
Claudius: italisches Gentilnomen der Kaiser Claudius und Nero, überall äußerst gängig (Kakoschke 2006, GN 327)
Silvanus: lateinisches Cognomen, gängiger Name (Kakoschke 2008, CN 2861)

ZitiervorschlagCF-GeI-234, hdl.handle.net/11471/504.50.234
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, FercanGermaniaInferior, CC BY-NC


Bild 1: Front, FercanGermaniaInferior, CC BY-NC