Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Vacallinehae | Epona?

CF-GeI-222

EP̣[---] · V̂ACÂL[---]

Ep[---] Vacal[---]

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: [Matronis] V̂aca[llinehis] – Lehner, der die beiden Fragmente noch nicht zusammenstellt; Ep[onae(?) et] V̂aca[llinehis] – Alföldy; Ep[onae et] V̂aca[llinehis] – Biller
Übersetzung Deutsch

(Für?) Ep… (und) für die Vacal… !

Übersetzung Englisch

(To?) Ep… (and) to the Vacal… !

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenLehner 1918, Nr.399, 415
Alföldy 1968, Nr.146
Biller 2010, 223–224
Elektronische RessourcenEDCS-35600105 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/417648 (Trismegistos)
Fundort modern Bad Münstereifel Nöthen (Pesch), Tempelbezirk (Matronentempel Eifel)
FundstelleHof A
Fundjahr1916
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum
Inventarnummer28726 + 28807
InschriftträgerAedicula-Altar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Götterbild
Architektur
Pilaster
kanneliert
Beschreibung Objekt

Es handelt sich um den linken Rand eines Aedicula-Altars, der in zwei nicht aneinander anpassenden Fragmenten erhalten geblieben ist. Über dem Inschriftrest sind Reste einer sitzenden Figur erkennbar. Unter dem Inschriftrest setzt links ein kannelierter Pilaster mit einem Kapitell an.

Zustand Objekt mehrere Fragmente
MaßeTeil 1
Höhe: 16,0 cm
Breite: 14,0 cm
Tiefe: 7,5 cm
Teil 2
Höhe: 13,0 cm
Breite: 18,0 cm
Tiefe: 7,5 cm
Ikonografie

Bei dem Figurenrest handelt sich um zwei Beine und langen Gewandsaum, was auf eine Matronengruppe in typischer Darstellung schließen lässt.

Inschrift

Erhalten sind zwei Fragmente eines einzeiligen Inschriftenelements, die offenbar zusammengehören. Die Größe des Zwischenraums lässt sich nicht bestimmen; auch nicht, wieweit sich die Inschrift nach rechts fortsetzte. Der linke, obere und untere Rand sind dagegen erkennbar.
Ligaturen: s. Majuskeltext

Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe3,7 cm
Kommentar Götternamen

Vacal…: Rest von Vacallinehae oder einer Variante: Die Etymologie weist auf Waldgottheiten hin: ‚die unter den Bäumen bzw. dem Wald Verweilenden‘ (vgl. de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 144).

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Vacallinehae:
- Germania Inferior: häufig bezeugt. In der hier vorgelegten Inschrift ist die Zuordnung der erhaltenen Reste zu den Vacallinehae an diesem Fundort sehr wahrscheinlich. Ob im verlorenen Teil ursprünglich „Matronis“ (oder „Matribus“) stand oder nicht, muss offen bleiben.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Matronae Vacallinehae:
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist häufig bezeugt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Matres Vacallinehae:
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist mindestens 1x gesichert bezeugt (CF-GeI-239).
- außerhalb der Germania Inferior: -

***

Ep…: möglicherweise Rest von Epona: keltisch; die Etymologie weist auf eine Pferdegottheit hin (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 140).

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Epona:
- Germania Inferior: Der Göttername ist in dieser Provinz nirgendwo gesichert bezeugt. Die von Alföldy für die hier besprochene Inschrift vorgeschlagene Ergänzung von EP auf „Eponae“ ist erwägenswert, kann aber keinesfalls als Beleg für die Nennung dieser Göttin gelten. Für CF-GeI-32 ist der Fundort CCAA sehr fraglich.
- außerhalb der Germania Inferior: Epona ist an zahlreichen Orten gut belegt.

ZitiervorschlagCF-GeI-222, hdl.handle.net/11471/504.50.222
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC